Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

In Fonds anlegen Fonds verstehen und gezielt auswählen

Das Kapital oder Sparguthaben in Fonds anzulegen, erscheint vielen Anlegern heute als Ausweg aus der Niedrigzinsfalle. Denn mit Sparbuch und Co. ist nichts mehr zu holen; im Gegenteil – die Inflation entwertet das Guthaben unaufhörlich. Und ein Ende der Zeiten von Null- oder gar Negativzinsen ist nach der Corona-Krise erst recht nicht in Sicht.

Wer auf solide Geldanlagen mit überschaubarem Risiko aus ist, muss sich heutzutage an andere Anlageformen herantrauen. Investmentfonds sind da eine gute Wahl: Sie bündeln mehrere Anlagen und verteilen so das Risiko besser. Man kann bereits mit wenig Geld einsteigen, und in der breiten Auswahl von Fondstypen kann jeder Anleger etwas passendes finden.

Genau dabei möchte ich Ihnen helfen. Ich stelle Ihnen die gängigsten Fondstypen vor und zeige Ihnen, für welche Anlageinteressen sie sich eignen. Danach gehe ich auf die Frage ein, wie Sie den oder die passenden Fonds für sich finden. Sie lernen einige Auswahlkriterien kennen und können Ihre Vorstellungen einem kleinen „Stresstest" unterziehen. Zum Abschluss spreche ich dann über drei wichtige Fragen, mit deren Hilfe Sie das weite Feld der Möglichkeiten ganz nach Ihren persönlichen Bedürfnissen eingrenzen können.

Was sind Fonds?

Der Begriff Fonds (vom lateinischen "fundus" für Vorrat) ließe sich als "Instrument zur gebündelten Finanzierung" übersetzen. Geld wird von verschiedenen Gebern – Banken, Spendern oder auch staatlichen Stellen – gesammelt und einem gemeinsamen Zweck zugeführt. Wenn es um reine Geldanlagen geht wie in unserem Fall, spricht man von Investmentfonds.

Ein Investmentfonds lässt sich mit einem großen Topf vergleichen, in den zum Teil viele tausend Anleger einen Teil ihres Kapitals einlegen. Die so gebündelten Mittel werden von professionellen Fondsmanagern in mehrere, einzelne Vermögenswerte investiert. Dies können z.B. Aktien, Renten, Derivate oder Bankguthaben sein, aber auch Grundstücks-, Immobilienbeteiligungen und andere unbewegliche Vermögenswerte. Je nach Fonds kann die Zahl der Einzelinvestitionen sehr stark variieren. Dies dient der Streuung des Risikos, fachsprachlich "Diversifikation" genannt. Einzelne Anlagen, die sich weniger gut entwickeln, können so aufgefangen werden und belasten die Gesamtentwicklung damit nur anteilig. Damit Fondsmanager nicht zu Lasten der Anleger handeln, sind Investmentfonds gesetzlich streng reguliert und unterliegen verschiedenen, vorgeschriebenen Kontrollmechanismen.

In Fonds investieren

Welche Fondstypen gibt es?

Man unterscheidet eine Vielzahl von Fondstypen mit unterschiedlichen Anlagezielen. Die verschiedenen Fondstypen sprechen auch ein sehr weit gespanntes Feld von Anlageinteressen an – von risikoarm bis hochriskant und von einfach verständlich bis komplex. Meiner Beobachtung nach erfreuen sich derzeit besonders Misch-, Renten- und Offene Immobilienfonds großer Beliebtheit. Letztere beispielsweise sind bekannt für solide Renditen bei überschaubarem Risiko. 

Für viele private Anleger aber sind Aktienfonds die Nummer eins, wie auch die Grafik unten zeigt. Dies liegt vor allem an ihrer Bekanntheit und den hohen Renditeerwartungen, die oft damit verbunden werden. Sie sind allerdings auch weitaus risikobehafteter als z. B. Immobilienfonds; dabei ist das Risiko dank der Diversifikation immer noch geringer als bei direkten Aktieninvestments.

