03.03.2021

Interview mit Viola Joncic: Diese Themen werden 2021 bedeutsam

Was sind die größten Themen im Bereich Nachhaltigkeit für das Jahr 2021 in der Immobilienbranche? Dies fragte der ZIA (Zentraler Immobilien Ausschuss) Viola Joncic, unsere Head of Sustainability. Lesen Sie hier das Interview mit Viola, erschienen im CSR-Newsletter 01/2021 des ZIA.

1. Worin sehen Sie die größten Themen im Bereich Nachhaltigkeit für das Jahr 2021 in der Immobilienbranche?

Trotz der Vielzahl an Themen zeichnen sich für mich drei wesentliche Themen ab, die 2021 besonders bedeutsam werden und bleiben. Das erste ist das Thema Risiko und Nachhaltigkeit. Insbesondere ökologische Risiken haben einen großen Einfluss auf unser Leben. Der kürzlich veröffentlichte Weltrisikobericht des Weltwirtschaftsforums zeigt, dass erneut vier der fünf wahrscheinlichsten Risiken direkte und indirekte Folgen des Klimawandels und des menschlichen Wirkens auf die Natur sind.

Das fünfte Risiko stellt eine globale Pandemie und ihre Folgen dar. Für die Immobilienbranche sind diese Risiken sehr nah und bereits spürbar: Extremwetterevents und Naturkatastrophen bedrohen Assets, der steigende öffentliche Druck zur Treibhausgasreduzierung wiederum Geschäftsmodelle. Die Integration von Nachhaltigkeitsrisiken in die Risikoprüfung und die Bewertung von Immobilien und Portfolios ist für mich daher eines der Pflichtthemen dieses Jahres. Dies zeigt sich auch im Markt: Ein wichtiger Bestandteil des ECORE Tools ist unter anderem die Berechnung von Klimapfaden für Gebäude.

2. Was sind die beiden weiteren Themen?

Laut einem kürzlich veröffentlichten Report der UN haben im Jahr 2020 die weltweiten Emissionen aus dem Bau und Betrieb von Immobilien ein neues Rekordhoch erreicht. Für uns in der Branche ist das ein Weckruf: Wenn wir eine Chance haben möchten, die Folgen des Klimawandels zu begrenzen, müssen wir unsere Emissionen messbar reduzieren. Die Gesetzgeber werden angesichts der prekären Lage weitere Verschärfungen der Vorgaben vornehmen, die nur mit neuen, innovativen Lösungen erreicht werden können.

Wir als nachhaltiger digitaler Assetmanager, verstehen diesen Druck als Chance. Als Chance, Sanierung und Energieversorgung in der Quartiersentwicklung ganzheitlich zu denken und digitale Lösungen zur Reduzierung von Energie- und Flächenverbrauch voranzutreiben. Zuletzt werden soziale Fragestellungen in der Immobilienbranche eine prominentere Stellung einnehmen. Die Pandemie verschärft nicht nur die soziale Ungleichheit und den ungleichen Zugang zu Bildung und digitaler Infrastruktur.

Sie verändert auch unsere Erwartungen an Gebäude: Nicht nur Gesundheitsdienste, sondern auch Dinge wie Aufenthaltsqualität und soziale Begegnungsorte werden gestärkt aus der Pandemie hervorgehen. Als Unternehmen der Immobilienbranche haben wir einen unglaublichen Hebel, diese Aspekte positiv zu gestalten. Wir stellen ja u.a. die Wohn- und Arbeitsräume der Menschen und damit Lebensräume bereit.

3. Was haben Sie sich persönlich für 2021 vorgenommen?

Ich möchte die verschiedenen Anforderungen, welche die Regulierungen mit sich gebracht haben, soweit umgesetzt haben, dass ich meinen Fokus wieder mehr auf die strategische und innovative Ausgestaltung von Nachhaltigkeit in der Commerz Real und in unseren Produkten legen kann. Gemeinsam mit meinem Team möchte ich einerseits Lösungen für soziale Herausforderungen in unseren Fonds festigen und deren Erfolg messbar machen. Zudem möchten wir Zukunftsforschung, Nachhaltigkeitsengagement und geschäftsstrategische Überlegungen konzeptionell noch enger verzahnen.

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