Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Geldanlage für Kinder Sicher und zeitgemäß für den Nachwuchs vorsorgen

Eltern oder werdende Mamas und Papas durchleben aufregende, freudige, spannende und manchmal auch stressige Zeiten. Sie sind oft unsicher, überfordert und möchten stets das Richtige für den Nachwuchs tun. Meiner Erfahrung nach geht es aber den meisten Eltern so. Sie möchten nun mal den Grundstein legen für die bestmögliche Zukunft Ihrer Kinder. Dabei spielt auch die finanzielle Vorsorge eine große Rolle. Mit dem Aufruf dieser Seite haben Sie bereits den ersten Schritt in die richtige Richtung getan. Ich kann Ihnen helfen die passende Anlageentscheidung zu treffen und Ihnen Möglichkeiten aufzeigen, bei denen Ihr Geld nicht nur jahrelang auf dem Sparbuch vor sich hindümpelt und irgendwann der Inflation zum Opfer fällt.

Ob in 18 Jahren für den Führerschein, für die Ausbildung oder als Anzahlung für das spätere Eigenheim der neuen Erdenbürger, ich erkläre Ihnen:

  • Worauf es ankommt.

  • Wovon Sie besser die Finger lassen sollten.

  • Wann der beste Zeitpunkt ist, für Absicherung zu sorgen.

  • Was zeitgemäßes Sparen und Anlegen bedeutet.

  • Welche digitalen Angebote und Services heute für Sie zur Verfügung stehen.

Viel Spaß beim Lesen.

Welche Geldanlageformen gibt es für Kinder?

Glücklicherweise existiert nicht nur die eine Geldanlage. Es gibt viele verschiedene Wege, für die Kleinen clever vorzusorgen. Zu den beliebtesten und gängigsten Geldanlageformen mit Zinsen bzw. Rendite zählen:

  • Sparbücher

  • Tagesgeldkonten

  • Festgeldkonten

  • Offene Immobilienfonds

  • ETF-Sparpläne

Geldanlageformen:

Der Vollständigkeit halber gehe ich kurz auf das Sparbuch ein. Beim Thema Geldanlage denken die meisten als erstes an dieses klassische Modell. Allerdings ist es nicht mehr wirklich zeitgemäß. Geld rentabel anzulegen ist im Grunde auch etwas ganz anderes, als „bloßes“ Sparen für Kinder. Der Zinssatz ist derzeit so niedrig, dass die Inflationsrate das Zinsniveau übersteigt. Das Resultat ist, dass das Gesparte an Wert verliert. Sie können es für Ihren Nachwuchs besser anlegen.

Dieses Konto ist im Gegensatz zu einem Sparbuch flexibler und die Verzinsung liegt in der Regel höher. Es schreibt keine feste Laufzeit vor, das Kapital ist nicht fest gebunden und Sie können jederzeit darauf zugreifen. Bitte beachten Sie jedoch, dass auch die Verzinsung nicht festgeschrieben ist. Das heißt, sie kann schwanken und sich täglich zum Guten und zum Schlechten verändern. Aktuell sind die Zinsen auf niedrigem Niveau. Zudem darf eine bestimmte Guthaben-Mindesthöhe nicht unterschritten werden. Es handelt sich um etwas, worauf sich Geld befinden sollte, das man zeitnah in Anspruch nehmen möchte. Also etwas, das dafür geeignet ist, wenn der 18. Geburtstag gar nicht mehr so weit entfernt ist.

Auf Festgeldkonten können höhere Summen angelegt werden, die für eine bestimmte Laufzeit fest gebunden sind. Die Zinsen liegen höher als beim Tagesgeldkonto. Dafür sind Sie weniger flexibel, auch wenn Sie selbst die Höhe und Länge der Anlage festlegen. Je länger das Geld angelegt wird (bis zu 10 Jahre), umso höher ist am Ende der Ertrag.

Bei Offenen Immobilienfonds investieren Fondsmanager das Kapital vieler in viele Immobilien. Die Anleger erwerben Anteilscheine, die sie unter Einhaltung der Halte- und Kündigungsfristen jederzeit kaufen und veräußern können. Sie gelten als risikoarm. Die als besonders solide geltenden Renditen liegen aktuell etwa bei 1,5 Prozent bis 3 Prozent. Damit sind diese höher als bei den bereits vorgestellten Anlagemöglichkeiten. Erziehungsberechtigte können explizite Depots ganz einfach online erstellen und direkt auf den Namen des Nachwuchses anlegen.

