Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Fondssparen für Kinder Cleverer Anlage-Trend auch für 2020?

Schluss mit Sparbuch und Sparstrumpf: Fondssparen für Kinder lautet die Alternative zu Nullzins-Sparkonten und wenig lukrativen Tagesgeldanlagen. Wer heute der Inflation etwas entgegensetzen möchte, muss sich für rentablere Finanzprodukte entscheiden. Sparen für Kinder hat für die Deutschen zwar nach wie vor einen besonders hohen Stellenwert, doch was nützt das Ganze, wenn es sich am Ende nicht mehr für die Kleinen auszahlt?

Daher setzen viele Eltern eher auf zeitgemäße Fondssparpläne für Ihren Nachwuchs und kombinieren die Sparmentalität mit mehr Chancen auf Rendite. Entgegen der weit verbreiteten Meinung gilt dabei nicht automatisch das Wer-wagt-gewinnt-Prinzip. Es gibt weitaus mehr Möglichkeiten als die Investition in spekulative Aktien. Fonds bzw. Fondssparpläne bieten für Sie und Ihre Familie für den langfristigen Vermögensaufbau eine gute Alternative zum Sparbuch bei einer breiteren Risikostreuung.

Ich erkläre Ihnen hier genauer, wie Fondssparpläne für Kinder funktionieren, wie es 2020 und auch in den kommenden Jahren um Fondsanlagen steht und welche Vorteile sich für Sie daraus ergeben.

Vorsorge für die Familie

Wieso eignen sich Fondssparpläne für Kinder?

Geldanlagen für die Kinder, für das wichtigste im Leben, sollten sowohl eine gewisse Sicherheit, als auch eine möglichst hohe Rentabilität mit sich bringen. Die Anlage in Fonds für Kinder über Fondssparpläne eignet sich dabei besonders, da es hier einige Fondsarten gibt, die eine gute Balance zwischen diesen beiden Anlagezielen schaffen. Zudem können Sie hier langfristig, individuell und flexibel vorgehen. Gerade für junge Familien bietet ein Sparplan für Kinder viele Vorteile, da zur Investition nicht fünfstellige Summen aufgebracht werden müssen. Es kann bereits ab 10 Euro monatlich angespart werden – ganz nach den individuellen finanziellen Möglichkeiten. 

Fonds setzten sich immer zusammen aus mehreren Immobilien, Aktien oder Wertpapieren. Privatanleger wie Sie können in eine Vielzahl von Werten investieren, ohne sich um jeden einzelnen kümmern zu müssen. Das ist ein sichererer Weg, um sich mit wenig Zeitaufwand an Kapitalerträgen zu beteiligen. Die breite Streuung in Kombination mit einem langfristigen Anlagezeitraum minimiert das Risiko, da Schwankungen an Markt und Börse leichter ausgeglichen werden können. 

Weitere wichtige Vorteile rund ums Fondssparen im Überblick:

  • Kein fester Einstiegszeitpunkt
  • Auch für Laien geeignet
  • Keine feste Laufzeit
  • Individuelle Spareinlagen 
  • Mehr Transparenz im Vergleich zu z. B. Versicherungsprodukten zur Altersvorsorge

Wie funktioniert ein Fondssparplan für Kinder?

Um einen Fondssparplan für Kinder abzuschließen, muss zunächst ein Fonds- oder Wertpapierdepot eröffnet werden. Hier gibt es meist explizite Junior Depots für die Kleinen. Das Depot kann aber auch auf Ihren Namen angelegt werden. Heutzutage kann der Depotantrag ganz einfach und bequem von Zuhause aus gestellt werden – online und direkt. Die Legitimation für das Fondsdepot können Sie entweder online mit z.B. Postident-Video oder in einer Postfiliale mit dem Postident-Verfahren erledigen. Ihre späteren Fondsanteile werden über das Depot verwahrt und sind jederzeit einsehbar.

Im Anschluss an die Depoteröffnung kann der Sparplan für den Fonds, für den Sie sich entschieden haben, eingerichtet werden. Sie legen wie gesagt selbst fest, wie viel Sie jeden Monat einzahlen möchten. Die Sparrate können Sie jederzeit anpassen, erhöhen oder aussetzen. Omas und Opas, Onkel und Tanten können immer etwas Geld zum Vermögensaufbau beisteuern. So können Sparpläne um höhere Summen im Rahmen einmaliger Anlagen ergänzt werden.

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Welche Möglichkeiten des Fondssparens stehen zur Verfügung, wenn Eltern für ihre Kinder sparen möchten?

