Ratgeber-Autor

Thomas Henrich

Projektleiter

Commerz Real AG

Vermögensaufbau 24 entscheidende Prinzipien auf dem Weg zu Ihrem Vermögen

11 Minuten Lesezeit

Erfolg im Job, das Gehalt stimmt, für schöne Urlaube ist ausgesorgt. Was am Ende des Monats übrig bleibt, liegt nur auf dem Konto herum – ist jetzt die richtige Zeit für den Aufbau Ihres Vermögens?

Oft wird das Thema Vermögensaufbau für viele Menschen erst später in ihrem Leben wirklich relevant. Dabei macht es gerade für junge Leute Sinn, sich frühzeitig damit zu beschäftigen. Denn so setzen Sie den Grundstein, um Ihre langfristigen Wünsche zu realisieren: Zum Beispiel, wenn Sie eine größere Anschaffung planen, ein Sabbatical nehmen möchten oder Sie Kapital benötigen, um sich bei der Berufswahl zu verwirklichen. Aber auch, wenn Sie für Ihr Alter oder eine eigene Familie vorsorgen möchten oder sich den Traum eines Eigenheims erfüllen wollen, sind Sie auf eigenes Kapital angewiesen. Sich frühzeitig mit den eigenen Finanzen auseinanderzusetzen, verschafft jungen Leuten viele Möglichkeiten der Selbstverwirklichung. Doch weil Geldanlagen immer auch mit Risiken einhergehen, ist die Hürde oft noch groß.

Bestimmt haben Sie auch schon genug angeblich heiße Tipps zu ETFs oder Kryptowährungen von dem Hobby-Finanzexperten aus Ihrem Freundeskreis bekommen, die sich dann doch wieder als Luftschloss herausgestellt haben. Genau da möchte ich mit Ihnen ansetzen: Vermögensaufbau hat nichts mit Zocken oder Glücksspiel zu tun, sondern basiert auf einer an Sie individuell angepassten Strategie, die Ihr Geld für Sie arbeiten lässt. Dafür ist es wichtig, dass Sie Ihre eigene Situation im Blick behalten und mit dem richtigen Hintergrundwissen gute Entscheidungen treffen.

Dieses Basiswissen möchte ich Ihnen hier vermitteln: Ich führe Sie durch 24 Prinzipien, die für einen erfolgreichen und langfristigen Vermögensaufbau entscheidend sind. Darüber hinaus finden Sie Verweise zu weiterführenden Themen, zum Beispiel wie Sie Ihr eigenes Portfolio erstellen, was Sie beim Fondssparen beachten müssen oder welche Möglichkeiten Sie mit einem Startkapital von 10.000 Euro haben.

Was Sie für den Start Ihres Vermögensaufbaus berücksichtigen müssen

1. Prinzip: Die drei Grundsätze des Vermögensaufbaus verstehen

Zuerst geht es darum nachzuvollziehen, wie Kapitalaufbau funktioniert. Dabei geht es vor allem um drei Grundsätze:

  1. Weniger ausgeben, als man einnimmt
  2. Den Überschuss zur Seite legen
  3. Das zur Seite gelegte Geld investieren 

Um also Ihr Vermögen bilden zu können, müssen Sie zuerst ihren Alltag aus Ihren Geldquellen, wie beispielsweise Ihrem Erwerbseinkommen oder dem Gewinn Ihres Unternehmens, bestreiten können und Geld übrig haben. Das Geld, das über Ihre monatlichen Lebenshaltungskosten und sonstigen Ausgaben hinausgeht und damit nicht direkt gebraucht wird, legen Sie zur Seite. Dieses angesparte Geld wird schließlich gewinnbringend investiert. Hier unterscheidet sich der Vermögensaufbau letztlich von einfachen Sparmaßnahmen: Ihr Kapital muss investiert werden, damit es für Sie arbeiten und sich vermehren kann.

Tipp: Wie spare ich richtig – und wie viel?

Damit Sie Ihr Vermögen bilden können, sollten Sie sich eine monatliche Sparquote setzen und sie möglichst diszipliniert einhalten. Natürlich bedeutet eine höhere Sparquote, dass Sie schneller ein höheres Vermögen erreichen. Trotzdem sollte sie an Ihre Situation angepasst sein, damit Sie sich sicher sein können, dass Sie Ihr Sparziel erreichen.

