Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Geld sinnvoll anlegen Finden Sie die Geldanlage, die sich für Sie rentiert

7 Minuten Lesezeit

Angesichts einer Flut an Anlagemöglichkeiten ist es manchmal nicht einfach zu erkennen, welche Geldanlage wirklich sinnvoll ist. Ich erfahre immer wieder, dass Anlageinteressenten und Neulinge am Kapitalmarkt ganz typische Fragen stellen:

  • Was bedeutet sinnvoll bei einer Geldanlage überhaupt?
  • Welche Geldanlage rentiert sich für mich?
  • Welches Anlageprodukt hilft dabei, mein Vermögen nachhaltig zu vermehren?

Solche Fragen sind auch wichtig. Denn Geld sinnvoll anlegen ist ein rationales Unterfangen. Ein kühler Kopf und einige Vorüberlegungen gehören unbedingt dazu. Daher möchte ich Ihnen mit diesem Fachbeitrag helfen, Antworten beziehungsweise die richtige Geldanlage zu finden. Gleichzeitig möchte ich Sie darin bestärken, Ihr Geld überhaupt anzulegen und es nicht „unter der Matratze“ zu horten. Denn dort wird sein Wert von der Inflation aufgefressen.

In 5 Schritten zu einer Geldanlage, die sich für Sie rentiert
Zuerst geht es um Sie. Denn es ist vor allem Ihre Lebenssituation, die entscheidet, wie Sie Ihr Geld sinnvoll investieren können. Erst im 4. und 5. Abschnitt schauen wir uns gemeinsam konkrete Anlagemöglichkeiten an.

Geld sinnvoll anlegen: Mit diesen 5 Fragen führe ich Sie zum Ziel

  1. Was bin ich für ein Anlegertyp?
    Brauche ich maximale Sicherheit oder kann ich für gute Gewinnchancen auch gewisse Risiken in Kauf nehmen?
  2. Welche Anlageziele habe ich?
    Wann und wofür brauche ich das Geld?
  3. Wie sieht meine finanzielle Ausgangslage aus?
    Wie viel Geld kann ich einsetzen? Wie lange kann ich auf bestimmte Summen verzichten?
  4. Welche Anlageformen kommen in Frage?
    Kann ich nicht auch beim Sparbuch bleiben? Was gibt es außer Aktien?
  5. Wie setze ich meine Geldanlage sinnvoll zusammen?
    Welche Art Portfolio passt zu mir?

1. Geld sinnvoll anlegen – genau für Ihren Typ

Manchmal sind meine Gesprächspartner sehr überrascht, wenn sie mich nach der besten Geldanlage für sich fragen und ich antworte: „Das ist wie beim Schuhe-Kaufen – sie muss Ihnen passen!" Natürlich gibt es auch eine Reihe sachlicher und funktionaler Aspekte, auf die ich später zu sprechen komme. Doch in erster Linie muss Ihre Geldanlage zu Ihrer Anlegermentalität passen! Einem klassischen Sparer ist nicht geholfen, wenn er keine Nacht mehr ruhig schlafen kann, weil sein Aktienpaket Achterbahn fährt. Umgekehrt hat ein spekulativ engagierter Mensch keine Freude an einem stabilen, aber jahrelang fast unbeweglichen Anleihenkurs. 

In drei Portraits stelle ich Ihnen daher zunächst die wichtigsten Anlegertypen vor: Wo finden Sie sich wieder?

Klassischer Sparer

Eine Anlageform komplett ohne Risiko gibt es nicht. Das sollte Ihnen klar sein. Viele würden am liebsten ihr Geld unter der Matratze horten und unabhängig von Banken und Börsenkursen sparen. Wenn auch Ihnen Fonds, Aktien und Co. nicht geheuer sind, dann macht z. B. das herkömmliche Sparbuch Sinn. Ein Tagesgeldkonto ähnelt dem Sparbuch, jedoch liegen die Zinsen hier noch ein wenig höher. Zumindest konnte man das in der Vergangenheit so sagen. Heutzutage in Niedrigzinszeiten erhalten Sie mit diesen Anlageformen praktisch nichts, das Ersparte schmilzt wie ein Eisblock dahin. Daher empfiehlt sich auch für den klassischen Sparer, Offene Immobilienfonds zumindest in Betracht zu ziehen und sich vielleicht mit einem kleinen Sparplan ab 50 Euro pro Monat zu nähern.

Konservativer und umsichtiger Anleger

Diese Anleger sind selbstsicherer und interessieren sich für Produkte mit verhältnismäßig überschaubarem Risiko. Sie möchten das Heft in die Hand nehmen und den Werterhalt ihres Geldes sichern, können aber auf Nervenflattern bei schwankenden Börsenkursen gut und gerne verzichten. Für den gesunden Mittelweg sind Offene Immobilienfonds und andere Produkte der Stufe 3 aus dem Terrassenmodell, z. B. Rentenfonds oder Staatsanleihen, geeignet. Häufig schifft dieser Anlegertyp einen vier- bis fünfstelligen Betrag vom Sparbuch in Geldanlagen mit Rendite um. Manchmal bietet sich auch die Kombination einmaliger Geldanlage und Sparplan an.

