Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Geld sinnvoll anlegen Finden Sie die Geldanlage, die sich für Sie rentiert

Bei der Flut an Anlagemöglichkeiten und Werbeversprechen ist es manchmal gar nicht so einfach zu erkennen, welche Geldanlage für einen wirklich sinnvoll ist.

  • Was bedeutet sinnvoll in diesem Kontext überhaupt?
  • Welche Geldanlage rentiert sich für Sie und Ihre individuellen Anlageziele?
  • Welches Anlageprodukt hilft dabei, das Vermögen nachhaltig zu vermehren?

Fragen über Fragen, vor denen viele neue Anleger stehen.

Ich helfe Ihnen dabei Antworten bzw. die richtige Geldanlage für Sie zu finden. Ich möchte Sie dabei bestärken, Ihr Geld überhaupt anlegen zu wollen und es nicht „unter der Matratze“ zu horten. Sie würden ansonsten auch nur dabei zusehen, wie das hart Ersparte durch die Inflation dahingerafft wird. Wie es nun weiter geht, das finden wir im Folgenden gemeinsam heraus.

Definition, Vorteile & Risiken der zahlreichen Anlagemöglichkeiten

Zunächst einmal sollten Sie wissen, welche Anlagemöglichkeiten es überhaupt gibt, bevor Sie entscheiden können, welche für Sie Sinn macht. Man muss dabei unterscheiden zwischen klassischen Sparprodukten, Wertpapieren, Sachwerten und sonstigen Anlageformen.

1.  Klassische Anlagen

Das Sparbuch – der Klassiker schlechthin

Obwohl es sich kaum rentiert, verfügt ein Großteil der Deutschen immer noch über ein klassisches Sparbuch. Für viele wird es bereits zur Geburt oder in Kindheitstagen angelegt und über Jahre hinweg weitergeführt. Nicht selten ist es auch eine Art Geschenk, z.B. zur Kommunion und Konfirmation. Kinder haben große Freude an den Weltspartagen, bei denen es immer noch ein kleines Geschenk von der Hausbank gibt.
Allerdings liegt der Zinssatz meist sehr niedrig, da er sich am Leitzins der EZB orientiert. Dieser liegt nun schon seit 2016 bei null Prozent. Was viele nicht wissen ist, dass die Inflationsrate das Zinsniveau übersteigt. Das Resultat ist, dass das Gesparte an Wert verliert. 

Das Tagesgeldkonto – die moderne Version des Sparbuchs

Ein Tagesgeldkonto ist ähnlich wie ein Sparbuch, die Sparleistung kann individuell erbracht werden. Allerdings ist es sehr viel flexibler und die Verzinsung liegt in der Regel höher. Das Tagesgeldkonto schreibt keine feste Laufzeit vor, das Kapital ist nicht fest gebunden und Sie können jederzeit darauf zugreifen. Bitte beachten Sie jedoch, dass auch die Verzinsung nicht festgeschrieben ist. Das heißt, sie kann schwanken und sich täglich zum Guten und zum Schlechten verändern. Zudem darf eine bestimmte Guthaben-Mindesthöhe nicht unterschritten werden.

Das Festgeldkonto – für lange Bindungen

Bei einem Festgeldkonto wird eine bestimmte Summe für einen bestimmten Zeitraum fest angelegt. Höhe und Länge der Anlage bestimmen Sie. Der Nachteil: Innerhalb dieser Zeit können Sie nicht darauf zurückgreifen. Je länger das Geld jedoch angelegt wird (bis zu 10 Jahre), umso höher ist am Ende der Ertrag. Dieser liegt dann in jedem Fall höher als beim Tagesgeldkonto

Der Bausparvertrag – beliebt, aber nicht immer lohnenswert

Der Bausparvertrag ist bei Anlegern besonders gefragt. Er kann sowohl zum späteren Bau einer Immobilie jeglicher Art als auch einfach zum Anlegen und Sparen genutzt werden. Was Sie am Ende mit dem Geld machen, bleibt Ihnen überlassen. Das ist besonders gut, sollten Sie Ihre Pläne bezüglich Hausbau und Co. im Laufe der Zeit einmal ändern.
Wenn Sie von Ihrem Arbeitgeber vermögenswirksame Leistungen erhalten, ist der Bausparvertrag eine Option dieses Geld anzulegen. Dies lohnt sich jedoch nur bei hohen Guthabenzinsen.