Grundsätzlich ist eine monatliche Sparquote von 15-20 Prozent ein guter Anhaltspunkt. Zum Vergleich: In Deutschland lag die Quote in den letzten 20 Jahren im Schnitt zwischen 10 Prozent und 20 Prozent. Erst vor kurzem haben die Deutschen eine neue Rekordquote aufgestellt – mit 23,2 Prozent im ersten Quartal 2021. Doch das ist bei weitem kein Wert, den Sie mit Biegen und Brechen erreichen müssen. Mit einer stabilen Sparquote, die für Sie gut umsetzbar ist, können Sie eine solide Grundlage für Ihre Investments und damit für Ihr künftiges Vermögen schaffen.

Hier finden Sie als Orientierung einige Mindestquoten, die für unterschiedliche Jahresgehälter sinnvoll sein können:

Jahreseinkommen Brutto Empfohlene Sparquote
bis 30.000 € 8 %
30.000 € - 50.000 € 10 %
50.000 € - 150.000 € 15 %
150.000 € - 300.000 € 20 %
mehr als 300.000 € 30 % +

Quelle: finanzwissen.de

Also: Bei 3.000 Euro brutto pro Monat ist mal im Bereich der empfohlenen Sparquote von 10 Prozent (36.000 Euro Jahreseinkommen). Das heißt, man sollte 300 Euro pro Monat sparen. Wenn man von den 3.000 Euro brutto  2.400 netto rausbekommt, hat man also noch 2.100 Euro für die Lebenshaltungskosten.

2. Prinzip: Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Bevor Sie anfangen, über steigende und fallende Börsenkurse oder günstige Einstiegszeitpunkte nachzudenken, rate ich Ihnen: Beginnen Sie lieber jetzt mit (auch kleinen) Investitionsbeträgen, um sich ein Gefühl für den Finanzmarkt zu verschaffen und nach und nach Erfahrung und Wissen zu sammeln. Als Neu-Anleger werden Sie nicht den einen perfekten Zeitpunkt finden, um Ihr Geld anzulegen, denn dazu müssen Sie den Finanzmarkt sehr gut kennen.

Für interessierte Einsteiger ist es viel lohnenswerter, jetzt den ersten Schritt zu wagen, anstatt sich über lange Zeiträume mit komplizierten Marktprozessen auseinanderzusetzen. Wenn Sie langfristig Ihr Vermögen aufbauen möchten, haben Sie noch viel Zeit, um den Markt kennenzulernen und Ihr bis dahin gesammeltes Wissen anzuwenden. Doch erst wenn Sie jetzt den Anfang machen, hat Ihr Geld die Chance für Sie zu arbeiten.

3. Prinzip: Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme

Um abschätzen zu können, wie Sie Ihr Kapital aufbauen möchten, sollten Sie sich erst einmal einen ausführlichen Überblick über Ihre Finanzlage verschaffen: Welche monatlichen Einnahmen haben Sie? Wie viel davon geht wieder für Miete, Versicherungen und sonstige Verträge ab? Machen Sie sich also erstmal ein Bild über die regelmäßigen Ein- und Ausgänge. 

Darüber hinaus sind weitere Aspekte zu berücksichtigen: Steht demnächst eine Gehaltserhöhung an? Möchten Sie regelmäßig Beträge für einen Urlaub zur Seite legen? Stehen noch Kredite im Raum, zum Beispiel BAföG, und wann sind sie abbezahlt? Die Bestandsaufnahme zielt darauf ab, dass Sie genau wissen, welche Beträge am Ende eines Monats übrigbleiben, damit Sie möglichst langfristig planen können.

Auch wenn so eine Finanzübersicht vielleicht erst einmal langweilig erscheint, hat sie auch etwas Gutes: Wenn Sie ordentlich Ihre monatlichen Ausgaben durchkämmen, entdecken Sie vielleicht noch Kostenfresser in Form zu teurer Verträge oder veralteter Abos. So können Sie sich auf lange Sicht unnötige Kosten sparen.

4. Prinzip: Keine offenen Schulden oder Kredite

Wenn Sie noch dabei sind, Kredite oder Schulden abzubezahlen, werden die damit einhergehenden Zinsen Ihre Renditen höchstwahrscheinlich übersteigen. Daher wäre es ratsam zu überprüfen, was sich tilgen lässt und wie lang Sie noch daran gebunden sind. Auch wenn Sie öfter mit Ihrem Girokonto ins Minus gehen, sind hohe Kosten verbunden. Solche Ausgaben sollten Sie vermeiden, bevor Sie sich entschließen, Geld zu investieren.