Spekulativer Typ

Der spekulative Typ hat meist seine Strategie gefunden. Sein Portfolio enthält an die 20 % Anlagen in Immobilien und andere risikoarme Anlagen zur Balance. Hier legt er das Vermögen zur Seite, was er mittel-bis langfristig für einen bestimmten Zweck benötigt. So kann er sich riskanteren Produkten widmen, mit denen er die Rendite maximieren will.

2. So kommt der Sinn in Ihre Geldanlage – die Ziele

Warum der Schuh passen muss, habe ich Ihnen im ersten Abschnitt erläutert. Im nächsten Schritt geht es nun um Ihre Ziele beziehungsweise den Verwendungszweck: Was heißt es für Sie, Geld „sinnvoll" anzulegen? Wollen Sie in eine langfristige Rücklage investieren? Haben Sie konkrete Pläne, für die Sie in absehbarer Zeit eine gewisse Summe brauchen? Oder soll für den nächsten Urlaub einfach ein extra Taschengeld auf dem Konto sein?

Als weitere Anregung hier die beliebtesten Anlageziele der Deutschen laut einer Umfrage des Verbands der Privaten Bausparkassen 2020:

An die Altersvorsorge denken

56% der Bundesbürger sparen für später. So soll auch nach Renteneintritt ein finanziell sorgenfreies Leben möglich sein. Die Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung, beispielsweise durch die eigenen Kinder, soll so verhindert werden.

Rücklagen bilden

52% der Deutschen möchten ein finanzielles Polster für größere Anschaffungen wie ein Auto oder haben. Im Falle einer kaputten Waschmaschine oder einer Rechnungsnachzahlung kann auf diese finanziellen Rücklagen zurückgegriffen werden.

Wohneigentum

44% aller Bundesbürger sparen für Wohneigentum - für den Erwerb oder für nötige Renovierungsarbeiten. Immobilien stehen hoch im Kurs: fast jeder 2. spart somit für die eigenen 4 Wände.

Mittel- und langfristiger Vermögensaufbau

29% legen einen Teil ihres Geldes als reine Kapitalanlage für spätere Investitionen zurück. Die über die Jahre angesparte Summe kann somit in ein größeres Projekt investiert werden.

Notgroschen

6% sparen, dass Sie einen Notgroschen haben bzw. etwas auf Reserve haben, wenn etwas unerwartetes passiert.

Sparen für die Kinder

4% aller Bundesbürger sparen für ihre Kinder. Von dem Ersparten soll beispielsweise deren spätere Ausbildung finanziert werden können. Aber auch in finanziellen Notsituationen kann den eigenen Kindern so unter die Arme gegriffen werden.

Ganz allgemein lassen sich Anlageziele und -zeiträume in vier Gruppen einteilen. Die Ziele beschreiben, was Sie mit Ihrem Geld vorhaben. Der Zeitraum zeigt, auf welche Dauer die Anlage ausgerichtet sein sollte:

Machen Sie sich last but not least über Ihr Anlageziel Gedanken.

Anlageziel Anlagezeitraum* Geldanlage
Alltagskosten decken Kurzfristige Anlage Girokonto

Alltagskosten decken und Reserven bilden, baldige Anschaffungen

Kurz- bis mittelfristige Anlage z.B. Tagesgeldkonto

Planbarer Vermögensaufbau - z.B. Sparen für die Kinder oder für's Alter

Mittel- bis langfristige Anlage z.B. Rentenfonds, Offene Immobilienfonds
Gewinnmaximierung Langfristige und spekulative Anlage z.B. Aktienfonds, ETFs

*Anlagedauer: bis zu fünf Jahre = kurzfristig; bis zu zehn Jahre = mittelfristig; mehr als zehn Jahre = langfristig

Damit Sie eine Einschätzung bekommen, das sind die häufigsten Anlageziele der Deutschen:

3. Geld sinnvoll anlegen – aber nur, was da ist

Ihre Geldanlage sollten Sie sich zuallererst auch leisten können. Teilen Sie ihre Anlagen so ein, dass Sie nicht beim ersten Engpass sofort verkaufen müssen, um freie Mittel zu erhalten. Wenn dann Zusatzkosten fällig werden oder gar der Wertpapierkurs ungünstig steht, kann das leicht zu schmerzlichen Verlusten führen.

1. Laufender Zahlungsverkehr

Finanzsituation: Das Monatseinkommen deckt die Kosten

Mögliche Anlageform: Girokonto

2. Reserve für Notfälle

Finanzsituation: Zusätzl. 2 - 3 Monatseinkommen als Reserve, z. B. für unplanmäßige Reparaturen

Mögliche Anlageform: Tagesgeldkonto

3. Mittel- bis langfristig

Finanzsituation: Alles, was die Punkte bzw. Schritte 1 und 2 überschreitet (Sparen und anlegen bereits ab einem zweistelligen Betrag möglich)

Mögliche Anlageform: Rentenfonds, Offene Immobilienfonds

4. Langfristig & spekulativ

Finanzsituation: Alles, nach Punkt 1 - 3 / Summen, deren Verlust im Worst Case verkraftet werden können

