Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Ausschüttende Fonds oder thesaurierende? Das macht für Sie wirklich Sinn

Thesau… wie? Was hier ein wenig nach einer Dinosauriergattung klingt, hört sich komplizierter an, als es ist. Beim Investieren in Fonds gibt es unterschiedliche Anlagevarianten namens Ausschüttung und Thesaurierung, zwischen denen Sie sich entscheiden müssen. Ich erkläre Ihnen die Unterschiede und helfe dabei, die geeignete Variante zu wählen. Sollten Sie gerade vor einer Anlageentscheidung rund um Offene Investmentfonds stehen, gilt es im Folgenden für uns herauszufinden, was Sie wollen und worauf es Ihnen bei einer Geldanlage wirklich ankommt.

Ausschüttende und thesaurierende Fonds

Was sind ausschüttende Fonds?

Zunächst einmal zur Definition: Bei ausschüttenden Fonds erhalten die Fonds-Anteilseigner Erträge aus Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen, die in der Regel einmal im Jahr ausgeschüttet werden. Über die ausgeschütteten Erträge kann jeder Anteilseigner frei verfügen. Sie fragen sich nun vielleicht: „Sind Immobilien-, Aktienfonds oder ein ETF ausschüttend?“ Die gute Nachricht: Ja, alle Varianten können als ausschüttende Fonds gestaltet werden.

Was sind thesaurierende Fonds?

Das Wort thesaurierend stammt nicht etwa vom Tyrannosaurus ab, sonder kommt tatsächlich aus dem Griechischen und hat die Bedeutung “Schatzkammer”. Eine passende Bezeichnung, denn thesaurierende Fonds re-investieren sämtliche Erträge wieder in Fondsanteile und tragen so zur nachhaltigen Wertsteigerung bei. Sie als Anleger können vom Zinseszinseffekt profitieren und müssen sich nicht selbst um weitere Re-Investitionen kümmern.

Die Vor- und Nachteile in der Übersicht

Ausschüttend? Thesaurierend? Welche Variante ist nun die passende für Sie? Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Vor-und Nachteile im direkten Vergleich gegenübergestellt:

  Pro Contra
Ausschüttende Fonds  
  • Regelmäßige Erträge
 
 
  • Nach der Ausschüttung muss man neue rentable Investitionsmöglichkeiten für die Erträge finden – dabei fallen weitere Gebühren an

 

Thesaurierende Fonds  
  • Keine Extragebühren bei Re-Investition der Erträge in neue Fondsanteile – diese funktioniert quasi automatisch
  • Enormer Wertzuwachs durch Anstieg des Fondsvermögens möglich
  • Anleger profitieren vom Zinseszinseffekt
 
 
  • Keine Ausschüttung der Erträge
  • Weniger Selbstbestimmung über Liquidität
  • Erhöhtes Verlustrisiko bei schwankenden Kursen
 

 

hausInvest – Stabil seit 1972

Jedes Jahr im Juni schüttet hausInvest einen Teil seiner erwirtschafteten Fondserträge aus – das bedeutet planbare Erträge für alle hausInvest Anleger. Für das Geschäftsjahr 2018/2019 hat hausInvest insgesamt rund 139 Millionen Euro an seine Anleger ausgeschüttet.

Ausschüttende Fonds und Steuern

Im Jahr 2018 trat ein Investmentsteuerreformgesetz in Kraft, das die Besteuerung von Investmentfonds neu regelt. Das gilt selbstverständlich auch für ausschüttende Fonds, da Sie hierbei Gewinne aus Zinsen und Dividenden erzielen, die jährlich ausgezahlt werden. Diese Ausschüttungen sind (unter Beachtung von Teilfreistellungen) zu versteuern. Auch Wertsteigerungen der Fondsanteile unterliegen einer steuerlichen, jährlichen Vorabpauschale. Allerdings nur, wenn die voraussichtliche Wertsteigerung höher ist, als die Ausschüttung. Liegen die zu versteuernden Ausschüttungen im Rahmen des Freistellungsbetrags (max. 801 Euro für Ledige, 1602 Euro bei Zusammenveranlagten), entfällt der Steuerabzug. Weitere Details zur neuen Steuerregelung finden Sie hier: Fragen und Antworten zu Auswirkungen der Investmentsteuerreform 2018

Wie Sie Ihre Auswahl treffen zwischen ausschüttenden und thesaurierenden Fonds

Wir fassen also zusammen, wichtige Kriterien zur Wahl der richtigen Anlagevariante für Sie sind:

  • Steuerliche Aspekte: Lassen Sie sich dazu am besten von Ihrem Steuerberater genauestens informieren. Der Fachmann kann Sie versiert zu den steuerlichen Vor- und Nachteilen beraten und auch – egal um welche Anlagevariante es geht – zu Ihrer Steuerbescheinigung als Nachweis für die Einkommensteuererklärung.
  • Transaktionskosten: Sind Sie bereit bei möglichen Re-investitionen bei den Erträgen ausschüttender Fonds erneut Geld in die Hand zu nehmen? Sollte Sie keine Re-Investments in Betracht ziehen, stellt sich diese Frage natürlich nicht.
  • Verfügbarkeit der Fonds: Möchten Sie regelmäßig auf Ihre Erträge zurückgreifen können, oder denken Sie eher langfristig und möchten vom Zinseszinseffekt profitieren? Wenn Sie das wissen, ist Ihre Entscheidung im Grunde gefallen.
Mein Fazit

Ausschüttende oder therausierende Fonds?

Ich hoffe ich konnte Ihnen Aufschluss darüber geben, was genau ausschüttende und thesaurierende Fonds sind, und welche Variante für Sie die geeignetere ist. Wenn Sie lieber ein 13. oder 14. Monatsgehalt und etwas mehr Selbstbestimmung über Ihre Liquidität möchten, sollten Sie definitiv auf ausschüttende Fonds setzen. Befinden Sie sich in einer Ansparphase, weil Sie z.B. langfristig per Sparplan für Kinder investieren oder monatlich sparen, ist es sinnvoll auf eine thesaurierende Anlage zu setzten und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Wenn Sie Ihren Investitionsschwerpunkt auf eine dauerhafte Wertsteigerung der erworbenen Fondsanteile und auf einen langfristigen Vermögensaufbau ausrichten, sind Sie mit der Thesaurierung auf der richtigen Seite. 

Ob thesaurierend oder nicht, damit Ihre Geldanlagen nicht irgendwann vom Aussterben bedroht sein werden, finden Sie weitere wissenswerte Informationen rund ums Anlegen über Investmentfonds in den nachstehenden Beiträgen. Darin geht es u. a. um die Steuervorteile, die Sie beim Anlegen in Fonds genießen und wie Sie in nur 4 Schritten erfolgreich investieren.
Gutes Gelingen. 

Bildquellen der Seite: 4 PM production/Shutterstock

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Zuletzt aktualisiert am
21. Februar 2020

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