5. Prinzip: Ihre individuelle Verortung im Vermögensmodell

Die Verortung im Vermögensmodell schließt direkt an Ihre Bestandsaufnahme an. Das Modell hilft Ihnen dabei, Ihre eigene Position besser einzuschätzen. Damit können Sie besser planen, welche nächsten Schritte für Sie Sinn machen:

  • Mit dem ersten Baustein stellen Sie sicher, dass Sie alle laufenden Kosten decken können, also vor allem Ihre Miete, Verpflegung, Versicherungen, aber auch sonstige Ausgaben wie für Kleidung oder anfallende Kosten für Ihre Hobbies.
  • Der zweite Baustein bezieht zusätzlich noch finanzielle Reserven für beispielsweise unvorhergesehene Reparaturen oder kleinere Anschaffungen mit ein, die ebenfalls gedeckt werden müssen.
  • Beim dritten Baustein geht es um die mittel- bis langfristige Planung Ihrer Finanzen, zu der auch der Vermögensaufbau gehört: Hier können Sie risikoarme Investitionen angehen wie für Ihre Alters- oder Kindervorsorge.
  • Beim vierten Baustein sind alle vorhergehenden Ausgaben gedeckt und es besteht noch immer finanzieller Spielraum, um Geldanlagen mit höheren Renditechancen zu wagen. Hier sollten Sie vor allem auf Kapital setzen, das für lange Zeit unangetastet bleiben kann.

Die 4 Bausteine des Vermögensmodells

1. Laufender Zahlungsverkehr

Finanzsituation: Das Monatseinkommen deckt die Kosten

Mögliche Anlageform: Girokonto

2. Reserve für Notfälle

Finanzsituation: Zusätzl. 2 - 3 Monatseinkommen als Reserve, z. B. für unplanmäßige Reparaturen

Mögliche Anlageform: Tagesgeldkonto

3. Mittel- bis langfristig

Finanzsituation: Alles, was die Punkte bzw. Schritte 1 und 2 überschreitet (Sparen und anlegen bereits ab einem zweistelligen Betrag möglich)

Mögliche Anlageform: Rentenfonds, Offene Immobilienfonds

4. Langfristig & spekulativ

Finanzsituation: Alles, nach Punkt 1 - 3 / Summen, deren Verlust im Worst Case verkraftet werden können

Mögliche Anlageform: Aktienfonds, ETFs, Aktien, Geschlossener Immobilienfonds

Tipp: Vermögen aufbauen mit wenig Geld

Vor allem für junge Menschen, die gerade am Anfang ihres Berufslebens stehen oder andere Menschen, die nur über wenig Geld verfügen, spielt das Thema Vermögensaufbau keine große Rolle, denn: Mit wenig lässt sich auch nur wenig machen. Oder? Das ist zwar ein häufiger Einwand, aber berechtigt ist er nicht unbedingt. Gerade dann macht es Sinn, sich über die eigene finanzielle Situation Gedanken zu machen und sie soweit es geht zu optimieren.

Auch wenn Sie für eine größere Anschaffung sparen oder sich für das Alter absichern möchten, lohnt es sich, mit wenig Kapital vorzusorgen. Es ist kein Geheimnis, das gerade Menschen mit weniger Einkommen eines Tages von Altersarmut betroffen sind. Daher sollten Sie erst recht versuchen, die empfohlene Sparquote von mindestens 10 % zu erreichen. Falls das nicht möglich ist, bieten manche Fonds und Anlagen sogenannte Sparpläne mit monatlichen Beiträgen ab 50 oder sogar ab 10 Euro. Damit können sich auch Menschen mit geringeren finanziellen Mitteln ein erstes Polster aufbauen und sich mit dem Finanzmarkt vertraut machen.

6. Prinzip: Absicherung der größten Lebensrisiken

Damit Sie Ihren Vermögensaufbau gut strukturieren können, zählen nicht nur die planbaren und aktuellen Kosten. Die beste Anlagestrategie wird Ihnen nichts mehr nützen, sobald beim ersten unvorhergesehenen Ereignis unerwartete Kosten auf Sie zukommen und Sie Ihre Anlagen auflösen oder verkaufen müssen - im schlimmsten Fall zu ungünstigen Konditionen. Gehen Sie daher möglichst sicher, dass Sie auch für ungeplante Situationen gut gerüstet sind. Dazu zählen:

  • Krankheit oder Pflegebedürftigkeit 
  • plötzliche Haftpflichtschäden
  • Berufsunfähigkeit
  • Todesfall

Für all diese Fälle bestehen Möglichkeiten der Versicherung, um sich selbst oder Ihre Familienmitglieder vor unvorhergesehenen Ereignissen finanziell schützen zu können. Damit eliminieren Sie weitere Risiken und sichern Ihre Vermögensplanung so gut es geht ab.