Mögliche Anlageform: Aktienfonds, ETFs, Aktien, Geschlossener Immobilienfonds

Das Bausteinmodell zeigt exemplarisch, wie Sie Ihr Geld sinnvoll anlegen könnten. Dabei gehe ich davon aus, dass Ihr Einkommen die laufenden Kosten deckt (Baustein 1), etwa für Miete, Essen, Kleidung, Versicherungen usw. Baustein 2 enthält finanzielle Reserven für kleinere Anschaffungen oder unvorhergesehene Reparaturen. Denken Sie auch an Ausgaben für Kinder, Kredite oder Auto bzw. ÖPNV. Erst danach ist es sinnvoll, den Vermögensaufbau anzugehen. Beim Sparen und Anlegen sollten Sie zunächst in solide, risikoarme Geldanlagen investieren – besonders z. B. für die Altersvorsorge oder eine Geldanlage für die Zukunft der Kinder geht (Baustein 3). 

Wenn es Ihre finanzielle Situation zulässt, sind im Baustein 4 schließlich Geldanlagen mit höherem Risiko möglich. Überlegen Sie auch hier genau, wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten bzw. wie lange Sie es entbehren können. Im Allgemeinen sollten Sie für Baustein 4 nur Kapital einsetzen, das Sie langfristig unangetastet lassen können. Nur so können Sie z. B. eine Kursflaute "aussitzen" oder in Anlagen investieren, die eine lange Kapitalbindung brauchen.

4. Die gängigsten Anlageformen für private Anleger

Wer sein Geld sinnvoll anlegen möchte, sollte natürlich nicht nur die eigene Ausgangslage kennen, sondern auch die möglichen Anlageformen einschätzen können. Von einigen haben Sie sicher schon gehört. Andere erscheinen immer mal wieder in verschiedener Darstellungsform, doch oft ohne Zusammenhang. Daher habe ich für Sie im Folgenden die gängigsten Anlageformen zusammengefasst und zeige Ihnen auch jeweils, wann beziehungsweise für wen sie sich eignen.

4.1  Klassische Sparprodukte

Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht an der Börse gehandelt werden und somit nicht plötzlich durch Kursschwankungen an Wert verlieren. Auch bieten sie bis zu einer gewissen Höhe einen gesetzlichen Einlagenschutz. Damit eignen sie sich vor allem für besonders sicherheitsbewusste Anleger, sofern man in Zeiten minimaler und Nullzinsen von einer Eignung sprechen kann. Denn überall, wo der Zins niedriger ausfällt als die Inflationsrate, bedeutet Sparen einen realen Wertverlust. Wer heute 1.000 Euro auf dem Konto hat, bekommt dafür zum Beispiel bei null Prozent Zinsen und einer mäßigen Inflation von 1,5 Prozent in 10 Jahren nur noch den Gegenwert ca. 860 Euro. Doch schauen wir uns die Sparprodukte im Einzelnen an:

Das Sparbuch – der Klassiker schlechthin

Auch heute verfügt ein Großteil der Deutschen immer noch über ein klassisches Sparbuch. Für viele wird es bereits zur Geburt oder in Kindheitstagen angelegt und über Jahre hinweg weitergeführt. Nicht selten ist es auch eine Art Geschenk, z.B. zur Kommunion und Konfirmation. Kinder haben große Freude an den Weltspartagen, bei denen es immer noch ein kleines Geschenk von der Hausbank gibt. Allerdings liegt der Zinssatz meist sehr niedrig, da er sich am Leitzins der EZB orientiert. Dieser liegt nun schon seit 2016 bei null Prozent. Das schöne Spargeld verliert also ständig an Wert, selbst wenn der Kontostand derselbe bleibt. 

Wann für wen geeignet?

Das Sparbuch als „eiserne Reserve" für den Notfall ist für besonders vorsichtige Sparer gewiss ein Trost – leider aber auch nicht mehr. Größere Summen stehen auf Grund der Kündigungsfristen ohnehin nicht sofort zur Verfügung. Selbst für Kinder gibt es heute modernere und chancenreichere Anlageformen, um die Tugend des Sparens kennenzulernen wie zum Beispiel ein Junior Depot  mit Sparplan.

Das Tagesgeldkonto – die moderne Version des Sparbuchs

Ein Tagesgeldkonto ist ähnlich wie ein Sparbuch: Die Sparleistung kann individuell erbracht werden. Allerdings ist es sehr viel flexibler und die Verzinsung liegt ein klein wenig höher. Das Tagesgeldkonto schreibt keine feste Laufzeit vor, das Kapital ist nicht fest gebunden und Sie können jederzeit darauf zugreifen. Bitte beachten Sie jedoch, dass auch die Verzinsung nicht festgeschrieben ist. Das heißt, sie kann schwanken und sich täglich zum Guten und zum Schlechten verändern. Zudem darf eine bestimmte Guthaben-Mindesthöhe nicht unterschritten werden.

Wann für wen geeignet?

Tagesgeldkonten werden heute oft als Geldparkplatz bezeichnet. Wenn Sie also eine gewisse Geldsumme übertragen möchten, dies jedoch aus bestimmten Gründen nicht direkt ausführen können oder wollen, ist Ihr Geld hier für kurze Zeit sicher „zwischengelagert". Für erfahrenere Anleger kann dies eine Hilfe sein, um zum Beispiel kurzzeitige Kursschwankungen abzuwarten oder eine Exit-Strategie zu unterstützen, d.h. um am Ende der Laufzeit schrittweise aus einer größeren Investition auszusteigen und so das Verlustrisiko zu minimieren.