Höhere Renditen bieten sogenannte ETFs (Exchange Traded Funds), die jedoch auch ein hohes Risiko bergen. Sie verspielen möglicherweise das Geld Ihres Kindes. Sollten Sie sich dennoch dazu entscheiden, empfiehlt sich die Investition per Sparplan in Kombination mit einem langfristigen Anlagehorizont. So besteht zumindest die Möglichkeit, Volatilitäten (Schwankungen) auszugleichen.

Zur Info

Kursschwankungen können durch die langfristige Investition per Sparplan etwas ausgeglichen werden. Steht der Kurs bei 50 Euro pro Anteil, bekommen Sie bei einer Sparrate von z.B. 100 Euro zwei Anteile. Fährt der Kurs in den Keller und ist bei 25 Euro, bekommen Sie vier Anteile. Sie bekommen für einen gleichbleibenden Betrag bei fallenden Kursen mehr Anteile und bei steigenden Kursen weniger. Damit erzielen Sie auf lange Sicht gesehen einen günstigeren Durchschnittspreis. Man spricht vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt (Cost-Average-Effekt).

Seien Sie sich bewusst, dass bei ETFs Indexe wie der DAX nachgebildet werden und es erst dann Sinn macht, diese ETF-Wertpapiere zu veräußern, wenn der Markt gerade für einen guten Kurs sorgt. Wenn Sie wissen möchten, wie es z.B. genau am 18. Geburtstag Ihres Kindes um diese steht, müssten Sie schon in die Glaskugel schauen können. Beachten Sie, dass diese Anlageform etwas für Eltern mit finanziellem Know-how ist. Ich rate dazu niemals das gesamte Kapital in ETFs anzulegen. Auch hier gibt es sogenannte Junior-Depots, die im Namen des Kindes geführt werden können.

Welche Vorteile bringt das Anlegen für Kinder per Sparplan?

Bei verschiedenen Anlageprodukten haben Sie die Möglichkeit, entweder per einmaliger Anlage oder per Sparplan zu investieren. Letzterer bietet sich an, wenn Sie nicht ad hoc eine fünf- oder sechsstellige Summe parat haben. Kein Problem. Per Fondssparplan für Kinder können Sie auch ohne große Budgets schon ab 10 Euro monatlich z.B. in einen Offenen Immobilienfonds investieren. Diesen Betrag können Sie jederzeit erhöhen oder pausieren.

Näheres dazu erkläre ich Ihnen in dem folgenden Artikel.

Fondssparen für Kinder: Cleverer Anlage-Trend auch für 2020?

Jetzt lesen →

Was ist eigentlich eine "mündelsichere Geldanlage"?

Mündel sind Minderjährige, deren Geldvermögen von einem Vormund verwaltet wird. Als mündelsichere Geldanlagen gelten Finanzprodukte, die vom Gesetzgeber ausdrücklich als besonders sicher erklärt werden. Hierbei geht das Risiko eines Wertverlustes gleich gegen Null. Die Geldanlage darf keine nachteiligen Folgen für den Mündel bzw. auf dessen Geldvermögen haben, sondern muss wirtschaftliche Vorteile mit sich bringen. Viele Eltern wissen gar nicht, dass sie als Vormund gesetzlich verpflichtet sind, das Mündelgeld im Namen des Schutzbefohlenen verzinslich anzulegen. Die Regelung findet sich in dem § 1805ff des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB).

Mündelsichere Geldanlage

Neben Sparbüchern, Staatsanleihen und Pfandbriefen können z.B. auch Offene Immobilienfonds als mündelsicher anerkannt werden. Die Genehmigung bzw. Anerkennung muss durch ein Gericht erfolgen und immer von Fall zu Fall festgestellt werden. In der Vergangenheit wurde der Offene Immobilienfonds hausInvest immer wieder als mündelsichere Anlage bewilligt.

An dessen Beispiel zeige ich Ihnen gerne, welche Schritte zur Genehmigung einer Anlage von Mündelgeld nötig sind.

Auf welchen Namen sollten Sie anlegen?

Zunächst einmal, Anlageprodukte können nicht auf den Namen eines noch ungeborenen Kindes angelegt werden und nicht alle Anlageprodukte können offiziell dem Nachwuchs zugeschrieben und damit als mündelsicher geltend gemacht werden. Das Ganze hat Vor- und Nachteile.