Langfristig Vermögen bilden: Die Grundlagen

7. Prinzip: Ihr Anlageziel vor Augen

Wenn Sie sich für das Thema Geldanlage interessieren, haben Sie vielleicht schon Ziele im Kopf, die Sie damit erreichen möchten. Es ist unverzichtbar zu wissen, was Sie sich von Ihrer Anlage erhoffen, damit Sie Ihre Strategie daran anpassen und ihr auch motiviert folgen können.

Dabei gilt: Je konkreter Sie Ihr Anlageziel vor Augen haben, desto besser und zielgerichteter können Sie Ihr Geld anlegen. Das kann die Familien- oder Altersvorsorge, ein Ferienhaus oder eine Weltreise sein. Davon ist zum Beispiel abhängig, wie groß Ihre Anlage sein wird, welche Sparraten für Sie in Betracht kommen, wie lang Sie anlegen möchten und welche Risiken Sie eingehen wollen.

Tipp: Vermögen nachhaltig aufbauen

Immer öfter spielen Nachhaltigkeitskriterien in der Auswahl von Finanzprodukten eine wichtige Rolle. Denn mit nachhaltigen Geldanlagen können Sie nicht nur Ihr Vermögen aufbauen, sondern auch für Ihre Umwelt und Gesellschaft etwas Gutes tun.

In der Auswahl einer nachhaltigen Anlagemöglichkeit können Sie auf verschiedene Ansätze zurückgreifen, die unterschiedliche Ansprüche an die Produkte stellen: Mit einem Positiv-Screening beispielsweise können Merkmale wie besonders hohe Sozialstandards oder Umweltmanagement hervorgehoben werden; der normbasierte Ansatz verfolgt internationale Normrichtlinien, zum Beispiel von UNICEF oder den Vereinten Nationen. Darüber hinaus spielen konkrete nachhaltige Kriterien wie ESG (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) eine Rolle in der Bewertung von Anlageprodukten.

Als Privatanleger*in sollten Sie allerdings darauf Acht geben, dass einige Anbieter sich den Greenwashing-Trend zunutze machen, um ihre Produkte nach außen hin aufzuwerten. Deshalb kann es sich lohnen, bei der Recherche einen genauen Blick auf die tatsächlichen Nachhaltigkeitskriterien eines Unternehmens oder Anbieters zu werfen.

Ein Finanzprodukt, das sich gelebte Nachhaltigkeit zur entscheidenden Aufgabe gemacht hat, sind Impact Fonds: Hier vereinen sich solide Renditen mit konkreten Nachhaltigkeitszielen, die transparent und messbar verfolgt werden können.

8. Prinzip: Die Inflation im Blick behalten

Wenn Sie noch ein Sparbuch besitzen und in den letzten Jahren mal darauf geschaut haben… Schon seit geraumer Zeit tut sich da nicht mehr viel. Das hat seinen Grund: Diese Art der Einlage hält mit der derzeitigen Inflation nicht Schritt und Ihr Geld verliert mit den Jahren an Wert. Aktuell wird ein Vermögen von 10.000 Euro mit der heutigen Inflationsrate in 20 Jahren nur noch eine Kaufkraft in Höhe von ca. 6.100 Euro haben (Stand Juni 2021). 

Das soll Sie jedoch nicht besorgt stimmen, sondern vielmehr optimistisch: Sie wissen nun, dass ein wichtiger Aspekt des Vermögensaufbaus auch der Vermögenserhalt ist. Auf dem Finanzmarkt gibt es einige Produkte, die ähnlich wie das Sparbuch eine risikoarme Anlage bedeuten, deren Renditen aber über der Inflationsrate liegen und Ihnen so trotzdem noch Gewinne bescheren.

