23.01.2020

Flaute bei Anleihen bringt Aufwind für Immobilienfonds

Offene Immobilienfonds im Aufwind

Seit Jahren verzeichnen Offene Immobilienfonds massive Mittelzuflüsse. Die Ratingagentur Scope hat in einer umfassenden Analyse nun einen signifikanten und nachweisbaren Zusammenhang zwischen der Renditedifferenz von deutschen Staatsanleihen und den jährlich zufließenden Mitteln von Offenen Immobilienfonds identifiziert. 

Offene Immobilienfonds verzeichneten im vergangenen Jahr erneut Rekordzuflüsse. Laut einer Untersuchung von Scope Analysis liegt ein wichtiger Grund für den Erfolg Offener Immobilienfonds in der großen Renditedifferenz zu deutschen Staatsanleihen. Mit 3,8 Prozentpunkten ist die Differenz auf einem beachtlich hohen Niveau. Die Renditen dieses Fondstyps liegen seit 15 Jahren oberhalb der Rendite von deutschen Staatsanleihen. Auffällig war dabei, dass durchweg und zu jedem gemessenem Zeitpunkt eine positive Differenz zugunsten Offener Immobilienfonds bestand.  

Starker Anstieg der Renditedifferenz seit 2013

Scope erklärt die steigende Differenz vor allem mit den seit Jahren sinkenden Renditen von deutschen Staatsanleihen, die 2015 sogar ein Negativniveau erreichten. Was sich allerdings zudem auf die große Renditedifferenz zwischen Offenen Immobilienfonds und deutschen Staatsanleihen auswirkt, seien die Wertzuwächse bei Bestandsimmobilien aufgrund der allgemein steigenden Immobilienpreise.  

Ende September 2019 sei die Renditedifferenz auf einen Rekordwert gestiegen: 3,8 Prozent lag die Rendite von Offenen Immobilienfonds über der Rendite der Staatsanleihen. Das sei der höchste Wert seit 2009. 

Renditen auf lange Sicht stabil bis leicht rückläufig

Aus Sicht von Scope wird kurzfristig nicht von einem steigenden Zinsniveau auszugehen sein. Wer sein Geld langfristig vermehren möchte, für den könnten Offene Immobilienfonds durchaus eine attraktiv Anlageform sein. Allerdings weist Scope auch darauf hin, dass die Renditen nicht ewig so weitersteigen werden. Die Analysten rechnen eher damit, dass sich das Renditeniveau auf lange Sicht stabilisiert beziehungsweise auch leicht rückläufig sein könnte. 

Grund dafür ist vor allem, dass die Wertzuwächse bei Immobilien nicht bis ins Unendliche werden steigen können. Probleme haben auch neuere Offene Immobilienfonds, die aktuell Objekte zu hohen Preisen ankaufen. Unter den derzeit hohen Immobilienpreisen leiden dann auch die Renditen der Zukunft dieser Fonds

Renditevergleich: Offene Immobilienfonds vs. Staatsanleihen

                                  Quelle: Scope Analysis GmbH (Mitteilung vom 19.11.2019)

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