Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Fondssparen Kontinuierlicher Vermögensaufbau statt Sparbuch-Falle

Sparen mit Plan – genauer gesagt per Fondssparplan? Leider sind sich die wenigsten Sparer bewusst, wie das geht und nehmen in Kauf, dass ihr Geld auf dem Sparbuch von Jahr zu Jahr an Wert verliert. Machen Sie es besser und treten Sie nicht in die klassische Sparbuch-Falle: Retten Sie Ihr Geld. Während Milliarden von Euro an Privatvermögen auf deutschen Sparkonten vor sich hin dümpeln und darauf warten, von der Inflation dahingerafft zu werden, setzen clevere Anleger bevorzugt auf renditestärkere Anlageprodukte. Diese tragen nämlich trotz Inflation zum kontinuierlichen Vermögensaufbau bei, und das bei meist überschaubarem Risiko.

Die Rede ist vom Sparen mit Fonds, genauer gesagt Investmentfonds wie Aktien- oder Immobilienfonds. Vor allem wer mittel- bis langfristig Geld bei Seite legen möchte – z.B. für die Altersvorsorge – ist damit auf der richtigen Spur.

Zeitgemäß: Fondssparen statt Sparbuch

Zunächst einmal, was ist Fondssparen überhaupt? Hierbei geht es darum, in Investmentfonds jeglicher Art über einen sogenannten Fondssparplan zu investieren. Es bedarf keiner großen Anlagesumme im 5-stelligen Bereich. Monatlich wird eine gewisse Summe Schritt für Schritt für den Vermögensaufbau rentabel zurückgelegt: Auch mit kleineren Beträgen können Sie so für die Zukunft vorsorgen. Dabei ist das Risiko begrenzt.

Lassen Sie es mich am Beispiel von hausInvest in Zahlen ausdrücken:

Sparbuch-Zins = ca. 0,2 %

Inflation = ca. 1,6 %

Offener Immobilienfonds hausInvest: 2,0 % p.a., (Ø letzte 5 Jahre: 2,4 %)

Beim Sparbuch schmilzt Ihr Erspartes demnach dahin. Ihr Geld wird jedes Jahr 0,2 % mehr wert sein. Allerdings wird durch die Inflation pro Jahr alles durchschnittlich 1,6 % teurer werden. Auch einst beliebte Anlagen wie Tages- oder Festgeld kommen aktuell nicht gegen die Inflation an mit durchschnittlichen Zinsen von 0,11 % für Tagesgeld und 0,36 % für Festgeld (Stand Februar 2020). Mit hausInvest jedoch wird das Geld 2 % mehr wert sein und kann dem Stand halten - ebenfalls pro Jahr versteht sich.

Arten von Investmentfonds

Der Finanzmarkt sieht für den Privatanleger das Instrument Fonds, genauer gesagt Offene Publikumsfonds, als Sondervermögen vor. So kann er in eine Vielzahl von Werten investieren, ohne sich um jeden einzelnen kümmern zu müssen. Das ist ein sichererer Weg, Privatpersonen an Kapitalerträgen zu beteiligen. Dies sind die geläufigsten Fonds dieser Art:

Aktienfonds
Hier liegt das Fondsvermögen in Form von unterschiedlichen Aktien und Anteilsvolumina vor.

ETFs (Exchange Trade Funds)
Sie werden auch "Indexfonds" genannt, da sie einen Index wie den DAX abbilden.

Dachfonds
Diese Form der Fonds investiert das Fondsvermögen in andere Fonds, den sogenannten Zielfonds.

Rentenfonds
Hierbei geht es ausschließlich oder überwiegend um verzinsliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen, sogenannte Rentenpapiere.

Mischfonds
Mischfonds, wie der Name bereits andeutet, bestehen aus einem Mix aus Aktien, Rentenpapieren, Geldmarktpapieren, Rohstoffen, Edelmetallen und/oder Grundstücks- oder Immobilienwerten.

Offene Immobilienfonds
Bei Fonds, mit denen Sie in Immobilien investieren, handelt es sich genauer gesagt um Investmentfonds, die es Anlegern ermöglichen auch mit kleineren Beträgen an größeren Gewerbeimmobilieninvestitionen zu partizipieren.