Investmentfonds und ETFs – nehmen Sie Anteil

Wikipedia  beschreibt es so : „Ein Investmentfonds ist ein Fonds zur Geld- und Kapitalanlage. Bei Investitionen in einen Investmentfonds profitiert jeder einzelne Anleger von den Vorteilen des Handelns als Gruppe.“ Das ist so richtig wie allgemein gefasst. Wesentlich ist jedoch, worin der Investmentfonds das Geld anlegt. Hier gibt es viele Unterscheidungen: Rentenfonds, Mischfonds, Immobilienfonds und viele mehr. Zudem wird unterschieden, ob es sich um eine Offene oder eine Geschlossene Fondsanlage handelt. Bei Offenen Immobilienfonds beispielsweise investieren Fondsmanager das Kapital vieler Anleger in viele Immobilien. Die Anleger erwerben Anteilscheine, die sie jederzeit kaufen und veräußern können. Sie gelten als risikoarm. Die Rendite liegt bei hausInvest derzeit z.B. bei 2 Prozent (Stand 30.04.2019).

Mehr über Immobilienfonds finden Sie im folgenden Video sowie in meinem Ratgeberbeitrag.

Offene Immobilienfonds: Ein Muss in jedem Portfolio?

Jetzt lesen →

ETFs sind eine abgewandelte Form von Investmentfonds. ETF steht für Exchange Trades Funds. Es handelt sich also um börsengehandelte Fonds, die sozusagen die Entwicklung von z.B. dem Dax nachbilden. Es gibt keinen Fondsmanager, den es zu bezahlen gilt. Bereits ab 100 Euro kann in ETFs investiert werden. Aufgrund der Abhängigkeit von Markt-und Börsenkursen ist das Risiko höher als z.B. bei Offenen Immobilienfonds.

Anleihen – alles auf Pump

Bei Anleihen handelt es sich im Grunde um Wertpapiere. Bestimmte Unternehmen oder der Staat leiht sich Geld von Ihnen und dafür bekommen Sie Zinsen. Bestimmt ist Ihnen der Begriff „Staatsanleihen“ bekannt. Da das Risiko, dass z.B. die Bundesrepublik pleite geht und die Schulden nicht zurückzahlen könnte nicht besonders hoch ist, gilt diese Anlageform als wenig risikoreich. Wie bei allen sichereren Anlagen ist dafür aber auch die Rendite überschaubar. Daher werden Staatsanleihen immer weniger nachgefragt.

Aktien – nichts für Greenhorns

Mit Aktien erhalten Sie einfach gesagt Anteile an Unternehmen. Ist das Unternehmen erfolgreich und steigt der Wert, steigt auch der Wert Ihrer Aktien – und umgekehrt. Diese Wertsteigerung entsteht an der Börse, wenn viele Anleger die Aktien kaufen wollen, steigt der Preis. Es ist also die Meinung der Marktteilnehmer, die über den Wert Ihrer Anlage entscheidet. Ist diese Meinung schlecht, kann es zu dem Effekt kommen, dass der Börsenwert geringer ist als der Buchwert. Also alle Aktien des Unternehmens kosten weniger als das Unternehmen an Werten (Immobilien, Produktionsanlagen, Guthaben) in den Büchern stehen hat. Kompliziert? Ja, kann sein, ist aber so. Genau deswegen ist eine Investition in Aktien eine Sache, die man mit Fachleuten besprechen sollte.

Neben den Kursgewinnen gibt es zwar am Geschäftsjahresende bei gutem Verlauf Dividenden für Anleger (eine Art Erfolgsbeteiligung), eine Erfolgsgarantie gibt es allerdings nicht. Sie sollten in jedem Fall ein gutes Nervenkostüm, weitreichende Kenntnisse um Hebelwirkungen etc. sowie ausreichend Kapital mitbringen, das Sie bei einem möglichen Verlust auch verschmerzen könnten. Bei Aktienfonds ist es etwas anders. Hier kümmert sich ein Fondsmanager für Sie darum, rechtzeitig zu kaufen oder zu verkaufen. Sie benötigen weniger Fachwissen. Da es sich hier nicht um Einzeltitel handelt, ist auch das Risiko etwas geringer.