Fondstypen nach Volumen in Mrd. Euro (Deutschland)

Stand: 2018, Quelle: BVI

Die wichtigsten Fondstypen und was Anleger an ihnen mögen

Hier liegt das Fondsvermögen in Form von unterschiedlichen Aktien und Anteilsvolumina vor. Aufgrund der riesigen Auswahl unterschiedlicher börsennotierter Unternehmen kann sich ein Aktienfonds auf den gesamten nationalen, europäischen oder internationalen Aktienmarkt oder auch nur auf bestimmte Branchen, Regionen oder Unternehmen konzentrieren. Auch wenn der Fonds bereits selbst durch sein Portfolio auf eine gewisse Bandbreite setzt, sind aktienmarkttypische Wertschwankungen möglich. Als Anleger sollten Sie in Krisen Ruhe bewahren und ihre Aktienfonds notfalls so lange halten können, bis die Kurse wieder erfreulicher aussehen.

Diese Form der Fonds investiert das Fondsvermögen in andere Fonds, den sogenannten Zielfonds. Fonds dieses Typs können sich an Aktien-, Renten-, Misch- oder an anderen oben genannten Fondsarten beteiligen. Das eingesetzte Kapital wird auf diese Weise weiter gestreut als in einem Einzelfonds. Dachfonds können beispielsweise auch auf bestimmte Regionen, Themen oder Branchen spezialisiert sein. Dachfonds, die überwiegend in Hedgefonds investieren, werden auch Dachhedgefonds genannt.

Für private Anleger bieten Dachfonds zwar eine breite Mittelstreuung, die Risiken durch Wertverluste deutlich senkt. Doch sie sind zum einen mit höheren Management-Kosten verbunden als ein „einfacher" Fonds. Zum anderen erfordert ihre komplexe Zusammensetzung einige Erfahrung, wenn Sie die Zusammensetzung durchschauen wollen, weil Sie z. B. auf ethische Gesichtspunkte Wert legen.

Bei Geldmarktfonds handelt es sich um Fonds, die in unterschiedliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit investieren. Hierzu zählen Anleihen mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr sowie Tagesgeld und Festgeld. Geldmarktfonds werden überwiegend von institutionellen Investoren genutzt, um kurzfristig Liquidität zu parken. Für Privatinvestoren eignet sich dieser Fondstyp daher kaum, da Tagesgeldkonten den gleichen Zweck erfüllen und Einlagen flexibler verfügbar sind. Zudem sind Geldmarktfonds zwar traditionell mit geringen Risiken behaftet, doch bei Zinsen unter der Inflationsrate bis hin zu Negativ- oder Strafzinsen ist hier mit einem schleichenden bis deutlichem Wert- und Kaufkraftverlust zu rechnen.

Der Begriff „Hedgefonds“ (deutsch etwa "Sicherungsfonds") sagt eigentlich schon alles: Es geht um Absicherung des angelegten Geldes durch komplizierte und auch riskante Wetten auf Kursverläufe von Wertpapieren. Diese häufig in der Presse erwähnte Anlageform unterliegt anders als andere Fondstypen keinen speziellen Anlagerichtlinien und kann alle Formen der Kapitalanlage nutzen. Unter anderem werden auch hochriskante Investments wie Derivate oder Leerverkäufe genutzt. Der Einsatz von Hedgefonds erfordert daher einiges an Erfahrung und Fachwissen. Als privater Anleger sollten Sie Hedgefonds nur dann in Erwägung ziehen, wenn Sie die Merkmale der einzelnen Anlage genau verstehen.

Als Immobilienfonds werden unterschiedliche Gesellschaftsformen bezeichnet, die Kapital von mehreren Anlegern verwalten und in Immobilien investieren. Es geht also darum, an diversen Objekten zu partizipieren, statt eine Immobilie als alleiniger Eigentümer zu erwerben. Allerdings muss man hier unbedingt unterscheiden zwischen Offenen und Geschlossenen Immobilienfonds:

  • Offene Immobilienfonds investieren das Geld vieler Anleger in viele Immobilien. Die Anleger erwerben Anteilscheine, die sie jederzeit erwerben und veräußern können. Sie gelten als risikoarm, bieten stabile Wertentwicklung und meist auch günstige Mindestanlagesummen oder Sparpläne. Damit empfehlen sie sich vor allem für Einsteiger, zur Risikoabfederung im Portfolio und wenn Sie Ihr Geld in Ruhe arbeiten lassen wollen.
  • Geschlossene Immobilienfonds funktionieren anders. Die Anleger erwerben eine unternehmerische Beteiligung an einer Zweckgesellschaft, die in eine einzelne Immobilie investiert. Die unternehmerische Beteiligung stellt höhere Renditen in Aussicht, trägt aber auch das unternehmerische Risiko in sich. Geschlossene Immobilienfonds gelten als deutlich risikoreicher.
  • Als Anleger sollte man sich bei der Auswahl geeigneter Investitionsobjekte sowohl mit Immobilien als Finanzierungsgesellschaften auskennen.