Die gängigsten Fonds sind:

  • Aktienfonds
  • ETFs (Exchange Trade Funds)
  • Dachfonds
  • Rentenfonds
  • Mischfonds
  • Offene Immobilienfonds

Welche Fonds sich am meisten fürs Sparen für Kinder eignen, das kommt immer darauf an, was Sie wollen und welcher Anlagetyp Sie sind. Da es hier aber um die finanzielle Zukunft Ihres Kindes geht, rate ich immer zu weniger riskanten Fonds wie Offenen Immobilienfonds.

Wenn Sie Anlageanfänger sind, sollten Sie zunächst die Finger von einem Aktiendepot für Kinder lassen.

Für Beginner empfehle ich außerdem ein Modell mit aktivem Management. ETFs (bzw. ein ETF-Sparplan für Kinder) sind beispielsweise passiv gemanagt und damit auf den ersten Blick günstiger, was die Verwaltungsgebühren angeht. Bei einem aktiven Management treffen professionelle Fondsmanager mit viel Expertise Investmententscheidungen innerhalb des Fonds für Sie. Der Einsatz und die Kompetenz müssen bezahlt werden. Entscheidend ist jedoch, was für eine Rendite sich am Ende für Sie ergibt. Mögliche Verluste kosten Sie in jedem Fall mehr. Sie sparen bei einem aktiven Management an Zeit und Lehrgeld, auch wenn das zumindest bei spekulativen Anlagen keine Erfolgsgarantie darstellt. Wenn die Aktienmärkte nach unten rauschen und Ihr Aktienfonds Verluste macht, muss der Fondsmanager trotzdem bezahlt werden.

Daher gilt es eben auf ein Finanzprodukt mit weniger Risiken in Kombination mit einem aktiven Management zu setzen. Eines, das sich bereits bewiesen hat und jedes Jahr eine positive Rendite abliefern konnte.

Wie unterscheiden sich die Anlage-Möglichkeiten? Vor- und Nachteile im direkten Vergleich

Rentierliches Sparen hat viele Gesichter. Beim Fondssparen für Kinder sollten Sie die oft kleinen, aber feinen Unterschiede sowie alle Vor-und Nachteile für sich abwägen, bevor Sie zu einer Entscheidung kommen. Die wichtigsten Pros und Contras finden Sie hier in der Übersicht:

Anlage-Möglichkeiten Vorteile Nachteile
Aktienfonds Höchste Rendite-Chancen, aktiv gemanagt, Werte-Streuung statt Einzelwerte Hohes Risiko
ETFs Hohe Rendite-Chancen, Werte-Streuung statt Einzelwerte, verschiedene Risikoklassen möglich Höheres Risiko, passives Management bedingt Finanz-Know How
Dachfonds Gute Rendite-Chancen, hoher Verwaltungsaufwand, besonders breite Risikostreuung Erhöhtes Risiko
Rentenfonds Verschiedene Risikoklassen möglich, sowohl aktive Rentenfonds als auch passive Renten-ETFs möglich Mittleres Risiko
Mischfonds verschiedene Risikoklassen möglich, aktiv gemanagt Rendite oft niedriger als der Marktdurchschnitt
Offene Immobilienfonds Solide Rendite-Chancen, aktiv gemanagt, breite Risikostreuung durch Diversifikation, überschaubares Risiko Bei Rückgaben von Anteilen gilt eine 24-monatige Mindesthaltedauer und zwölfmonatige Kündigungsfrist.

Was ist beim Fondssparplan für Kinder zu beachten?

Ich habe selbstverständlich noch ein paar Tipps für Sie, worauf es beim Fondssparen ankommt und gehe noch einmal auf häufig gestellte Fragen der meisten Eltern aus meiner Erfahrung her ein:

Je länger Sie anlegen, desto besser. Bei einem langfristigen Anlagehorizont lässt sich ausreichend vom Zinseszinseffekt profitieren und mögliche Risiken können ausgeglichen werden. Falls machbar rate ich Ihnen daher zu einem Anlagezeitraum ab zehn Jahren und mehr.

Das kommt immer auf Ihre finanziellen Möglichkeiten an. Ausgehend von einem langfristigen Anlagezeitraum kann auch schon mit 25 Euro monatlich später der Führerschein oder ähnliches finanziert werden. Gehen Sie Schritt für Schritt vor. Es ist genauso wichtig über die alltäglichen Kosten hinaus Rücklagen für Notfälle wie z.B. ein kaputtes Auto bilden zu können. Alles was darüber hinausgeht, sollte rentabel angelegt werden.

Zudem ist es ausschlaggebend zu wissen, was die gewünschten Sparziele sind und wie lange der Sparhorizont ist. So lässt es sich ungefähr ausrechnen, über welchen Zeitraum man in welcher Höhe investieren sollte.

Wenn Sie sich für einen bestimmte Fondsanlage entschieden haben, geht es um die Anbietersuche. Achten Sie darauf einen zu finden, dessen Produkte z.B. durch eine Rating Agentur wie Scope mit mindestens A+ bewertet sind. Bei der Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Fonds und Anbieter sollten Sie zudem einen Blick auf die Historie werfen. War der Fonds in den letzten Jahren erfolgreich, lohnt sich das Fondssparen über diese Anlage vermutlich auch in Zukunft.