Läuft die Kapitalanlage auf das Kind, bedeutet es, dass das Vermögen per Gesetz ihm oder ihr gehört und ab dem 18. Lebensjahr frei zur Verfügung steht. Ab dann haben Sie als Eltern jedoch keinerlei Mitspracherecht mehr, wofür das Angesparte ausgegeben wird. Auch wenn es einmal für den Führerschein, für die Ausbildung oder das Studium angedacht war, so liegt die Entscheidung einzig und allein beim Kind, das vielleicht eher einen Party-Urlaub mit Freunden im Sinn hat.

Auch steuerlich gesehen gibt es Vor- und Nachteile. Läuft die Geldanlage auf das Kind, das ja noch kein Einkommen bezieht, ist der Steuerfreibetrag sozusagen frei verfügbar. Übersteigt das Vermögen aber eine gewisse Höhe, kann es sein, dass der Kleine / die Kleine nicht mehr kostenlos bei Ihnen mit krankenversichert werden kann. Es lohnt sich also vor der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Anlageprodukt, noch mal mit dem Steuerberater und der Krankenkasse zu sprechen. Auch der BaföG-Anspruch könnte später abgelehnt werden, wenn das Vermögen der Kinder-Geldanlage zu hoch ist.

Geldanlagen für Kinder im direkten Vergleich

Was lohnt sich 2019 / 2020 wirklich?

Geld sinnvoll anlegen: Wo gibt es die besten Zinsen bzw. die beste Rendite für den Nachwuchs? Welches Produkt bietet die meiste Sicherheit? Solche Fragen werden auch Sie sich stellen, richtig? Zum einen ist es so, dass die Produkte, die die höchsten Zinsen bzw. Renditen abwerfen, auch diejenigen mit dem meisten Risiko sind. Das ist bei Geldanlagen für Kinder nicht anders. Zum anderen wollen Sie nicht, dass das Angesparte immer weniger wird. Sie müssen wissen, was Sie wollen. Was ich Ihnen sagen kann ist, dass es gerade nicht der beste Zeitpunkt für ein Festgeldkonto ist. Tagesgeld lohnt sich nur für einen kurzfristigen Anlagezeitraum, das ist heute wie auch in Zukunft so. Fondssparpläne für Kinder sind immer zu empfehlen, ETFs wie gesagt nur als ein Part im Portfolio und mit entsprechender Erfahrung.

In der folgenden Tabelle finden Sie noch einmal alle genannten Finanzprodukte im Vergleich gegenübergestellt:

Kriterien Sparbuch Tagesgeld Festgeld Offene Immobilienfonds ETFs
Rendite p.a. unter 1 % ca. 1 % ca. 1,7 % ca. 1,5 % - 3 % variabel
Risiko Sicherheit im Fokus Sicherheit im Fokus Sicherheit im Fokus Sicherheit im Fokus Hoch: Profit im Fokus
Anlagezeitraum langfristig kurzfristig mittel- bis langfristig mittel- bis langfristig mittel- bis langfristig
Sparplan x*
Einmalanlage
Im Name des Kindes

*Ein Sparplan ist eine vertragliche Abmachung zur regelmäßigen Einzahlung. Dieser liegt bei einem Sparbuch nicht vor.

Nicht zu empfehlende Geldanlagen für Kinder

Der Vollständigkeit halber seien auch Geldanlagen für Kinder aufzuführen, von denen ich Ihnen zwar nicht per se abraten, Sie aber auf eine genaue Prüfung hinweisen möchte. Das gilt beispielsweise für bestimmte Versicherungsanlagen für Kinder. Stiftung Warentest rät von Ausbildungsversicherungen und Kinderschutzbriefen sogar gänzlich ab. Sollten Sie sie doch in Betracht ziehen, rate ich Ihnen, die Bedingungen genau unter die Lupe zu nehmen – häufig lohnt sich die Anlage nicht, ist unflexibel und mit hohen Kosten verbunden.

Auch beim klassischen Bausparvertrag sollten Sie die Konditionen im Detail kennen. In vielen Fällen wird mit besonderen Boni bzw. sogenannten Jugendprämien gelockt, die am Ende aber nur zu bestimmten Bedingungen ausgegeben werden. Außerdem gibt es häufig hohe Abschlusskosten sowie ggf. Kontoführungsgebühren. Bei einigen Anbietern unterliegen die Bausparverträge extrem den aktuell niedrigen Zinsen, und es gilt genauestens abzuwägen, ob es sich für Ihre Kinder überhaupt lohnt.