Sie profitieren bei Anlagen dieser Art am Kapitalmarkt z.B. durch:

Den Zinseszinseffekt

Obwohl Sie bei Anlagen in Investmentfonds keine Zinsen, sondern Erträge erhalten, dürfen Sie sich dennoch über den Zinseszinseffekt freuen. Dieser ist ein essentieller Bestandteil beim Vermögensaufbau. Zinsen beziehungsweise Erträge, die Sie als Anleger auf Ihr Vermögen erhalten, werden diesem gutgeschrieben. Auf dieses verzinste Vermögen erhalten Sie in der nächsten Zinsperiode erneut Zinsen, wobei sowohl das ursprüngliche Vermögen als auch die vorherigen Zinsen verzinst werden. Durch diesen Effekt wächst Ihr Vermögen schnell und kontinuierlich an. Beachten Sie, dass bei ausschüttenden Fonds die Dividenden reinvestiert werden müssen, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

Den Cost-Average-Effekt

Im Gegensatz zu einer einmaligen Geldanlage legen Sie bei einem Investmentfonds per Sparplan diszipliniert und kontinuierlich an. Der monatliche Betrag ist dabei von Beginn an festgelegt. Dadurch profitieren Sie als Anleger vom sogenannten Cost-Average-Effekt, auf Deutsch: Durchschnittskosteneffekt. Dieser ermöglicht es, Marktschwankungen vorteilhaft auszunutzen. Während zu Zeiten steigender Kurse weniger Fondsanteile erworben werden, erhöht sich die Anzahl der erworbenen Anteile bei fallenden Kursen. Das sorgt für einen günstigen Durchschnittspreis. Dieser nimmt Ihnen außerdem die Suche nach dem idealen Einstiegszeitpunkt ab.

Fondssparen: So funktioniert's Schritt für Schritt

Legen Sie als erstes den Betrag fest, den Sie zunächst monatlich zum Fondssparen einsetzen möchten – ganz nach Ihrer individuellen Finanzsituation. Im Idealfall ist es der Betrag, der am Monatsende abzüglich Ihrer alltäglichen Kosten und Notfallreserven übrig bleibt. Entscheiden Sie sich dann, ob Sie Ihr Geld in einen passiv oder aktiv gemanagten Fonds stecken möchten. Bei Aktienfonds handelt es sich meistens um aktiv von einem Fondsmanager verwaltete Anlageprodukte. Das hat folgenden Vorteil: Anleger mit nicht so viel Know-How und Erfahrung, können die Entscheidung, in welche Aktien der Fonds investiert, getrost in seine professionellen Hände abgeben. Die Kosten für ein aktives Management bei Aktienfonds sind dafür deutlich höher, als bei einem ETF-Fonds, da hier “nur” eins zu eins nachgebaut wird, was der jeweilige Index vorrechnet.

Ein Offener Immobilienfonds lebt ebenfalls davon, dass er aktiv gemanaged wird. Eine breite Streuung über verschiedene Märkte und Immobilienarten wie Gewerbe-Objekte, Shopping-Center, Hotels etc. sind das A und O für den Erfolg beziehungsweiseeine solide Chance auf Renditen. Die Fondsmanager sind Immobilienprofis, die mit ihrer Fachkenntnis direkt in die Wertschöpfungskette eingreifen und Mehrwert erwirtschaften. Sie beschäftigen sich tagtäglich mit der Materie und wissen am besten, was sich für Sie lohnen kann. Der Anteilspreis wird bei diesen Fonds anhand des Wertes der Immobilien durch unabhängige Gutachter festgelegt. Sie können auch in passiv gemanagte Immobilien-ETFs investieren. Aber dort wird der Anteilspreis über die Börse ermittelt, was die Höhe des Anteilspreises für stärkere Schwankungen anfällig macht.

Info: Was sind Immobilienfonds

Bei Immobilienfonds handelt es sich um Investmentfonds, die ausgegeben werden und auch Privatanlegern die Teilhabe an Immobilien ermöglichen, die sie alleine nicht erwerben könnten.

Einfach gesagt wird das Geld vieler Anleger von einer Fondsgesellschaft verwaltet. Deren Fonds- und Assetmanager investieren es in Büroimmobilien, Hotels, Shopping-Center uvm. Sie übernehmen den Erwerb, die Verwaltung, die Vermietung oder den Verkauf der Fonds-Immobilien, den sog. Assets. Die Anleger erhalten über ihre Beteiligung Anteilsscheine und so Rendite auf ihr eingesetztes Kapital - Rendite, die durch die Arbeit der Fonds- und Immobilienprofis erwirtschaftet wird.