Das Festgeldkonto – für lange Bindungen

Bei einem Festgeldkonto wird eine bestimmte Summe für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt. Höhe und Länge der Anlage bestimmen Sie. Der Nachteil: Innerhalb dieser Zeit können Sie nicht darauf zurückgreifen. Je länger das Geld jedoch angelegt wird (bis zu 10 Jahre), umso höher ist am Ende der Ertrag. Dieser liegt dann in jedem Fall höher als beim Tagesgeldkonto.

Wann für wen geeignet?

Einzelne Institute vor allem außerhalb des Euro-Raums bieten auch heute noch auf Festgeld einen Zins, der zumindest einen Inflationsausgleich schafft. Hier wiederum besteht allerdings das Risiko von Wechselkursschwankungen. Für sehr vorsichtige Sparer sind Festgeldkonten immerhin eine Option – sofern Sie über genügend andere Mittel verfügen, auf die Sie in einem Notfall schnell und verlustlos zugreifen können.

Der Bausparvertrag – beliebt, aber nicht immer lohnenswert

Ein Bausparvertrag ist immer noch bei Anlegern sehr gefragt. Er kann sowohl zum späteren Bau einer Immobilie jeglicher Art als auch einfach zum Anlegen und Sparen genutzt werden. Was Sie am Ende mit dem Geld machen, bleibt Ihnen überlassen. Das ist besonders gut, sollten Sie Ihre Pläne bezüglich Hausbau und Co. im Laufe der Zeit einmal ändern. Allerdings sind die Zinsen auf neu abgeschlossene Verträge zurzeit so niedrig, dass sie sich kaum noch als reine Geldanlage eignen. Zudem ist Ihre Liquidität begrenzt: Bausparverträge haben feste Laufzeiten. Vor Ablauf können sie zwar beliehen werden, doch eine regelrechte Kündigung ist mit hohen Kosten verbunden.

Wann für wen geeignet?

Bausparen lohnt sich in erster Linie, wenn Sie tatsächlich mittel- bis langfristig bauen oder ein Haus modernisieren wollen und so auch die damit verbundene staatliche Förderung in Anspruch nehmen. Das Kapital wird dabei auch als Absicherung gegen ein Wiederanziehen der Kreditzinsen eingesetzt. Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhalten oder als Familie mit mehreren Kindern einen Riestervertrag abgeschlossen haben, kann ein Bausparvertrag ebenfalls nützlich sein. Als reines Investment lohnt er sich heute nicht mehr.

4.2 Börsengehandelte Wertpapiere

Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden, erfreuen sich immer stärkerer Beliebtheit, seit die EZB mit ihrer Zinspolitik dem herkömmlichen Sparen praktisch den Sinn genommen hat. Attraktiv sind sie auch für viele, da sie sich problemlos wieder verkaufen lassen und damit einer gewünschten Liquidität nicht im Wege stehen. Wer genügend Geduld und Nerven hat, Kursschwankungen zu ertragen bzw. abzuwarten, bis sich nach einem Einbruch alles wieder ins Plus dreht, kann hier – vor allem langfristig – durchaus gute Renditen erwarten. Die Zahl der börsengehandelten Wertpapierarten ist hoch. Viele davon wie z. B. Optionsscheine möchte ich keinem Privatanleger empfehlen, der nicht umfassende Vorkenntnisse mitbringt und auf Profiniveau zu investieren versteht. Doch keine Sorge – auch „Normalsterbliche" finden genügend Auswahl sowohl im risikoarmen wie auch im spekulativeren Segment.

Investmentfonds und ETFs – nehmen Sie Anteil

Laut Wikipedia ist ein Investmentfonds „ein Fonds zur Geld- und Kapitalanlage. Bei Investitionen in einen Investmentfonds profitiert jeder einzelne Anleger von den Vorteilen des Handelns als Gruppe.“ Es werden also Gelder gebündelt und gleichzeitig wird das Risiko verteilt. Vor allem in den Anlagen selbst gibt es eine riesige Vielfalt: Aktienfonds, Rentenfonds, Mischfonds und viele mehr. ETFs stehen dabei für Exchange Traded Funds. Es handelt sich um Fonds, die die Entwicklung eines Index wie z.B. des Deutschen Aktien Index DAX nachbilden. Es gibt keinen Fondsmanager, den es zu bezahlen gilt. Bereits ab 100 Euro kann in ETFs investiert werden. Fonds sind nicht frei von Kursschwankungen, doch durch die breite Investmentbasis ist das Risiko echter Verluste überschaubar.

Wann für wen geeignet?

Wenn Sie attraktive Renditechancen nutzen möchten und ein kleineres Risiko nicht scheuen, sind Sie mit Investmentfonds gut bedient. Je nach Ihrer Risikoneigung haben Sie die Wahl von stabilen Fonds europäischer Standardwerte bis zu spekulativeren Fonds mit Investment in Schwellenländern. Noch etwas mehr „Ruhe" finden Sie bei Mischfonds mit stabilisierenden Anteilen. Für konservative bis umsichtige Anleger bieten Fonds jedenfalls eine gute Grundlage – sei es als ausschließliches Investment, sei es als Kern, den Sie durch einige chancenreichere, aber auch entsprechend riskantere Anlagen ergänzen.