Was ist Ihr Ziel und welche Sparziele gibt es überhaupt?

Wenn Sie nicht recht wissen, wie Sie anfangen sollen: Beim Geldsparen für Kinder sollte der Fokus zunächst auf dem eigentlichen Sparziel liegen. Wofür genau ist das Geld für den Nachwuchs vorgesehen? Geht es um die Ausbildung, den Führerschein oder die spätere Wohnung? Geht es vielleicht darum, dass sich das Kind später einen bestimmten Herzenswunsch erfüllen kann und Sie in funkelnde Kinderaugen blicken können? Die Frage ist dabei nur, ob der kleine Mann oder das kleine Mädchen dann acht oder bereits 18 sein soll, denn grundsätzlich findet eine Unterscheidung zwischen kurzfristigen und langfristigen Sparzielen statt.

Kurzfristige Sparziele

Bei kurzfristigen Sparzielen handelt es sich um Geldsummen, die während des Heranwachsens des Kindes jederzeit und kurzfristig zur Verfügung stehen. Häufig muss v.a. während der Schulzeit des Kindes auf dieses Geld zurückgegriffen werden, mit Hilfe dessen Schulbücher, zusätzliche Nachhilfestunden oder Klassenfahrten finanziert werden. Auch Hobbies und Freizeitaktivitäten können von diesem Geld bezahlt werden. Für kurzfristige Sparziele eignen sich beispielsweise Tagesgeldkonten, die einen schnellen Zugriff auf die Geldsummen ermöglichen, jedoch mit niedrigen Zinsen verbunden sind.

Langfristige Sparziele

Bei langfristigen Sparzielen dagegen geht es in der Regel um Geldsummen, die für die Zeit nach dem Schulabschluss bzw. nach Vollendung des 18. Lebensjahres gedacht sind. Der Führerschein oder die Anschaffung eines eigenen Autos ist mit hohen Kosten verbunden, die junge Erwachsene in der Regel selbst aus eigener Tasche nicht bezahlen können. Auch die spätere Finanzierung des Studiums oder die finanzielle Unterstützung während der Ausbildung kann durch diese Geldsummen abgedeckt werden. Neben den laufenden Kosten, wie den Kosten für die Miete oder Kleidung können hier auch größere Geldsummen wie z.B. Kosten für Auslandsaufenthalte anfallen. 

Für langfristige Sparziele sollte daher die Wahl auf Finanzprodukte mit längeren Laufzeiten fallen, die höhere Renditen mit sich bringen. Zumindest der Kaufkrafterhalt sollte gegeben sein. Bedenke Sie, ein Führerschein beispielsweise kostet in 18 Jahren mit Sicherheit mehr, als er es heute tut. Damit jeder Euro, den Sie heute anlegen, auch mitwächst, sollte ein Finanzprodukt gewählt werden, das mindestens einen Werterhalt des Geldes erwirtschaftet oder sogar ein bisschen mehr.

Hierbei empfiehlt sich die Investition per Sparplan, z.B. in Form eines Fondssparplans für Kinder. 
Sie zahlen dabei einen zuvor festgelegten Geldbetrag monatlich in den entsprechenden Fonds ein. Diese Sparrate kann jederzeit erhöht und um einmalige höhere Zuzahlungen ergänzt werden. Durch die über die Jahre erzielten Gewinne können später auch höhere Kosten bewältigt werden – mit dem langfristigen Sparen fürs Kind sollten Sie also so früh wie möglich beginnen. Vor allem, wenn es um größere Wunschsummen geht. Je länger Sie anlegen, desto besser.

In der folgenden Tabelle sehen Sie noch einmal ein paar Sparziel-Beispiele im direkten Vergleich. Beachten Sie das Thema Inflation (Inflationsrate Juli 2019 = 1,7%). In 18 Jahren werden andere Kosten in Sachen Führerschein und Co. auf Sie zukommen als heute.