Mischfonds, wie der Name bereits andeutet, investieren in einen Mix aus Aktien, Rentenpapieren, Geldmarktpapieren, Rohstoffen, Edelmetallen und/oder Grundstücks- oder Immobilienwerten. Bei der jeweiligen Zusammensetzung des Fondsvermögens können verschiedene Schwerpunkte gebildet werden. Das Risiko und die Gewinnchancen orientieren sich dabei an der Mischung der Anlagen sowie am Geschick der Fondsmanager bei der Diversifikation und breiten Streuung.

Um Ihr Geld in Fonds anzulegen, bieten Mischfonds durch ihre konzeptionelle Breite einen guten Risikoschutz. Allerdings sind die Kosten oft höher als bei einem Ein-Themen-Fonds. Die Herausforderung für den Anleger liegt hier darin, den Fonds mit der richtigen Mischung zu finden. d. h. guten Renditechancen und gegebenenfalls auch gewünschten Schwerpunkten.

Hierbei investieren die Fondsmanager ausschließlich oder überwiegend in verzinsliche Wertpapiere mit unterschiedlichen Laufzeiten und Zinssätzen, in sogenannte Rentenpapiere. Genau wie bei Aktienfonds kann auch ein Rentenfonds lediglich auf bestimmte Teilbereiche des Rentenmarktes, z. B. auf europäische Staatsanleihen, fokussiert sein. Rentenfonds können sowohl in Staatsanleihen und/oder Unternehmensanleihen investieren. Staaten und/oder Unternehmen vergeben zur Geldbeschaffung Wertpapiere in Form von Anleihen, um z. B. neue Investitionen durchführen zu können. Auf das erhaltene Darlehen zahlen diese wiederum Zinsen, die sich in regelmäßigen Zinszahlungen, den „Renten“, bemerkbar machen. 

Bei dieser Form der Fondsanlage haben Sie die Wahl unterschiedlicher Risikostufen – von konservativen Anleihen gut bewerteter Nationalstaaten bis zu „Junk Bond"-Fonds, mit denen Unternehmen sich dringend benötigte Investitionsmittel verschaffen wollen. Hier liegt es also ganz bei Ihnen, welche Risiken Sie eingehen. Rentenfonds niedriger Risikostufe eignen sich vor allem für Einsteiger und Anleger, die hektische Kursentwicklungen und andere Stressfaktoren vermeiden wollen.

Dieser Fondstyp fokussiert sich auf die Anlageklasse „Rohstoffe“. Zu den wichtigsten Rohstoffen zählen dabei vor allem Öl und Gas, aber auch die Metalle Gold, Silber, Platin, Kupfer, Nickel oder andere Rohstoffe wie seltene Erden. Das Fondsvermögen kann dabei in Rohstoffe direkt sowie in Aktien von Unternehmen, die in der Rohstoffindustrie tätig sind, investiert werden.

Als Anleger können Sie mit Rohstofffonds über börsengehandelte Terminkontrakte (Futures) direkt auf Veränderungen von Rohstoffen spekulieren oder einen Rohstofffonds wählen, der in Aktion von Unternehmen aus dem Rohstoffbranche investiert. Während letztere wie andere Aktienfonds auch zu betrachten sind, bieten Rohstoffe selbst keine Sicherheiten. Preisschwankungen, Wechselkurseffekte, Markt- und Politikeinflüsse machen Futures zu einem Bereich, in dem nur Börsenprofis sich engagieren sollten, selbst wenn die Renditen dort oft auch verlockende Höhen erklimmen.

Fonds im Vergleich

Was ist die beste Fondsanlage?

Die Antwort ist auf diese gern gestellte Frage ist ganz einfach: die Fonds, die für Sie am besten passen! In den nächsten Abschnitten will ich Ihnen zeigen, wie Sie von dieser simplen Formel auf Ihre individuelle Antwort kommen. Dazu möchte ich Ihnen zunächst fünf Merkmale vorstellen, die für Fonds allgemein von Bedeutung sind. Diese Merkmale helfen Ihnen bei der Entscheidung, welche Fonds als Geldanlage am besten für Sie passen.