Anleihen – alles auf Pump

Durch Anleihen (auch Renten genannt) leihen sich bestimmte Unternehmen oder der Staat Geld von Ihnen und Sie bekommen dafür Zinsen. Bestimmt ist Ihnen der Begriff „Staatsanleihen“ bekannt. Da das Risiko, dass z.B. die Bundesrepublik pleite geht und die Schulden nicht zurückzahlen könnte, nicht besonders hoch ist, gilt diese Anlageform als wenig risikoreich – allerdings auch mit sehr geringer Rendite. Darum werden Staatsanleihen kaum noch nachgefragt; als aussichtsreicher gelten oft noch Anleihen von europäischen Unternehmen mit guter Bonität.

Wann für wen geeignet?

Anleihen sind ein Klassiker für Anleger, die den Kapitalmarkt schätzen, sich hier auch schon ein wenig auskennen, und risikoarm investieren möchten. Ein reines Anleihen-Portfolio wird nicht viel abwerfen, ist jedoch für einen vorsichtigen Sparer vielleicht ein guter erster Schritt, sich mit dem Kapitalmarkt anzufreunden. Als wachstumsorientierter bis spekulativer Anleger werden Sie vielleicht einige Anleihen als Gegengewicht zu einem stärker renditeorientierten Element in Ihr Portfolio aufnehmen.

Aktien – nichts für Greenhorns

Mit Aktien erhalten Sie einfach gesagt Anteile an Unternehmen. Ist das Unternehmen erfolgreich und steigt der Wert, steigt auch der Wert Ihrer Aktien – und umgekehrt. Diese Wertsteigerung entsteht an der Börse: Wenn viele Anleger die Aktien kaufen wollen, steigt der Preis. Es ist also die Meinung der Marktteilnehmer, die über den Wert Ihrer Anlage entscheidet. Ist diese Meinung schlecht, kann der Börsenwert unter den Buchwert sinken. Das heißt: Alle Aktien des Unternehmens kosten weniger als das Unternehmen an Werten (Immobilien, Produktionsanlagen, Guthaben) in den Büchern stehen hat. Kompliziert? Ja, kann sein, ist aber so. Genau deswegen ist eine Investition in Aktien eine Sache, die man mit Fachleuten besprechen sollte. Neben den Kursgewinnen gibt es zwar am Ende des Geschäftsjahres bei gutem Verlauf Dividenden für Anleger (eine Art Erfolgsbeteiligung); eine Erfolgsgarantie gibt es allerdings nicht. 

Wann für wen geeignet?

Aktien sind dafür bekannt, mit die besten Renditen zu erbringen. Allerdings kann es auch genauso rasant in den Keller gehen. Sie sollten in jedem Fall ein gutes Nervenkostüm, weitreichende Kenntnisse um Hebelwirkungen etc. sowie ausreichend Kapital mitbringen, das Sie bei einem möglichen Verlust auch verschmerzen könnten, zumindest aber, um eine längere Schwächeperiode notfalls aussitzen zu können. Rational betrachtet, sind Aktien eine sinnvolle Geldanlage als „Renditerückgrat" für langfristig geplante Investments oder für spekulative Anleger mit viel Erfahrung und dem Gespür für den richtigen Moment des Kaufens oder Verkaufens.

4.3 Alternative Anlageformen

Der Begriff „alternativer Anlagen" ist nicht eindeutig festgelegt und wird von verschiedenen Anbietern und auch Fachjournalisten für sehr unterschiedliche Anlageformen verwendet. Gemeinsam ist ihnen, dass sie nicht an der Börse gehandelt werden und auch sonst kaum einheitliche Merkmale aufweisen. An dieser Stelle möchte ich Ihnen eine kleine Auswahl derjenigen vorstellen, die aktuell oft in den Medien genannt und diskutiert werden:

  • Kryptowährung – die inoffizielle Währung: Bei Kryptowährungen handelt es sich um unterschiedliche digitale Zahlungsmittel. Die wahrscheinlich prominenteste Kryptowährung stellen Bitcoins dar. Der Einstieg in die Nutzung von Bitcoins gestaltet sich relativ leicht. Sobald Sie eine Bitcoin-Adresse angelegt haben, können Sie Transaktionen durchführen und somit Geld versenden oder erhalten. Die Basis bildet dabei die sogenannte Blockchain, die als öffentliches Buchungssystem fungiert. Hier werden alle Transaktionen abgewickelt und vermerkt. Durch den Begriff Kryptowährung sollten Sie sich jedoch nicht in die Irre führen lassen, denn Bitcoins stellen keine offizielle Währung dar. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Sie verpflichtet sind, Steuern (Einkommens-, Umsatz-, Lohn- oder Kapitalertragssteuern) auf diese zu zahlen. Da der Preis eines Bitcoins von jetzt auf gleich fallen oder steigen kann, handelt es sich um eine Anlageform mit relativ hohem Risiko.
  • Crowdfundings – gemeinsam stark: Bei Crowdfunding haben Sie die Möglichkeit, zu der Finanzierung eines bestimmten Projektes beizutragen. Gründer, die Kapital für den Start ihres Projektes benötigen, präsentieren ihre Idee meist über Plattformen im Internet. Als Teil der Crowd, also der Personengruppe im Internet, können Sie Eigenkapital in ein Projekt investieren, das Sie persönlich überzeugt. Die Summe, die Sie dabei einbringen, kann variieren und ist von dem jeweiligen Projekt abhängig. Als stiller Teilhaber können Sie anschließend von verschiedenen Gegenleistungen profitieren – auch diese unterscheiden sich von Projekt zu Projekt. Hier können Sie Glück oder Pech haben. Eine direkte finanzielle Gegenleistung ist allerdings eher unüblich. Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine Anlageform mit hohem Risiko. Es kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Dies muss Anlegern dieser Geldanlage bewusst sein.
  • Genossenschaftsanteile – gemeinschaftlich investieren: Bei einer Genossenschaft schließen Sie sich einer Gemeinschaft an, die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Im Fokus steht dabei grundsätzlich der wirtschaftliche und soziale Vorteil der Mitglieder. Indem Sie Genossenschaftsanteile erwerben, werden Sie ein gleichberechtigtes Mitglied. Die Rechte und Pflichten sind dabei für alle Mitglieder der Genossenschaft gleich. Bei einem Kauf von Genossenschaftsanteilen werden diese verzinst, wobei Sie dieses Geld bei einem Verkauf Ihrer Anteile wieder zurückerhalten. Welches konkrete Ziel verfolgt wird, ist von der Art der Genossenschaft abhängig. So ermöglichen beispielsweise Wohnungsgenossenschaften ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum oder sogar ein Recht auf lebenslange Miete. Wie erfolgreich Ihre Anlage am Schluss ist, kommt aber immer darauf an, in was Sie innerhalb der Gemeinschaft investieren. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.
  • Impact Investments – der Umwelt zu liebe: Impact Investments fallen in das Spektrum der nachhaltigen Geldanlagen. „Impact“ bedeutet Wirkung und das ist bereits die Besonderheit: Sie können konkret bemessen, welchen Beitrag Ihre Anlage für die Umwelt leistet. Finanzielle Rendite wird mit gesellschaftlichem Nutzen vereint, weswegen diese Philosophie des Investierens immer beliebter wird. Das belegen auch die Zahlen. So wurde das Marktvolumen 2019 auf 2,9 Mrd. Euro geschätzt – 2012 waren es noch 24 Millionen Euro (Marktstudie Bertelsmann Stiftung 2020).

4.4 Anlagen in Sachwerte

Auch die Anlage in Sachwerte wie Kunst, Antiquitäten, Weine, Oldtimer oder eine Investition in Windkraft etc. kann sich rentieren. Die Entscheidung für einen dieser Sachwerte setzt jedoch meist eine gewisse Sachwertkenntnisse voraus. Oft bedarf es dabei der Einschätzung eines Experten, um den aktuellen sowie den zukünftigen Wert festlegen zu können. Und ganz gleich für welchen Sachwert Sie sich entscheiden: Alte Autos müssen gepflegt, Weine richtig gelagert werden etc., und nicht immer ist das Anlageobjekt die Mühe wert. Zudem fällt es manchmal gar nicht so leicht, sich von dem nostalgischen Oldtimer zu trennen, den man jahrelang gehegt und umsorgt hat. Eine Anlage in Sachwerte will also gut überlegt sein.

Wann für wen geeignet?

Im Grunde scheiden die oben genannten Sachwerte als reine Geldanlagen aus, da sie hohe Fachkenntnis und einen beträchtlichen Aufwand erfordern. Vom reinen Investmentstandpunkt aus betrachtet sind sie hochspekulativ. Neben einer oft unkalkulierbaren Wertentwicklung ist auch der Markt an sich begrenzt: Sie laufen das Risiko, dass Sie zwar einen hohen Gegenstand von hohem Wert besitzen, aber ums Verplatzen in angemessener Zeit keinen Käufer finden.

Immobilien – das Dach über Ihrem Geld

Immobilien zählen ebenfalls zu den Sachwerten. Sie können von Generation zu Generation weitergeben oder als reine Kapitalanlage genutzt werden. Auch in Krisenzeiten verfügt man damit über einen Sachwert jenseits des Geldwertes. Allerdings müssen hohe Summen für den Erwerb als alleiniger Eigentümer auf einmal aufgebracht oder eine Kreditfinanzierung eingegangen werden. Auch Rücklagen für Renovierung, Betrieb und Instandhaltung müssen eingeplant werden.

Wann für wen geeignet?

Soll die Immobilie nicht selbst genutzt werden, sondern als reine Geldanlage, brauchen Sie zunächst einen langen Atem: Zehn Jahre ist die Mindesthaltefrist, sonst fallen auf Gewinne hohe Steuern an. Doch auch dann ist Immobilieneigentum eine eher spekulative Form der Geldanlage. Am besten stehen Ihre Chancen, wenn Sie sich mehrere Einheiten leisten können, so dass das Mieterrisiko sich verteilt – und dies alles am besten an einem Standort mit langfristig stabiler Wertentwicklung.