Da vor allem Offene Immobilienfonds besonders in Niedrigzinsphasen oder turbulenten Börsenzeiten durch die Stabilität von Sachwerten überzeugen, stellen sie eine geeignete Anlage auch für konservative oder unerfahrene Anleger dar. Offen heißt in dem Kontext, dass grundsätzlich jeder jederzeit Anteile am Immobilienfonds kaufen und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch verkaufen kann. Durch die breite Streuung des Immobilienportfolios innerhalb der Offenen Fonds – sowohl geographisch als auch von der Nutzungsart und Mieterstruktur her – können Anleger eine solide, wenig schwankende Rendite erwarten.

Tipp 1: Meine Empfehlung ist es, gerade als Anfänger auf ein Modell mit aktivem Management zu setzen.

Tipp 2: Wenn Sie sich für ein entsprechendes Produkt entschieden haben, geht es um die Anbietersuche. Achten Sie darauf einen zu finden, dessen Produkte z.B. durch eine Rating Agentur wie Scope mit mindestens A+ bewertet sind. Im nächsten Schritt gilt es bei einem Partner des Anbieters ein Depot zu eröffnen und den Fonds dort hinein zu kaufen beziehungsweise Ihren individuellen Sparplan einzurichten.

Die Schritte finden Sie hier noch einmal zusammengefasst:

  1. Höhe der Sparrate festlegen
  2. Zwischen aktivem und passivem Management wählen
  3. Anbieter auswählen
  4. Online-Depot eröffnen
  5. Sparplan anlegen

Warum sich Fondssparen lohnt

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Alle Pros und Contras zum Thema „Sparen mit Fonds“ finden Sie hier noch einmal in der Übersicht.

Tipp 3: Verschaffen Sie sich stets einen genauen Überblick, bevor Sie in Fonds anlegen und wägen Sie für sich ab:

Vorteile Nachteile
Flexibler Vermögensaufbau Nicht besonders gut für den kurzfristigen Anlagezeitraum geeignet
z.B. bei Offenen Immobilienfonds: Rendite bei überschaubarem Risiko / breite Risikostreuung Ggf. gibt es Halte- und Kündigungsfristen, die berücksichtigt werden müssen
Individuelle Anlagedauer, keine feste Laufzeit Ggf. fallen Zusatzkosten an wie der Ausgabeaufschlag und Depotführungsentgeld
Kein fester Einstiegszeitpunkt Werte von Wertpapieren und Immobilien können schwanken
Individuelle Spareinlagen per Fondssparplan Fonds können aussetzen oder aufgelöst werden
Für jeden Anleger gibt es ein passendes Anlageprodukt Restwährungsrisiko
Auch für Laien / Profitieren vom Expertenwissen (aktiv gemanagte Fonds) Verlust des eingesetzten Anlagebetrages
Möglichkeit, Kapital zu streuen Kapital meist länger gebunden
Gesetzlicher Schutz durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) Sehr große Anzahl z.T. ähnlicher Fonds erschwert Auswahl
Mehr Transparenz im Vergleich zu z.B. Versicherungsprodukten zur Altersvorsorge Kein zusätzlicher Versicherungsschutz

 

Sparen mit Fonds

Konklusion aus der Vergangenheit – Trends 2019 / 2020

Tipp 4: Bei der Entscheidung für oder gegen einen bestimmten Fonds sollten Sie einen Blick auf die Historie werfen. Geld sinnvoll anlegen lautet die Devise. War der Fonds in den letzten Jahren erfolgreich, lohnt sich das Fondssparen über diese Anlage vermutlich auch in naher Zukunft.

Ich kann es Ihnen gerne einmal an unserem Produkt hausInvest verdeutlichen. Seit 1972 sind wir jedes Jahr im Plus.* Dazu gehört mehr als ein glückliches Händchen für Immobilien. Unabhängig von Ölkrisen in den Siebzigern, Weltwirtschaftskrise in den Achtzigern, Börsencrashs, Finanzkrise und aktuellen politischen Entwicklungen wie der Eurokrise – hausInvest hat sich in jeder Situation als stabiles Investment bewährt. Dabei ist die Rendite trotz hoher Stabilität und niedrigen Risikofaktoren deutlich attraktiver als bei ähnlich schwankungsarmen Geldanlagen wie Tagesgeld oder Girokonto.

Die nachfolgende Grafik zeigt: Hätten Sie 1972 bei Gründung von hausInvest 10.000 € in den Fonds investiert, wären Ihre Anteile im Jahr 2019 über 120.000 € wert.