(1) Das Risikoprofil 

Vielleicht haben Sie das auch schon den vorhergehenden Darstellungen entnommen: Wo die Renditechancen hoch sind, ist auch das Risiko beträchtlich.

Die gute Nachricht ist, dass es Fondsprodukte gibt, die nur geringe Risiken beinhalten, aber durchaus zuverlässig eine gewisse Wertentwicklung zeigen – zum Beispiel gut bewertete Renten- und Offene Immobilienfonds, die schon lange Zeit am Markt sind und sich auf Wertstabilität fokussieren statt auf Performance.

Ausnahmen bestätigen übrigens die Regel: Mitunter gibt es Angebote, die weniger Risiko mit guten Chancen verbinden. Doch diese – meist sogenannten – „alternativen" Anlageprodukte haben oft extrem lange Laufzeiten. Manche Geschlossenen Immobilienfonds zählen in diese Kategorie. Der Pferdefuß bei dieser Art Fonds ist, dass Sie selbst im Notfall nicht an ihr Geld kommen oder Ihren Fonds nur mit hohem Verlust an einer Zweitmarktbörse verkaufen können.

(2) Der Affinitätsfaktor

Fonds lassen nicht nur nach „Risiko vs. Rendite" einteilen. Viele erfahrenere Anleger entscheiden z.B. nach „Affinität“, in welche Fonds sie investieren. Rohstofffonds sind ein gutes Beispiel: Wer sein Geld in diese Fonds steckt, kennt sich meist sehr gut mit der Materie aus, hat eventuell auch einen entsprechenden beruflichen Hintergrund.

Andere setzen – zumindest mit einem Teil ihrer Anlagen bewusst auf bequeme, leicht verständliche Lösungen wie z. B. Offene Immobilienfonds. Man benötigt keinerlei Vorwissen und kann sich bei der Auswahl an ein paar einfachen Eckdaten orientieren wie der Gesamtlaufzeit (wie lange existiert der Fonds schon, ohne geschlossen worden zu sein?) oder dem Scope Rating. Immobilien stellen eine Anlage dar, zu der man sich emotional hingezogen fühlen kann. Sie sind etwas Substanzielles und Beständiges.

Ein wichtiger Teil dieser Affinität sind natürlich auch die Anlagemotive. Wer einfach nur mal ausprobieren möchte, wie weit er mit seinem frei verfügbaren Geld kommt, wird völlig anders an das Thema herangehen als jemand, der für seine Kinder oder Enkel spart, oder ein erfahrener Hobby-Professional, der im Aktienmarkt seit Jahren aktiv ist.

(3) Spezifische Merkmale

Einige Eigenschaften haben fast alle Fonds gemeinsam. Sie bedeuten einen allgemeinen Vorteil gegenüber vielen anderen Anlageformen:

  • Diversifikation: Das Portfolio eines Fonds ist im Vergleich zur Einzelanlage deutlich breiter gestreut, was das Anlagerisiko senkt.

  • Transparenz: Fondsgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, Halbjahres- und Jahresberichte sowie die täglichen Fondsanteilspreise zu veröffentlichen.

  • Flexibilität: Fondsanteile können grundsätzlich börsentäglich gekauft und verkauft werden. Damit sind sowohl Einmalanlagen als auch Sparpläne möglich.

  • Sicherheit: Das Fondsvermögen wird in der Regel aus Sondervermögen ausgewiesen und ist daher auch bei Insolvenz der Fondsgesellschaft geschützt.

(4) Thesaurierende und ausschüttende Fonds

Was Sie noch wissen sollten ist, dass bei Investmentfonds zwischen zwei Anlagevarianten unterschieden wird: Ausschüttung und Thesaurierung.

  • Bei ausschüttenden Fonds erhalten die Fonds-Anteilseigner Erträge aus Zinsen, Dividenden oder Mieteinnahmen, die in der Regel einmal im Jahr ausgeschüttet werden. Über die ausgeschütteten Erträge kann jeder Anteilseigner nach der Versteuerung frei verfügen.
  • Thesaurierende Fonds reinvestieren sämtliche Erträge wieder in Fonds und tragen so zur Wertsteigerung des Fonds bei. Der Anleger kann somit vom Zinseszinseffekt profitieren.