Der Einstieg in das Geschäft mit den Aktien ist nicht sehr schwer, Sie benötigen lediglich ein Depot bei einer beliebigen Bank. Beachten Sie jedoch, dass Ihr Geld nach der Investition nicht immer schnell verfügbar ist. Zwar kommen Sie jederzeit daran, wirklich Sinn es abzuziehen macht es aber nur, wenn der Kurs gerade gut steht. Wenn Sie darauf von vornherein nicht warten können, sollten Sie ebenfalls lieber die Finger von dieser spekulativen Anlageform lassen.

2.   Alternative Anlageformen

Bei Kryptowährungen handelt es sich um unterschiedliche digitale Zahlungsmittel. Die wahrscheinlich prominenteste Kryptowährung stellen Bitcoins dar. Der Einstieg in die Nutzung von Bitcoins gestaltet sich relativ leicht. Sobald Sie eine Bitcoin-Adresse angelegt haben, können Sie Transaktionen durchführen und somit Geld versenden oder erhalten. Die Basis bildet dabei die sogenannte Blockchain, die als öffentliches Buchungssystem fungiert. Hier werden alle Transaktionen abgewickelt und vermerkt. Durch den Begriff Kryptowährung sollten Sie sich jedoch nicht in die Irre führen lassen, denn Bitcoins stellen keine offizielle Währung dar. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass Sie verpflichtet sind, Steuern (Einkommens-, Umsatz-, Lohn- oder Kapitalertragssteuern) auf diese zu zahlen. Da der Preis eines Bitcoins von jetzt auf gleich fallen oder steigen kann, handelt es sich um eine Anlageform mit relativ hohem Risiko.

Wie bereits die Zusammensetzung des Begriffs zeigt, verbindet die Finanztechnologie, kurz FinTech, die Branchen Finanzdienstleistungen und Technologie miteinander. Diese neue Form der Finanzindustrie macht es sich zum Ziel, Technologien hervorzubringen, die Finanzinnovationen zur Folge haben. Häufig werden unter dem Begriff FinTechs auch die Startups selbst bezeichnet, die dieses Ziel verfolgen. Sie können auf ein breites Leistungsspektrum der FinTechs zurückgreifen. So entstehen immer wieder neue innovative Investmentmöglichkeiten, wie z.B. Kreditplattformen, auf denen Sie selbst einen Kredit mit entsprechender Verzinsung vergeben können. Trotz Sicherheitsvorkehrungen ist ein Verlust Ihres Geldes in diesem Fall jedoch nicht ausgeschlossen, da die Rückzahlung durch den Kreditnehmer nie zu 100 Prozent garantiert werden kann.

Bei Crowdfunding haben Sie die Möglichkeit, zu der Finanzierung eines bestimmten Projektes beizutragen. Gründer, die Kapital für den Start ihres Projektes benötigen, präsentieren ihre Idee meist über Plattformen im Internet. Als Teil der Crowd, also der Personengruppe im Internet, können Sie Eigenkapital in ein Projekt investieren, das Sie persönlich überzeugt. Die Summe, die Sie dabei einbringen, kann variieren und ist von dem jeweiligen Projekt abhängig. Als stiller Teilhaber können Sie anschließend von verschiedenen Gegenleistungen profitieren – auch diese unterscheiden sich von Projekt zu Projekt. Hier können Sie Glück oder Pech haben. Eine direkte finanzielle Gegenleistung ist allerdings eher unüblich. Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine Anlageform mit hohem Risiko. Es kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens kommen. Dies muss Anlegern dieser Geldanlage bewusst sein.