Immobilienfonds – Chancen auf festem Boden

Immobilienfonds bieten eine Alternative zum Immobilieneigentum: Dem Prinzip nach bündeln auch sie das investierte Geld – doch nicht in Wertpapiere, die an der Börse gehandelt werden, sondern direkt in Sachwerte, d.h. Immobilien. Zu unterscheiden ist dabei, ob es sich um eine Offene oder eine Geschlossene Fondsanlage handelt. Bei Offenen Immobilienfonds beispielsweise investiert das Fondsmanagement das Kapital vieler Anleger in viele Immobilien. Die Anleger erwerben Anteilscheine, die sie jederzeit kaufen und nach einem Jahr Mindesthaltefrist auch wieder veräußern können. Sie gelten als risikoarm. Die Rendite liegt bei hausInvest derzeit z.B. bei 1,9 Prozent (Stand 30.09.2021).

Wann für wen geeignet?

Offene Immobilienfonds eignen sich durchaus bereits für vorsichtige bis konservative Anleger, die von den niedrigen Sparzinsen enttäuscht sind. Die Renditen sind hier stabil, das Risiko bei Fonds mit guter Bestandsverteilung gering. Geschlossene Immobilienfonds dagegen sind ein Thema für Anleger mit weiterreichenden Fachkenntnissen. Hier werden zwar mitunter recht ansehnliche Renditen erzielt, das Risiko ist jedoch ungleich höher als bei den Offenen Fonds.

Was ist ein Offener Immobilienfonds? Das erklärt Ihnen unser Experte Thomas Henrich in unserem neuen Video. Jetzt anschauen!

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4.5 Geld sinnvoll anlegen: gängige Anlageprodukte auf einen Blick

Hier die wichtigsten Anlageformen noch einmal im direkten Vergleich:

In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Anlageformen noch einmal übersichtlich im direkten Vergleich:

Anlage Zinsen / Rendite Risiko Flexibilität
Sparbuch Niedrige Verzinsung Sehr gering Kaum Flexibilität
Tagesgeldkonto Nicht festgeschriebene, geringe Verzinsung Gering Flexibel
Festgeldkonto Eher Fester, niedriger Zinssatz, garantierter Gewinn (je länger der Anlagezeitraum, desto höher), konstanter Wertzuwachs Gering Keine Flexibilität
Bausparvertrag Eher gering Gering Keine Flexibilität
Rentenfonds Eher gering Gering Flexibel z.B. bei einer Finanzierung per Sparplan
Offene Immobilienfonds Solide Gering Sehr flexibel z.B. bei Anlagen per Fondssparplan
Geschlossene Immobilienfonds Meist höher als bei Offenen Immobilienfonds Relativ hoch Unflexibel durch festgelegte Laufzeiten
ETFs Hohe Gewinne möglich Hoch Unflexibel weil Markt- und Börsen-abhängig
Anleihen Gering Gering Keine Flexibilität
Aktien Hohe Gewinne möglich Hoch - langfristiges Anlegen minimiert das Risiko ein wenig Unflexibel weil Markt- und Börsen-abhängig
Bitcoins Hoch Hoch Flexibel die Anlagesumme betreffend
Crowdfundings Unterschiedlich Ungewiss Flexibel die Anlagesumme betreffend
Genossenschafts­anteile Unterschiedlich Mittel Flexibel die Anlagesumme betreffend
Sachwerte Unterschiedlich Mittel Ganz gleich, ob Oldtimer, eine Antiquität oder ein Kunstgegenstand: weil abhängig von aktueller Nachfrage am Markt eher unflexibel

5. Geld sinnvoll anlegen heißt: nicht alle Eier in einen Korb!

Nun haben Sie sich überlegt, welcher Anlegertyp Sie sind. Welche Anlageziele Sie verfolgen könnten. Wie viel Anlagekapital Ihre Ausgangslage erlaubt. Und welche Anlageformen für Sie vielleicht in Frage kommen. Zum Schluss will ich Ihnen ein paar praktische Hinweise geben, wie Sie all diese verschiedenen Punkte am besten unter einen Hut bekommen.

Denn nicht immer gibt es nur die eine richtige Lösung. Oft macht es Sinn, auf mehr als nur auf eine Anlageform zu setzen. Unter Berücksichtigung der eigenen Finanzsituation, der Sparziele und der Risikobereitschaft bietet sich in vielen Fällen ein Anlagemix an. Finanzexperten empfehlen zum Beispiel immer wieder, einen Immobilienanteil zwischen 15 und 20 Prozent im Portfolio zu haben.

Wie also könnte eine typische Anlage gestaltet sein? 

Schauen wir uns dazu doch ein konkretes Beispiel an. Nehmen wir einen potenziellen Anleger:

  • Mittleres Alter
  • Festes Einkommen < 50.000 Euro jährlich
  • Verheiratet, zwei Kinder
  • Sparziele: Altersvorsorge, Vermögensaufbau, Rücklagen für die Kinder
  • Mittlere Risikobereitschaft

In diesem Fall scheint es die Finanzsituation zu erlauben, Kapital mittel- bis langfristig anzulegen und erst nach einigen Jahren wieder darauf zurück zu greifen. Auch wenn eine gewisse Risikobereitschaft durchaus vorhanden ist, spielt für jemanden in dieser Lebensphase meist der Gedanke an die Vorsorge die Hauptrolle. Es gilt also unterschiedliche Produkte zu finden, die darauf einzahlen und demnach das richtige Portfolio für einen Anlagemix zu finden. 