Vergleichen Sie weiter Anbieter und Depotbanken, z. B. was einen möglichen Ausgabeaufschlag oder die Depotkosten angeht.

Zunächst einmal, Anlageprodukte (und damit auch die Fondssparpläne) können nicht auf den Namen eines noch ungeborenen Kindes angelegt werden. Weiter können nicht alle Anlageprodukte offiziell dem Nachwuchs zugeschrieben und damit als mündelsicher geltend gemacht werden. Die Anlage auf den Namen des Kindes zu übertragen bietet sowohl Vor- als auch Nachteile. Sie haben steuerlich gesehen Vorteile, da Geldanlagen auf den Namen des Kindes einem gewissen Steuerfreibetrag unterliegen. Es bedeutet aber auch, dass das Vermögen per Gesetz ihm oder ihr ab dem 18. Lebensjahr frei zur Verfügung steht. Ab dann haben Sie als Eltern keinerlei Mitspracherecht mehr, wofür das Angesparte ausgegeben wird. Ab einer bestimmten Höhe des Vermögens kann es zudem sein, dass Ihr Kind nicht mehr kostenlos bei Ihnen mit krankenversichert werden kann. Es lohnt sich also, Punkte wie diese noch mal mit dem Steuerberater und der Krankenkasse zu besprechen.

So finden Sie den richtigen Fondssparplan für Ihr Kind – Schritt für Schritt

Den richtigen Fondssparplan finden Sie im Grunde genommen über die richtige Fondsanlage. Hier gibt es kein Einheitsrezept zu Fonds für Kinder, das für alle Eltern gilt. Die richtige Wahl hängt im Wesentlichen von den folgenden Punkten ab:

  • Was ist Ihr Anlageziel?
  • Wie lange möchten oder können Sie anlegen?
  • Wie versiert sind Sie?
  • Wie viel Sicherheit wünschen Sie sich für den Vermögensaufbau für Ihr Kind?
  • Wie steht es um Ihre finanzielle Situation?

Dabei kann z.B. das folgende Modell zum Vermögensaufbau helfen. Wo stehen Sie gerade finanziell gesehen?

1. Laufender Zahlungsverkehr

Finanzsituation: Das Monatseinkommen deckt die Kosten

Mögliche Anlageform: Girokonto

2. Reserve für Notfälle

Finanzsituation: Zusätzl. 2 - 3 Monatseinkommen als Reserve, z. B. für unplanmäßige Reparaturen

Mögliche Anlageform: Tagesgeldkonto, Geldmarktfonds

3. Mittel- bis langfristig

Finanzsituation: Alles, was die Punkte bzw. Schritte 1 und 2 überschreitet (Sparen und anlegen bereits ab einem zweistelligen Betrag möglich)

Mögliche Anlageform: Rentenfonds, Offene Immobilienfonds

4. Langfristig & spekulativ

Finanzsituation: Alles, nach Punkt 1 - 3 / Summen, deren Verlust im Worst Case verkraftet werden können

Mögliche Anlageform: Aktienfonds, ETFs

Lassen Sie mich Ihnen noch einmal sagen, dass Fondssparpläne jederzeit um weitere Einmalanlagen ergänzt und regelmäßige Einzahlungen erhöht werden können. Die Entscheidung, die Sie jetzt treffen, ist nicht für immer in Stein gemeißelt.

Der richtige Fondssparplan passt sich Ihrer finanziellen Situation an und ist jederzeit ausbaubar. Wenn Sie erst einmal klein anfangen möchten, rate ich Ihnen nur auf die Mindestsparrate des Fondssparplans zu achten.

Hilfreich können übrigens auch Fondssparplan-Vergleiche sein, z. B. über Stiftung Warentest.

Mein Fazit

Fondssparen für Kinder

In Zeiten einer Niedrigzinsphase empfiehlt es sich, nicht benötigtes Einkommen rentabel anzulegen, statt es auf einem Sparbuch zu deponieren. Auch mit Blick auf die Inflation, die auch 2020 und in den kommenden Jahren voraussichtlich weiter ansteigen wird, macht es Sinn spätestens jetzt umzudenken und sich gerade beim Vermögensaufbau für die Kinder bei überschaubarem Risiko Rendite-Chancen nicht entgehen zu lassen. Mit einem Fondssparplan können Sie ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen anlegen, um das Beste für Ihren Nachwuchs heraus zu holen.

Ihr Thomas Henrich

Bildquellen dieser Seite: Monkey Business Images/shutterstock.com

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Zuletzt aktualisiert am
20. Februar 2020

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