Bei einer Genossenschaft schließen Sie sich einer Gemeinschaft an, die ein gemeinsames Ziel verfolgt. Im Fokus steht dabei grundsätzlich der wirtschaftliche und soziale Vorteil der Mitglieder. Indem Sie Genossenschaftsanteile erwerben, werden Sie ein gleichberechtigtes Mitglied. Die Rechte und Pflichten sind dabei für alle Mitglieder der Genossenschaft gleich. Bei einem Kauf von Genossenschaftsanteilen werden diese verzinst, wobei Sie dieses Geld bei einem Verkauf Ihrer Anteile wieder zurückerhalten. Welches konkrete Ziel verfolgt wird, ist von der Art der Genossenschaft abhängig. So ermöglichen beispielsweise Wohnungsgenossenschaften ihren Mitgliedern preisgünstigen Wohnraum oder sogar ein Recht auf lebenslange Miete. Wie erfolgreich Ihre Anlage am Schluss ist, kommt aber immer darauf an, in was Sie innerhalb der Gemeinschaft investieren. Eine Erfolgsgarantie gibt es nicht.

3. Anlage in Sachwerte

Auch die Anlage in Sachwerte wie Kunst und Antiquitäten, in besondere Weine, Oldtimer oder andere Dinge kann sich rentieren. Die Entscheidung für einen dieser Sachwerte setzt jedoch immer gewisse Sachwertkenntnisse voraus. Oft bedarf es dabei der Einschätzung eines Experten, um den aktuellen sowie den zukünftigen Wert festlegen zu können. Und ganz gleich für welchen Sachwert Sie sich entscheiden: Alte Autos müssen gepflegt, Weine richtig gelagert werden etc., und nicht immer ist das Anlageobjekt die Mühe wert. Zudem fällt es manchmal gar nicht so leicht, sich von dem nostalgischen Oldtimer zu trennen, den man jahrelang gehegt und umsorgt hat. Eine Anlage in Sachwerte will also gut überlegt sein.

Zu den Sachwerten zählen ebenfalls Immobilien. Sie können von Generation zu Generation weitergeben oder als reine Kapitalanlage genutzt werden. Auch in Krisenzeiten verfügt man mit einer Immobilie, die einen Sachwert jenseits des Geldwertes bietet. Allerdings müssen hohe Summen für den Erwerb als alleiniger Eigentümer auf einmal aufgebracht oder eine Kreditfinanzierung eingegangen werden. Auch Rücklagen für Renovierung, Betrieb und Instandhaltung müssen eingeplant werden.

Die hausInvest Geldanlage

Einfach und flexibel anlegen - mit der hausInvest Geldanlage

Geld sinnvoll anlegen: Anlageprodukte im direkten Vergleich

In der folgenden Tabelle finden Sie die wichtigsten Anlageformen noch einmal übersichtlich im direkten Vergleich:

Anlage Zinsen / Rendite Risiko Flexibilität
Sparbuch Niedrige Verzinsung Sehr gering Kaum Flexibilität
Tagesgeldkonto Nicht festgeschriebene, geringe Verzinsung Gering Flexibel
Festgeldkonto Eher Fester, niedriger Zinssatz, garantierter Gewinn (je länger der Anlagezeitraum, desto höher), konstanter Wertzuwachs Gering Keine Flexibilität
Bausparvertrag Eher gering Gering Keine Flexibilität
Rentenfonds Eher gering Gering Flexibel z.B. bei einer Finanzierung per Sparplan
Offene Immobilienfonds Solide Gering Sehr flexibel z.B. bei Anlagen per Fondssparplan
Geschlossene Immobilienfonds Meist höher als bei Offenen Immobilienfonds Relativ hoch Unflexibel durch festgelegte Laufzeiten
ETFs Hohe Gewinne möglich Hoch Unflexibel weil Markt- und Börsen-abhängig
Anleihen Gering Gering Keine Flexibilität
Aktien Hohe Gewinne möglich Hoch - langfristiges Anlegen minimiert das Risiko ein wenig Unflexibel weil Markt- und Börsen-abhängig
Bitcoins Hoch Hoch Flexibel die Anlagesumme betreffend
FinTechs Unterschiedlich Ungewiss Flexibel die Anlagesumme betreffend
Crowdfundings Unterschiedlich Ungewiss Flexibel die Anlagesumme betreffend
Genossenschafts­anteile Unterschiedlich Mittel Flexibel die Anlagesumme betreffend
Sachwerte Unterschiedlich Mittel Ganz gleich, ob Oldtimer, eine Antiquität oder ein Kunstgegenstand: weil abhängig von aktueller Nachfrage am Markt eher unflexibel

Sinnvoll Geld anlegen – nach Ihren individuellen Bedürfnissen

Nun haben Sie die verschiedenen Möglichkeiten der Geldanlage kennengelernt. Welche Geldanlage wirklich Sinn macht, das ist pauschal nicht zu sagen und muss mit Blick auf Ihre individuelle Situation betrachtet werden. Es ist abhängig davon,

  • welcher Anlegertyp Sie sind,
  • welche Anlageziele Sie verfolgen und vor allem,
  • in welcher Finanzsituation Sie sich gerade befinden.