Laut einer Marktstudie der Ratingagentur Scope gilt übrigens: „Offene Immobilienfonds werden sich auch in diesem Jahr großer Nachfrage erfreuen. Hauptgrund bleibt die im aktuellen Marktumfeld vergleichsweise attraktive Rendite.“

Der Fondssparplan

Wieso sich Fondssparen besonders für junge Leute eignet

Wie bereits erwähnt müssen es beim Fondssparen nicht immer gleich die großen Summen sein. Gerade für junge Familien, Studenten etc. bietet sich das Sparen über einen Fondssparplan besonders an. Hier kann bereits ab 10 Euro monatlich investiert und mit der Zeit die Sparrate flexibel aufgestockt werden. Auch das zeitweise Aussetzen der Sparrate ist möglich sowie eine zusätzliche Einmalanlage, sollten Sie einmal zu einer größeren Summe kommen. Junge Anleger können auf einen langen Anlagehorizont setzen und es so wieder wettmachen, dass nicht gleich mal eben 10.000 Euro auf einmal in den Fondssparplan eingezahlt werden. Sie können als Langstreckenläufer unter den Sparern am Ende ebenfalls erfolgreich durchs Ziel laufen – und das ganz ohne in die eingangs erwähnte Sparbuch-Falle zu tappen.

Fondssparplan

Unter einem Fondssparplan ist eine Art Sparvertrag zu verstehen. Über diesen werden regelmäßiger Einzahlung für einen bestimmten Investmentfonds getätigt. Anteilsscheine eines Fonds können so z.B. über eine Fondsgesellschaft erworben werden. Zusätzlich dazu muss ein Fondsdepot eröffnet und der Fondssparplan individuell eingerichtet werden- Meist geht das schnell und unkompliziert online über eine Partnerbank der Fondsgesellschaft.

Fondssparen mit hausInvest

Einfach und flexibel sparen - mit dem hausInvest Sparplan

Häufige Fragen, die mir zum Thema Fondssparen und Fondssparplan gestellt werden

Besonders Neu-Anleger haben vor Ihrer Investition viele Fragen, da sie nichts falsch machen wollen. Auf einige dieser Fragen möchte ich auch für Sie an dieser Stelle eingehen und Unklarheiten aus dem Weg räumen.

Viele fragen mich…

Nun ja, das kommt natürlich ganz auf die Art des Fonds an. Außerdem ist beispielsweise ein Aktienfonds nicht das gleiche wie eine Aktie. Aktien kaufen sollte Sie natürlich ausschließlich dann, wenn der Kurs nicht so gut steht, jedoch in absehbarer Zeit wieder steigen könnte. Umgekehrt sollte man in der Regel dann verkaufen, wenn der Kurs gerade gut steht und Sie mit einem Gewinn „aus der Sache rausgehen“. Bei Aktienfonds oder Offenen Immobilienfonds beispielsweise gestaltet es sich etwas anders. Es handelt sich ja um mehrere Aktien oder Immobilien, auf die Sie quasi gleichzeitig setzen.

Tipp 5: In diesem Fall sollten Sie sich eher vorher Gedanken machen, wann Sie die gewünschte zu erwirtschaftende Summe benötigen (z.B. zum 18. Geburtstag Ihres Kindes), wie lange der Anlagezeitraum dafür sein muss und beachten Sie die Kündigungsfristen. Bei den Fonds gilt, je länger Sie anlegen, desto höher der zu erwartende Gewinn. Versuchen Sie also so lange wie möglich nicht zu verkaufen beziehungsweise Ihr Geld abzuziehen.

Um zu kaufen und um in einen Fonds zu investieren – da lautet mein Motto – ist immer genau jetzt der richtige Zeitpunkt! Es gibt wie gesagt genug Möglichkeiten dies jederzeit nach Ihrer individuellen Finanzlage zu tun. Das Geld aber nicht für sich arbeiten zu lassen, ist immer ein Verlust.

Beim Fondssparen besteht die Möglichkeit einer staatlichen Förderung in Form einer sogenannten Arbeitnehmersparzulage. Die Arbeitnehmersparzulage erhalten Sie als Arbeitnehmer, wenn das zu versteuernde Einkommen die per Gesetz definierten Grenzen nicht überschreitet. Diese liegen beim Fondssparen derzeit bei 20.000 Euro für Alleinstehende und bei 40.000 Euro für Verheiratete. Die gesetzlichen Grenzen beziehen sich auf das zu versteuernde Einkommen aus dem Kalenderjahr, für das die staatliche Förderung beantragt wird. Erfüllen Sie als Arbeitnehmer die Voraussetzung bezüglich der Einkommensgrenzen, erhalten Sie vom Staat 20 % der von Ihnen in den Fondssparplan eingezahlten Summe als Förderung. Verheiratete können hier mit maximal 160 Euro und Alleinstehende mit maximal 80 Euro gefördert werden.