Drei Portfolio-Klassen zeigen Möglichkeiten

Man unterscheidet bei Portfolios nach der Höhe der Rendite und dem damit verbundenen Risiko des Geldverlustes. Dies führt uns zu drei typischen Portfolio-Klassen:

  • Das renditeorientierte Portfolio hat durchschnittlich die beste jährliche Renditenentwicklung. Es besteht zu einem Großteil aus Aktienfonds. Das angelegte Geld kann mit etwas Glück verfünffacht werden. Jedoch kann dies auch mit großen Wertschwankungen und einem hohen Verlustrisiko verbunden sein.
  • Dagegen zielt das ausgewogene Portfolio auf einen Inflationsausgleich und – mindestens – den Werterhalt des angelegten Geldes ab, selbst nach Finanzkrisen oder geplatzten Blasen. Im Vergleich zum renditeorientierten Portfolio fällt die Rendite geringer aus; dafür bleibt auch das Risiko überschaubar.
  • Eine durchschnittliche, solide Rendite liefert das sicherheitsorientierte Portfolio. Auch hier liegt die Rendite nicht so hoch wie beim renditeorientierten Portfolio, es gilt jedoch als besonders risikoarm.

Für den potenziellen Investor aus unserem Beispiel bietet sich also ein Mix aus unterschiedlichen Risikoklassen im Rahmen eines eher sicherheitsorientierten Portfolios an, das wiederum aus verschiedenen Produkten und Anbietern besteht. Etwa zwei Drittel der Gesamtsumme könnten auf Tagesgeld und Offene Immobilienfonds verteilt werden, um das Risiko möglichst gering zu halten. Der restliche Anteil der Gesamtsumme, also ca. ein Drittel, kann sich dagegen auf gut bewertete Anleihen und Aktienfonds aufteilen. Dieser Mix bringt eine gewisse Sicherheit mit, gleichzeitig besteht die Chance auf eine gute Rendite.

Ebenfalls hilfreich ist auch das folgende Modell zum Vermögensaufbau. Wo stehen Sie finanziell gesehen?

Das Vermögensmodell beschreibt wie Sie sehen, wie man sein finanzielles Leben sinnvoll, Schritt für Schritt organisiert. Sie können es sich wie Bauklötze aus Ihrer Kindheit vorstellen, die zusammen genommen ein großes Ganzes bilden.

Mit den ersten beiden Bauklötzen oder Bausteinen gilt es zunächst einmal die monatlichen Kosten rund um Miete, Versicherungen, Kosten für Essen und Kleidung usw. zu decken. Darüber hinaus sollten Sie finanzielle Reserven für unvorhergesehene Zahlungen wie Reparaturkosten bilden. Die Höhe dieser beiden Kostenstellen ist von vielen Dingen abhängig wie dem Einkommen, ob Sie Kredite abzuzahlen haben, ob Sie Kinder haben, ob Sie mit der Bahn fahren oder über die ein bis zwei obligatorischen Autos pro Haushalt verfügen etc. Jeder Bauklotz ist individuell zu betrachten.

Mit dem nächsten Baustein, also mit dem Geld, das darüber hinaus übrig bleibt, gilt es den Vermögensaufbau anzugehen. Beim Sparen und Anlegen sollte zunächst in solide, als risikoarm geltende Geldanlagen investiert werden - gerade wenn es z.B. um die Altersvorsorge oder eine Geldanlage für Kinder für später geht.

Wenn es die Finanzsituation zulässt, kann mit einem weiteren Baustein auch auf riskantere Geldanlagenmit höheren in Aussicht gestellten Renditen gesetzt werden - je nachdem, wie weit Sie bereit sind, ins Risiko zu gehen. Das ist Typsachen.

Überlegen Sie beim Blick auf Ihre Finanzsituation auch, wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten bzw. für wie lange Sie es entbehren können. Bei vielen Anlagen ist das Kapital über Jahre fest gebunden.

Mein Fazit

Geld sinnvoll anlegen: So kann es sich für Sie rentieren

Eines sollte nun klar geworden sein: Eine Geldanlage, die sich quasi „von alleine" rentiert, gibt es nicht – unabhängig von allen Fragen der Anlageform und Renditechancen. Für den einen rentiert es sich, Schritt für Schritt etwa mit einem Offenen Immobilienfonds-Sparplan ein Polster aufzubauen. Ein anderer mag die Dynamik der Märkte und kann es sich leisten, notfalls eine Weile zu warten, bis der Kurs seines Aktienpakets wieder ins Plus dreht. 

Was sich aber auf jeden Fall rentiert beim Geldanlegen, ist Ehrlichkeit sich selbst und den eigenen Möglichkeiten gegenüber: Beantworten Sie sich die Fragen in diesem Beitrag offen und selbstkritisch. Dann finden Sie auch einen guten Weg, Ihr Geld sinnvoll und rentierlich anzulegen.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen.

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Zuletzt aktualisiert am
22. April 2021

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