Wenn Sie wissen möchten, welche Geldanlage für Sie persönlich sinnvoll ist, dann beantworten Sie sich diese drei Fragen. Ganz gleich um welche Investitionsmöglichkeit es auch immer gehen mag, zunächst gilt es sich über genau diese Punkte im Klaren zu sein. Dabei helfen kann Ihnen stets Ihre persönliche Einstufung bezüglich des Anlegertypus. Wo finden Sie sich wieder?

Klassischer Sparer

Eine Anlageform komplett ohne Risiko gibt es nicht. Das sollte Ihnen klar sein. Viele würden am liebsten ihr Geld unter der Matratze horten und unabhängig von Banken und Börsenkursen sparen. Wenn auch Ihnen Fonds, Aktien und Co. nicht geheuer sind, dann macht z. B. das herkömmliche Sparbuch Sinn. Ein Tagesgeldkonto ähnelt dem Sparbuch, jedoch liegen die Zinsen hier noch ein wenig höher. Zumindest konnte man das in der Vergangenheit so sagen. Heutzutage in Niedrigzinszeiten erhalten Sie mit diesen Anlageformen praktisch nichts, das Ersparte schmilzt wie ein Eisblock dahin. Daher empfiehlt sich auch für den klassischen Sparer, Offene Immobilienfonds zumindest in Betracht zu ziehen und sich vielleicht mit einem kleinen Sparplan ab 50 Euro pro Monat zu nähern.

Konservativer und umsichtiger Anleger

Diese Anleger sind selbstsicherer und interessieren sich für Produkte mit verhältnismäßig überschaubarem Risiko. Sie möchten das Heft in die Hand nehmen und den Werterhalt ihres Geldes sichern, können aber auf Nervenflattern bei schwankenden Börsenkursen gut und gerne verzichten. Für den gesunden Mittelweg sind Offene Immobilienfonds und andere Produkte der Stufe 3 aus dem Terrassenmodell, z. B. Rentenfonds oder Staatsanleihen, geeignet. Häufig schifft dieser Anlegertyp einen vier- bis fünfstelligen Betrag vom Sparbuch in Geldanlagen mit Rendite um. Manchmal bietet sich auch die Kombination einmaliger Geldanlage und Sparplan an.

Spekulativer Typ

Der spekulative Typ hat meist seine Strategie gefunden. Sein Portfolio enthält an die 20 % Anlagen in Immobilien und andere risikoarme Anlagen zur Balance. Hier legt er das Vermögen zur Seite, was er mittel-bis langfristig für einen bestimmten Zweck benötigt. So kann er sich riskanteren Produkten widmen, mit denen er die Rendite maximieren will.

Ebenfalls hilfreich ist auch das folgende Modell zum Vermögensaufbau. Wo stehen Sie finanziell gesehen?

1. Laufender Zahlungsverkehr

Finanzsituation: Das Monatseinkommen deckt die Kosten

Mögliche Anlageform: Girokonto

2. Reserve für Notfälle

Finanzsituation: Zusätzl. 2 - 3 Monatseinkommen als Reserve, z. B. für unplanmäßige Reparaturen

Mögliche Anlageform: Tagesgeldkonto, Geldmarktfonds

3. Mittel- bis langfristig

Finanzsituation: Alles, was die Punkte bzw. Schritte 1 und 2 überschreitet (Sparen und anlegen bereits ab einem zweistelligen Betrag möglich)

Mögliche Anlageform: Rentenfonds, Offene Immobilienfonds

4. Langfristig & spekulativ

Finanzsituation: Alles, nach Punkt 1 - 3 / Summen, deren Verlust im Worst Case verkraftet werden können

Mögliche Anlageform: Aktienfonds, ETFs

Das Vermögensmodell beschreibt wie Sie sehen, wie man sein finanzielles Leben sinnvoll, Schritt für Schritt organisiert. Sie können es sich wie Bauklötze aus Ihrer Kindheit vorstellen, die zusammen genommen ein großes Ganzes bilden.