Wer also seinen Investitionsschwerpunkt lieber auf eine dauerhafte Wertsteigerung der erworbenen Fondsanteile und auf einen langfristigen Vermögensaufbau ausrichtet, ist bei thesaurierenden Fonds auf der richtigen Seite. Wer lieber ein 13. oder 14. Monatsgehalt möchte, sollte auf ausschüttende Fonds setzen.

(5) Sparen, Anlegen ... oder beides?

Um eine gewisse Summe in Fonds anzulegen, muss sie natürlich vorhanden sein. Der Vorteil bei der Einmalanlage ist klar: Ihr Kapital arbeitet vom ersten Tag in voller Stärke. Und als kleinen Nebeneffekt müssen Sie sich in den meisten Fällen um nichts mehr kümmern. Beachten sollten Sie allerdings die Kosten: Ausgabeaufschlag, Depotgebühren, Managementkosten ... wenn Ihr Anlagebetrag zu klein ist, kommen Sie selbst bei positiver Kursentwicklung nur sehr langsam oder nie in die Gewinnzone.

Nun hat auch nicht jeder gleich eine größere Summe zur Hand. Kein Problem – viele Fonds bieten Sparpläne mit geringen Mindestzahlungen. Wann sich ein einmaliges Investment und wann sich die Investition per Sparplan genau eignet, lesen Sie hier am Beispiel von Offenen Immobilienfonds: Einmalanlage vs. Sparplan.

Häufig macht es Sinn, auf eine Kombination aus beidem zu setzen. Das ist z.B. der Fall, wenn Sie von Festgeld zu Offenen Immobilienfonds wechseln wollen, die erzielte Summe per einmaliger Anlage investieren und zusätzlich per Fondssparplan monatlich weiter einzahlen möchten.

Gut einkaufen, ruhiger schlafen – der Stresstest für Ihre Fondsanlage

Wertschwankungen

Sie mögen keine Kurse, die aussehen wie der Bauplan für eine Achterbahn? Dann schauen Sie sich historische Kursverläufe mehrerer Fonds aus der Kategorie an, in die Sie investieren möchten: Sie sagen nichts über die Zukunft aus, wohl aber über typisches Verhalten.

Wechselkurse

Nur bei Fonds, die in Euro abgerechnet werden, sind Sie sicher, dass Ihre Zahlen auch deren Zahlen sind. Investments in Fremdwährung können reizvoll sein, aber auch unnötige Verluste erzeugen, wenn Sie im falschen Moment verkaufen (müssen).

Wertstabilität

Die Inflation knabbert auch an Geldanlagen. Natürlich weiß niemand, was die Zukunft bringt. Aber Fonds, deren Netto-Rendite schon in der Vergangenheit zu oft unter der Inflationsmarke lag, sind wahrscheinlich keine erste Wahl.

Wer

Informieren Sie sich, wenn irgend möglich, über das Management Ihrer Wunsch-Anlagen. Ein Kurs kann schwanken, doch ein Management, das schon früher gut gearbeitet hat, ist schon mal ein guter Anfang.

 

Wie finde ich den Fonds für meine Anlage?

In diesem Abschnitt geht es nun um Sie selbst. Nur aus Ihrer eigenen Situation heraus können Sie beurteilen, welche Fonds tatsächlich zu Ihnen passen. Mit drei zentralen Fragen möchte ich Ihnen helfen, eine Antwort darauf zu finden:

Welche Ziele habe ich? 

Wirklich beantworten können Sie sich diese Frage natürlich nur selbst. Ein paar mögliche Zielmodelle will ich Ihnen als Orientierungshilfe dennoch nennen:

  • Altersvorsorge: In diesem Fall werden Sie langfristig auf möglichst geringes Risiko setzen. Ist die Rente noch einige Zeit entfernt, kann sich auch ein Fonds mit höherer Renditeperspektive als Beimischung lohnen. Ab fünf bis acht Jahre vor Beginn des Ruhestands empfiehlt sich dann eine Ablaufstrategie: Sie schichten jedes Jahr einen entsprechenden Anteil in eine möglichst risikoarme Anlage um. So bleibt der Schaden gering, wenn ausgerechnet zu Rentenbeginn die Kurse nachgeben. 
  • Freie Mittel parken: Auch hier gilt es, den Werterhalt zu bedenken. Andererseits machen auf sehr kurze Sicht nur Fonds Sinn, aus denen Sie schnell und problemlos wieder aussteigen können. 
  • Solide Spekulation: Sie haben genug Zeit und Erfahrung, sich kontinuierlich auch um Ihre Anlage zu kümmern? Dann sind maßvolle Kursschwankungen kein Problem. Dennoch werden Sie nicht all Ihr Kapital auf eine Karte setzen wollen: Ein stabilisierender Anteil spendet zumindest Trost und kann, geschickt eingesetzt, sogar für einen gewissen Ausgleich sorgen. 
  • Passives Zusatzeinkommen: Für dieses Ziel sind Sie auf eine gleichmäßige und möglichst stabile Wertentwicklung angewiesen. Fonds mit Neigung zu stärkeren Wertschwankungen eignen sich dazu überhaupt nicht.

Wieviel Zeit habe ich?

Je länger, umso besser – ist die einfache Regel für jede Geldanlage. In sehr kurzer Zeit lässt sich nur mit sehr hohem Risiko etwas erreichen. Der beste Ansatz ist es, überhaupt kein Zeitlimit zu haben, sondern sich nach der Wertentwicklung zu richten: Läuft es gut, können Sie den Gewinn kassieren – läuft es nicht, halten Sie Ihren Fonds und warten ab. Sollten Sie aber ein Zeitlimit einplanen, so gilt:

  • Immer noch so lange wie möglich: Fünf Jahre werden oft als Untergrenze für eine einigermaßen aussichtsreiche Geldanlage angesehen. 
  • Beachten Sie mögliche Fristen. So gibt es z. B. bei Offenen Immobilienfonds eine Mindesthaltedauer von zwei Jahren. 
  • Falls ein höheres Risiko Sie nicht stört, sollten Sie dennoch über eine Ablaufstrategie nachdenken (siehe Kasten).

Ablaufstrategie – Sinn und Methode

Eine Ablaufstrategie setzt man vor allem dann ein, wenn das Kapital in Anlagen mit starken Wert- bzw. Kursschwankungen investiert ist wie Aktien oder auch manche Aktienfonds. Wenn man dann einen bestimmten Fälligkeitszeitpunkt ins Auge gefasst hat (zum Beispiel, weil man mit dem Geld eine größere Anschaffung plant), wäre es ungünstig, wenn ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt der Kurs im Keller ist.

Hier hilft die Ablaufstrategie, Verlusten vorzubeugen. Das angelegte Kapital wird stufenweise in wertstabile Anlageformen umgeschichtet. Zeitraum und Aufteilung hängen von der Summe und der Laufzeit der Anlage ab:

  • Bei zehn Jahren Laufzeit oder mehr kann man schon ein Jahr vor Ablauf anfangen. Bei mittelfristigen Anlagen mit vier Jahren Laufzeit wird man eher ein halbes Jahr oder weniger dafür verwenden.
  • Große Anlagesummen würde man 8/8teln oder sogar 10/10teln umschichten. Bei deutlich kleineren Summen reichen vier oder auch nur drei Schritte.
Mein Fazit

In Fonds anlegen

Wie Sie sehen konnten, gibt es ein großes Spektrum an Möglichkeiten, Ihr Geld in Fonds anzulegen. Den passenden Fonds zu finden, ist jedoch kein Hexenwerk. Sie müssen sich einfach nur an Ihren eigenen Zielen und Möglichkeiten orientieren. Danach helfen Ihnen die speziellen Merkmale, die jeder Fondstyp besitzt.

Mit dem nächsten Schritt sind Sie dann vielleicht schon am Ziel: Sie suchen bei Ratingagenturen nach gut bewerteten Titeln und vergleichen die Kosten. So finden Sie leicht einen oder mehrere Fonds, die ihren Ansprüchen genügen. Sollten Sie darüber hinaus noch an Offenen Immobilienfonds oder einem Fondssparplan Interesse haben, folgen Sie einfach den Links: Dort finden Sie zu diesen Themen weitere Beiträge von mir.

Bildquellen der Seite: Nikada/iStockphoto

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Wir freuen uns über Ihre Bewertung!

Artikel teilen

Zuletzt aktualisiert am
10. Juli 2020

Passende Beiträge