Hierfür müssen Sie zunächst einen Sparvertrag in Form eines Fondssparplans abschließen, der eine Mindestlaufzeit von sechs Jahren und eine direkt anschließende Ruhephase von einem weiteren Jahr besitzt. Anhand Ihrer Einkommenssteuererklärung erfolgt die Beantragung der Arbeitnehmersparzulage jährlich beim Finanzamt. Am Ende der Laufzeit von sieben Jahren erhalten Sie dann die Geldsumme der staatlichen Förderung. Dabei ist die Arbeitnehmersparzulage steuer- und sozialversicherungsfrei.

Ähnlich verhält es sich mit Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Zunächst muss ein Fondssparplan eingerichtet werden. Bitte beachten Sie, dass nicht alle Fonds  “VL-fähig” sind (Offene Immobilienfonds sind es beispielsweise nicht). Bei Verheirateten kann von beiden Ehepartnern ein Sparplan erstellt werden, wodurch diese die Vermögenswirksamen Leistungen doppelt erhalten können. Bei einem Sparplan kann es sich z.B. um einen Fondssparplan handeln. Der Erhalt von VL ist im Arbeits- beziehungsweise Tarifvertrag festgelegt. Der Arbeitgeber zahlt monatlich bis zu 40 Euro in einen Fondssparplan ein – zusätzlich zum Bruttogehalt. Zahlt der Arbeitgeber weniger also den Höchstbetrag von 40 Euro, kann der Differenzbetrag selbst eingezahlt werden, indem der Arbeitgeber diesen direkt vom Gehalt abzieht. Die Einzahlung erfolgt wie gesagt sechs Jahre lang, im siebten Jahr ruht der Sparplan. Danach steht das Vermögen zur freien Verfügung.

Vermögenswirksame Leistungen

Tipp 6: Ich rate ja immer dazu, einen Teil in Offene Immobilienfonds anzulegen, da ich von diesem Produkt aufgrund meiner jahrelangen Erfahrung einfach überzeugt bin. Nicht ohne Grund gelten sie als besonders risikoarm und sind damit auch für Neu-Anleger und Unerfahrene besser als riskantere Aktienfonds geeignet. 

Allerdings kommt es wie bereits erwähnt immer auf Sie individuell an. Auf Ihr Anlageziel, Ihre Risikobereitschaft, Ihr Anlagebudget und wie lange Sie anlegen möchten (Anlagehorizont). Meistens macht es Sinn, nicht alle Eier in einen Korb zu legen und sich für einen Anlagemix zu entscheiden.

Was ein Fonds kostet ist pauschal schwer zu sagen. Der Preis für einen bestimmten Fondsanteil kann bei börsengehandelten Wertpapieren täglich schwanken. Bei Offenen Immobilienfonds geht es stabiler zu, da der Wert nicht von irgendeinem Kurs abhängt, sondern von einem unabhängigen Gutachter gestellt wird. Zunächst einmal kommt es also darauf an, um welche Art Investmentfonds es sich überhaupt handelt und welche Kosten Anteilsbesitzer zusätzlich zu tragen haben. Da gibt es z.B. die Verwaltungskosten. Wichtig ist, was nach dem Abzug an Rendite übrig bleibt. Des Weiteren können Vertriebskosten, ein Ausgabeaufschlag und die Bestandsprovision zu Buchen schlagen. Beachten Sie last but not least die Kosten für das Depot, die von Anbieter zu Anbieter variieren können.

Tipp 7: Einen Richtwert geben kann Ihnen der sogenannte Total Expense Ratio (TER). Dieser muss für jeden Fonds öffentlich einzusehen sein. Zu dessen Ermittlung werden alle Kosten, die innerhalb eines Jahres anfallen, ins Verhältnis zum durchschnittlichen Fondsvolumen gesetzt.

Investieren tun Sie per Fondssparplan aber ohnehin nur die von Ihnen festgelegte Summe. Ganz gleich, was der TER besagt. Diese Entscheidung liegt nur bei Ihnen.