Mit den ersten beiden Bauklötzen oder Bausteinen gilt es zunächst einmal die monatlichen Kosten rund um Miete, Versicherungen, Kosten für Essen und Kleidung usw. zu decken. Darüber hinaus sollten Sie finanzielle Reserven für unvorhergesehene Zahlungen wie Reparaturkosten bilden. Die Höhe dieser beiden Kostenstellen ist von vielen Dingen abhängig wie dem Einkommen, ob Sie Kredite abzuzahlen haben, ob Sie Kinder haben, ob Sie mit der Bahn fahren oder über die ein bis zwei obligatorischen Autos pro Haushalt verfügen etc. Jeder Bauklotz ist individuell zu betrachten.

Mit dem nächsten Baustein, also mit dem Geld, das darüber hinaus übrig bleibt, gilt es den Vermögensaufbau anzugehen. Beim Sparen und Anlegen sollte zunächst in solide, als risikoarm geltende Geldanlagen investiert werden - gerade wenn es z.B. um die Altersvorsorge oder eine Geldanlage für Kinder für später geht.

Wenn es die Finanzsituation zulässt, kann mit einem weiteren Baustein auch auf riskantere Geldanlagenmit höheren in Aussicht gestellten Renditen gesetzt werden - je nachdem, wie weit Sie bereit sind, ins Risiko zu gehen. Das ist Typsachen.

Überlegen Sie beim Blick auf Ihre Finanzsituation auch, wie lange Sie Ihr Geld anlegen möchten bzw. für wie lange Sie es entbehren können. Bei vielen Anlagen ist das Kapital über Jahre fest gebunden.

Sinnvoll Geld anlegen für Ihr konkretes Anlageziel

Machen Sie sich last but not least über Ihr Anlageziel Gedanken.

Anlageziel Anlagezeitraum* Geldanlage
Alltagskosten decken Kurzfristige Anlage Girokonto

Alltagskosten decken und Reserven bilden, baldige Anschaffungen

Kurz- bis mittelfristige Anlage z.B. Tagesgeldkonto

Planbarer Vermögensaufbau - z.B. Sparen für die Kinder oder für's Alter

Mittel- bis langfristige Anlage z.B. Rentenfonds, Offene Immobilienfonds
Gewinnmaximierung Langfristige und spekulative Anlage z.B. Aktienfonds, ETFs

*Anlagedauer: bis zu fünf Jahre = kurzfristig; bis zu zehn Jahre = mittelfristig; mehr als zehn Jahre = langfristig

Damit Sie eine Einschätzung bekommen, das sind die häufigsten Anlageziele der Deutschen:

Rücklagen bilden

44% der Deutschen möchten ein finanzielles Polster für Notfälle haben. Im Falle einer kaputten Waschmaschine oder einer Rechnungsnachzahlung kann auf diese finanziellen Rücklagen zurückgegriffen werden. Notfälle dieser Art gibt es viele und sie kommen in der Regel völlig überraschend.

An die Altersvorsorge denken

31% der Bundesbürger sparen für später. So soll auch nach Renteneintritt ein finanziell sorgenfreies Leben möglich sein. Die Notwendigkeit einer finanziellen Unterstützung, beispielsweise durch die eigenen Kinder, soll so verhindert werden.

Mittel- und langfristiger Vermögensaufbau

13% legen einen Teil ihres Geldes als reine Kapitalanlage für spätere Investitionen zurück. Die über die Jahre angesparte Summe kann somit in ein größeres Projekt investiert werden.

Sparen für die Kinder

9% aller Bundesbürger sparen für ihre Kinder. Von dem Ersparten soll beispielsweise deren spätere Ausbildung finanziert werden können. Aber auch in finanziellen Notsituationen kann den eigenen Kindern so unter die Arme gegriffen werden.