9. Prinzip: Kennen Sie Ihren Anlagehorizont

Ihr Anlagehorizont bestimmt, welche Art der Anlage für Sie Sinn macht. Denn damit gehen Laufzeiten, Mindesthaltungsfristen, Risiken und Gewinne einher. Grundsätzlich kann man zwischen drei verschiedenen Anlagezeiträumen unterscheiden:

  1. Kurzfristiger Anlagehorizont (1-3 Jahre): Dieser Anlagehorizont dreht sich meistens um Sicherheit und Verfügbarkeit. Er kommt für Neu-Anleger infrage, die in der Lage bleiben möchten, auf ihr Geld zuzugreifen. Oder es nutzen Anleger diesen Horizont, deren Ruhestand naht und die sich dafür absichern wollen. Hohe Renditen werden in diesen Zeiträumen eher nicht erzielt, außer Sie haben die finanziellen Ressourcen (und die Kompetenz), um sich an spekulativen und risikoreichen Wetten zu beteiligen. 
  2. Mittelfristiger Anlagehorizont (3-10 Jahre): Hier greifen Anleger oft auf stabile Anlageprodukte wie beispielsweise Immobilienanlagen zurück, um diese durch etwas risikoreichere Anlagen, z.B. Aktien, zu ergänzen.
  3. Langfristiger Anlagehorizont (+10 Jahre): Dieser Anlagehorizont bietet sich an, wenn Sie sowohl Zeit als auch Risikotoleranz mitbringen. Denn Sie können eventuelle Verluste hinnehmen, sie ausgleichen oder die Erholung abwarten und sich die Gewinne zum richtigen Zeitpunkt auszahlen lassen. Sie können diesen Zeitraum gut für die Altersvorsorge nutzen oder auch einfach dafür, Ihr privates Vermögen aufzubauen.

Tipp: In jungen Jahren Vermögen aufbauen

Als noch jüngerer Mensch haben Sie einige Möglichkeiten, um dem eigenen Vermögen beim Wachsen zuzusehen. Zum Beispiel können Sie einen Teil Ihres Kapitals in chancen-, aber auch risikoreichere Anlageformen wie Aktien investieren: Für solche Anlagen brauchen Sie nämlich Zeit, um Wertschwankungen abzuwarten und zum richtigen Zeitpunkt höhere Renditen zu erzielen. Doch dazu gehört auch eine gute Portion Selbstbewusstsein und Risikotoleranz.

Wenn Sie gerade mit dem Aufbau Ihres Vermögens anfangen und noch nicht über viel Kapital verfügen, sind Sie mit risikoarmen Produkten ebenso gut beraten. Damit können Sie sich dem Markt gut abgesichert nähern. Einen guten Einstieg bildet zum Beispiel ein Fondssparplan: Wenn Sie als Berufseinsteiger am Ende jedes Monats einen Betrag übrighaben, kann dieser direkt angelegt werden.

Ein Fondssparplan bietet Ihnen außerdem zwei Effekte, die sich positiv auf Ihre Anlage auswirken: zum einen der Zinseszinseffekt. Dahinter steckt, dass Ihr angelegtes Geld auf zweierlei Art verzinst wird: Ihr Anlagebetrag „verdient” Zinsen, sodass Ihr Ertrag wächst und in der nächsten Zinsperiode wiederum höhere Zinsen erwirtschaftet. Dadurch wächst Ihr Vermögen schneller und kontinuierlich an. Zum anderen kommt der Cost-Average-Effekt bzw. Durchschnittskosteneffekt zum Tragen: Durch die monatlichen Einzahlungen können Marktschwankungen zu Ihrem Vorteil genutzt werden. Dadurch spielen steigende oder fallende Kurse keine große Rolle, da sie sich durch den Durchschnittskosteneffekt gegenseitig ausgleichen.

10. Prinzip: Das magische Dreieck der Vermögensanlage

Das magische Dreieck vermittelt die Grundregel des Finanzmarkts und besteht aus den drei Ecken Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite. Wenn Sie sich das Dreieck anschauen und die verschiedenen Anlageformen durchklicken werden Sie feststellen: Keine Geldanlage ermöglicht Ihnen alle drei Aspekte gleichzeitig:

  • Wenn Sie kein großes Risiko eingehen möchten und auf die Verfügbarkeit Ihres Geldes angewiesen sind, werden Sie keine hohe Rendite erzielen; das gilt zum Beispiel für Tagesgeldkonten.
  • Investmentmöglichkeiten mit hohen Renditechancen hingegen sind weniger sicher und können stark schwanken. Die Verfügbarkeit ist häufig weiterhin hoch: Sie haben also in der Regel die Möglichkeit, Ihre Anteile zu verkaufen, allerdings mit dem Risiko recht hoher Verluste.