Sparziel Anlagehorizont Finanzprodukt Kosten heute
Klassenfahrten & Schüleraustausch Kurz- bis mittelfristig Tagesgeldkonten, Festgeldkonten Ca. 5.000 €
Führerschein Mittelfristig Festgeldkonten Ca. 2.000 €
Auto Mittel- bis langfristig Festgeldkonten, Offene Publikumsfonds* Ca. 8.000 €
Wohnungseinrichtung Langfristig Festgeldkonten, Bausparvertrag, Offene Publikumsfonds Ca. 5.000 €
Meisterausbildung Mittel- bis langfristig Offene Publikumsfonds, Bildungssparen Ca. 10.000 €
Studium Langfristig Offene Publikumsfonds, Bildungssparen Ca. 50.000 €
Hochzeit Langfristig Offene Publikumsfonds Ca. 10.000 €

*Offene Publikumsfonds bzw. Offene Investmentfonds sind z.B. Rentenfonds oder Offene Immobilienfonds, in die jeder jederzeit investieren und Anteile erwerben kann.

Wie viel sollte man sparen für Kinder?

Auf die Frage nach dem optimalen Sparbetrag gibt es keine allgemeingültige Antwort. Wichtig ist, dass sich der Sparplan für Kinder aus kontinuierlichen monatlichen Einzahlungen zusammensetzt. Dies bedeutet, dass Sie vorab realistisch einschätzen sollten, wie hoch die Summe, die sie monatlich beiseite legen können, tatsächlich ist. Dazu zu berücksichtigen sind…

  • Erstens: Die monatlichen Ausgaben
  • Zweitens: Rücklagen für den Notfall

Geldanlage für Kinder

Der richtige Zeitpunkt und Anlagezeitraum

Der richtige Zeitpunkt ist immer genau jetzt. Sobald Sie darüber nachdenken, ist es genau der richtige Moment rentierlich anzulegen und vom Zinseszinseffekt zu profitieren. Ganz gleich wie alt Ihr Kind ist. Nicht nur für Neugeborene eignen sich Geldanlagen, sondern eigentlich immer, wenn die Chance besteht, Vorhandenes zu vermehren. Natürlich erzielen Sie über mehrere Jahre hinweg ordentliche Renditen, wenn Sie bereits ab dem Babyalter auf einen Sparplan setzen. Aber verstehen Sie mich nicht falsch. Ich weiß genau, dass gerade junge Familien oft nicht die ganz großen Beträge einfach mal so aus dem Ärmel schütteln können.

Sparpläne für Kinder können wie erwähnt schon ab 10 Euro monatlich realisiert, jeder Zeit aufgestockt oder pausiert werden – ganz flexibel nach Ihrer individuellen Finanzlage.

Ist der Sohn oder die Tochter bereits 16 und soll zum 18. Geburtstag eine gewisse Summe erhalten, macht nur noch eine Geldanlage für den kurzfristigen Anlagezeitraum Sinn. In dem Fall bleibt nur ein Produkt, das kleines Geld bringt oder im Fall eines Sparkontos so gut wie gar keine Zinsen. Mehr Auswahl haben Sie auf lange Sicht. Fragen Sie sich, bis wann das Kind welche Summe benötigt und wie sicher und verfügbar sie sein muss.

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Meine Anlage-Tipps

So gehen Sie richtig vor

Stellen Sie sich zunächst die wichtigste Frage überhaupt: „Was ist das Beste für Ihr Kind?“ Es ist essentiell, dass Sie das richtige Finanzprodukt für Ihre individuellen Bedürfnisse und die Ihres Schützlings finden. Diese Bedürfnisse sind wiederum abhängig davon, welches Anlageziel Sie verfolgen. Was Sie als Vormund betrifft, geht es eher um Kriterien wie Ihre finanzielle Situation, Risikobereitschaft und wie flexibel Sie bleiben möchten. 

Wägen Sie außerdem genau ab: Verantwortungsgefühl vs. Risikobereitschaft

Wofür auch immer Sie sich entscheiden, wenn es um das Geld des Kindes geht, sollte mindestens der Kaufkrafterhalt gegeben sein. Das ist bei hochspekulativen Anlagen eben nicht der Fall. Daher rate ich Ihnen davon ab. Wählen Sie lieber Produkte zwischen sicherheits- und renditeorientiert.