Mein Fazit

Mein Experten-Tipp in Sachen Geld sinnvoll anlegen: Nicht alle Eier in einem Korb haben

Möglichkeiten sein Geld anzulegen, gibt es viele. Nicht immer gibt es nur das eine richtige Produkt. Oft macht es Sinn, auf mehr als nur auf eine Anlageform zu setzen. Unter Berücksichtigung der eigenen Finanzsituation, der Sparziele und der Risikobereitschaft bietet sich in vielen Fällen ein Anlagemix an. Finanzexperten empfehlen im Allgemeinen, einen Immobilienanteil zwischen 15 Prozent und 20 Prozent im Depot zu haben.

Da Anlagemix nicht gleich Anlagemix ist, gilt es einen genaueren Blick auf die Lebensumstände zu werfen.

Hier ein Beispiel für einen potenziellen Anleger:

  • Mittleres Alter
  • Festes Einkommen < 50.000 jährlich
  • Familie
  • Sparziele: Altersvorsorge, Vermögensaufbau, Rücklagen für die Kinder
  • Mittelmäßige Risikobereitschaft

In diesem Fall scheint es die Finanzsituation zu erlauben, Kapital mittel- bis langfristig anzulegen und erst nach einigen Jahren wieder darauf zurück zu greifen. Auch wenn eine gewisse Risikobereitschaft durchaus vorhanden ist, spielt für jemanden in dieser Lebensphase meist der Gedanke an die Vorsorge die Hauptrolle. Es gilt also unterschiedliche Produkte zu finden, die darauf einzahlen und demnach das richtige Portfolio für einen Anlagemix zu finden. Man unterscheidet bei den Portfolioklassen nach der Höhe der Rendite und dem damit verbundenen Risiko des Geldverlustes.

Das sogenannte renditeorientierte Portfolio hat durchschnittlich die beste jährliche Renditenentwicklung. Es besteht zu einem Großteil aus Aktienfonds. Das angelegte Geld kann mit etwas Glück verfünffacht werden. Jedoch kann dies auch mit sehr großen Schwankungen und damit extremen Verlusten verbunden sein.

Dagegen zielt das sogenannte ausgewogene Portfolio entgegen der Inflation eher auf die Erhaltung des angelegten Geldes ab, selbst nach Finanzkrisen oder geplatzten Blasen. Im Vergleich zum renditeorientierten Portfolio fällt die Rendite geringer aus, das Risiko ist aber überschaubar.

Eine durchschnittliche solide Rendite liefert das sicherheitsorientierte Portfolio. Auch hier liegt die Rendite nicht so hoch wie beim renditeorientierten Portfolio, gilt jedoch als risikoarm.

Für den potenziellen Investor aus unserem Beispiel bietet sich also ein Mix aus unterschiedlichen Risikoklassen im Rahmen eines eher sicherheitsorientierten Portfolios an, das wiederum aus verschiedenen Produkten und Anbietern besteht. Etwa zwei Drittel der Gesamtsumme könnten auf Tagesgeld und Offene Immobilienfonds verteilt werden, wodurch die Sicherheit des Geldes eher gegeben ist. Der restliche Anteil der Gesamtsumme, also ca. ein Drittel, kann sich dagegen auf Anleihen und Aktienfonds aufteilen. Dieser Mix bringt eine gewisse Sicherheit mit, gleichzeitig besteht die Chance auf eine gute Rendite.

Wichtig ist mir persönlich, dass potenzielle Anleger die Produkte verstehen, aus denen sich der individuelle Anlagemix zusammensetzt. Ich rate meinen Kunden prinzipiell, sich genau über die verschiedenen Möglichkeiten des Anlagemix informieren zu lassen. Nur so können sie sich letzten Endes für den passendsten Mix als sinnvolle Geldanlage entscheiden.

Ich wünsche Ihnen dabei gutes Gelingen.

Bildquellen dieser Seite: filadendron/iStock.com, 4 PM production/shutterstock.com, ­ Liderina/shutterstock.com, ­ g-stockstudio/shutterstock.com, Kues/shutterstock.com, Westend61/imago-images.de, Geber86/istockphoto.com­

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Zuletzt aktualisiert am
21. Februar 2020

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