Setzen Sie auf einen seriösen Anbieter, der auch in den letzten Jahren nachweislich erfolgreich agierte. Im besten Fall ist der Anbieter zertifiziert durch eine Rating Agentur wie Scope. Vergleichen Sie Anbieter und Depotbanken, z.B. was einen möglichen Ausgabeaufschlag oder die Höhe der zusätzlich anfallenden Depotkosten angeht. 

Nehmen Sie auch einen Fondssparplan-Vergleich vor, z.B. über Stiftung Warentest. Überlegen Sie vorab, ob Sie einen thesaurierenden oder ausschüttenden Fonds möchten. Bei einem ausschüttenden Fonds werden die Dividenden unmittelbar ausgezahlt. Um vom Zinseszinseffekt zu profitieren, müssen Sie diese reinvestieren - so oft Sie eben möchten. Bei thesaurierenden Fonds geschieht das automatisch. 

Achten Sie zu guter Letzt darauf, die Gewinne richtig zu versteuern. Hier kommt jedoch ein Freibetrag für Sie ins Spiel, der Ihre Erträge vor der sogenannten Abgeltungssteuer zum Teil schützt.

Für Alleinstehende: jährlicher Freibetrag = 801 Euro
Für Ehepaare: jährlicher Freibetrag = 1.602 Euro

Der Freistellungsauftrag muss rechtzeitig bei der depotführenden Bank bzw. dem Anbieter angemeldet werden. Übrigens: Riester-Fondssparpläne unterliegen nicht der Abgeltungssteuer.

Tipp 8: Fondssparpläne können im Laufe der Zeit auch mit anderen kombiniert oder um eine einmalige Geldanlage aufgestockt werden. So holen Sie – wenn die Finanzlage es zu einem späteren Zeitpunkt einmal hergibt – das Maximum für sich heraus.

Vorteile und Risiken eines Fondssparplans auf einen Blick

Kriterien Vorteile Zu beachten
Anlagehorizont / Laufzeiten Vermögensaufbau auch mit kleinen Beiträgen durch mittel- bis langfristigen Anlagezeitraum. Nichts für kurzfristige Anlagen.
Einstieg Der Einstieg ist jederzeit möglich. /
Rendite Im Gegensatz zum Sparbuch gibt es hier in Aussicht gestellte Renditen, welche die Inflation übersteigen. Rendite birgt auch immer ein gewisses Risiko. Allerdings ist dieses bei langen Laufzeiten per Fondssparplan bei einigen Fonds überschaubar.
Flexibilität Sparraten können bei den meisten Fonds jederzeit erhöht, um eine einmalige Geldanlage ergänzt oder zeitweise pausiert werden. Halte- und Kündigungsfristen müssen berücksichtigt werden, dienen jedoch dem Schutz aller Anleger.
Sicherheit Gesetzlicher Schutz durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) /
Risiko Zeitliche Risikostreuung: Ausgleich von Kursschwankungen durch langen Anlagehorizont. Restwährungsrisiko und z.B. bei Offenen Immobilienfonds Aussetzen des Fonds auf Grund mangelnder Liquidität zumindest möglich.
Service Komfortable Online-Depots bei vielen Anbietern: Via Online-Antrag Depot eröffnen und Sparplan anlegen. Es ist wichtig, einen zuverlässigen Anbieter zu finden, am besten zertifiziert durch eine Rating Agentur mit mindestens A+.
Transparenz Im Vergleich zu z.B. Versicherungsprodukten müssen Fonds transparenter sein, u.a. was die Kosten und Performance angehen. /
Mein Fazit

Fondssparen?

In Zeiten einer Niedrigzinsphase empfiehlt es sich, nicht benötigtes Einkommen rentabel anzulegen, statt es auf einem Sparbuch zu deponieren. Warum sollte man sich auch bei überschaubarem Risiko die Renditechancen entgehen lassen?

Ein Fondssparplan sollte sich zumindest als Beimischung in jedem gut strukturierten Depot wiederfinden. Sie können übrigens auch auf mehrere Fondssparpläne setzen oder einen Sparplan mit einer Einmalanlage kombinieren. Das ist ja das Schöne, Sie können ganz nach Ihren individuellen Bedürfnissen und Zielen anlegen und Ihr hart Verdientes vor der Inflation in Sicherheit bringen.

Sie möchten mehr erfahren? Weitere Tipps und Wissenswertes über Fonds und Fondssparpläne lesen Sie in meinen folgenden Beiträgen.

Bildquellen dieser Seite: G-Stock Studio/www.shutterstock.com

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Zuletzt aktualisiert am
11. März 2020

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