Generell gilt bei allen Anlageprodukten das Dreieck der Vermögensanlage. Das Ziel „Sicherheit“ konkurriert mit den Zielen „Rentabilität“ und „Liquidität“ bzw. „Verfügbarkeit“. Nie können alle Ziele gleichzeitig erfüllt sein. Wenn Sie jedoch früh genug mit Ihrem Investment starten und das erwirtschaftete Kapital erst mittel- bis langfristig wieder benötigen, sind Produkte mit wenig Risiko und dennoch solider Rendite wie bei Offenen Immobilienfonds durchaus eine sinnvolle Geldanlagemöglichkeit:

Offene Immobilienfonds im Dreieck der Vermögensanlage

Offene Immobilienfonds gelten als risikoarme Anlagemöglichkeit, da sie durch Stabilität von Sachwerten trumpfen können.

Geschlossene Immobilienfonds im Dreieck der Vermögensanlage

Bei Geschlossenen Immobilienfonds sind – im Vergleich zu Offenen Immobilienfonds - sowohl die Rendite-Chancen als auch das Risiko höher zu bewerten. Kapital ist zudem langfristig gebunden.

ETFs / Aktien im Dreieck der Vermögensanlage

Hier steht vor allem die Rendite im Vordergrund. Rendite wird jedoch immer mit Sicherheit bezahlt. Vor allem Aktien sind daher etwas für erfahrene, risikofreudige Anleger. 

Abraten würde ich Ihnen außerdem – wie Stiftung Warentest übrigens auch - von Ausbildungsversicherungen und Kinderschutzbriefen. Um die sollten Sie lieber einen Bogen machen. Sie gewähren nicht nur wenig Flexibilität, sie bieten meist auch kaum Ertrag. Was ich damit sagen will, es geht um mehr als eine reine finanzielle Anlage. Sie sollten – gerade bei Geldanlagen für Ihr Kind – auf Anbieter setzen, die sich ihrer Verantwortung bezüglich künftiger Entwicklungen in alle Richtungen über den obligatorischen Tellerrand hinaus bewusst sind.

Eignet sich eine Geldanlage für Enkel oder Patenkinder auch als Geschenk?

Natürlich können auch die Großeltern genau wie Paten, Tanten und Onkel z.B. zur Geburt oder zur Taufe etc. etwas zum späteren Vermögen der Kleinen beitragen und Sie bei der finanziellen Vorsorge unterstützen. Nicht immer muss das auf das Kind laufen und kann zur Not auch symbolisch mit einer eigens gebastelten Urkunde verschenkt werden. Im Zweifel würde ich aber immer zu sicherheitsorientierten Geldanlagen raten, die auf den Namen des Kindes laufen können.

Auch ein Anlagemix ist in diesem Rahmen möglich mit z.B. kleinen Summen auf dem Tagesgeldkonto zu Weihnachten und Ostern, in Kombination mit einem Sparplan als Geschenk für den langfristigen Kapitalaufbau. 

Die Eröffnung von einem Sparkonto bzw. eines Sparbuchs zur Geburt des Enkelkindes ist jedoch derzeit nicht sinnvoll, da die Inflation den Wert des Geldes in ein paar Jahren schmälert.

Beachten Sie bei der Auswahl des Finanzproduktes für Kinder als Geschenk ebenfalls, wie lange die Laufzeiten des jeweiligen Produkts sind, und ob diese mit Ihrem Anlageziel übereinstimmen. Möchten Sie zur Kommunion eine Geldanlage für den Führerschein oder gar das erste Auto verschenken, sollten Sie auf mittel- bis langfristige Geldanlagen setzen. Wenn die Volljährigkeit bereits in naher Zukunft liegt, macht ein Zuschuss auf dem Tagesgeldkonto mehr Sinn – auch wenn ich mich wiederhole.

Mein Fazit

Geldanlage für Kinder?

Anlegen statt Sparen lautet die Devise. Dazu ist es nie zu spät. Das gilt natürlich auch für Enkel, Paten, Neffen und Nichten. Eine Geldanlage für ein Baby macht genauso Sinn, wie für ein Schulkind oder einen Schützling, der bereits mitten in der Ausbildung steckt. Je länger Sie anlegen können, desto besser. Wichtig ist es, das richtige Produkt zu wählen. Weitere Informationen finden Sie im Übrigen in den nachfolgenden Beiträgen.

Ihnen und Ihrer Familie alles Gute – und wenn Sie bald Eltern werden, meine herzlichsten Wünsche.

Bildquellen dieser Seite: Geber86/www.istockphoto.com, monkeybusinessimages/www.istockphoto.com

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Zuletzt aktualisiert am
01. Oktober 2020

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