Das Bild des Dreiecks kann Ihnen auch dabei helfen, den richtigen Anbieter zu finden: Wer mit besonders hohen Renditen und gleichzeitigem Nullrisiko wirbt, sollte Ihr Misstrauen wecken.

Offene Immobilienfonds im Dreieck der Vermögensanlage

Offene Immobilienfonds gelten als risikoarme Anlagemöglichkeit, da sie durch Stabilität von Sachwerten trumpfen können.

Geschlossene Immobilienfonds im Dreieck der Vermögensanlage

Bei Geschlossenen Immobilienfonds sind – im Vergleich zu Offenen Immobilienfonds - sowohl die Rendite-Chancen als auch das Risiko höher zu bewerten. Kapital ist zudem langfristig gebunden.

ETFs / Aktien im Dreieck der Vermögensanlage

Hier steht vor allem die Rendite im Vordergrund. Rendite wird jedoch immer mit Sicherheit bezahlt. Vor allem Aktien sind daher etwas für erfahrene, risikofreudige Anleger. 

11. Prinzip: Das A und O: Diversifikation

Mit diversifizierten, also breit gefächerten Anlageprodukten haben Sie die Möglichkeit, das magische Dreieck ein stückweit zu umgehen: Auch wenn eine einzelne Anlage nicht alle drei Charakteristika erfüllen kann, können es aber eine Vielzahl von Anlagen – kombiniert in Ihrem Portfolio. 

Auf Portfolios werden wir gleich noch näher eingehen, erst einmal gebe ich Ihnen einen kurzen Einblick in die Diversifikation. Ihr Ziel ist es, die Renditen und Risiken verschiedener Produkte zu balancieren, sodass Sie am Ende des Tages mit möglichst wenig Risiko auch möglichst viel Gewinn machen können. Dafür wird Ihr Kapital in verschiedene Bereiche investiert, die unterschiedlich auf bestimmte Ereignisse reagieren, um die Reaktionen darauf möglichst divers zu gestalten.

Wenn also ein Ereignis in einem Markt zu einem plötzlichen Kurssturz führt, kann genau das in einem anderen Markt für eine positive Entwicklung sorgen. Damit vermeiden Sie als Anleger sogenannte Klumpenrisiken, die sich also vor allem in einem Markt oder einer Branche sammeln. Sie können Ihre Anlageprodukte nach unterschiedlichen Kategorien diversifizieren, zum Beispiel nach geographischer Lage des Markts, nach Branchen oder nach Anlageklassen.

12. Prinzip: Die Bedeutung verschiedener Anlageklassen

Auch verschiedene Klassen von Anlageprodukten helfen Ihnen dabei, Ihre Geldanlagen zu diversifizieren. Die verschiedenen Klassen berücksichtigen unterschiedliche Märkte und Produkte, daher bestehen zwischen ihnen einige Unterschiede in den Eigenschaften der einzelnen Anlagen. Man unterscheidet zwischen fünf verschiedenen Klassen:

  1. Einlagen sind Sparformate in Form von Tages- oder Festgeldkonten, die zwar sichere, aber niedrige Renditen erwirtschaften. Diese liegen auf dem gleichen Niveau oder sogar unter der Inflationsrate, weshalb Sie hier kaum mit Gewinnen rechnen können.
  2. Immobilien bieten entweder als eigenes Objekt oder in Form von Offenen Immobilienfonds eine Anlageform. Bei einer eigenen Immobilie müssen Sie beachten, dass damit sowohl laufende Kosten als auch vor allem eine große Konzentration von Ressourcen einhergehen. Offene Immobilienfonds wiederum gelten als risikoarme Anlage, für die Ihr Kapital in unterschiedliche Standorte und Nutzungsarten investiert wird. 
  3. Wertpapiere umfassen u.a. Aktien, Anleihen, (Aktien-)Fonds, ETFs und Zertifikate. Diese Anlagen reichen von risikoarm mit eher geringen Renditen (z.B. Staatsanleihen der meisten EU-Staaten) zu eher risikoreich mit höheren Renditechancen (Aktien).
  4. Rohstoffe sind als Anlageklasse recht heterogen und beinhalten Naturstoffe wie Öl, Erz, Getreide, aber auch Edelmetalle wie Gold und Platin. Diese Anlageklasse sowie ihre Marktwerte basieren ausschließlich auf Angebot und Nachfrage, da die einzelnen Produkte an sich keine Gewinne oder Dividenden erzielen. Sie gelten meist als relativ wertstabile Anlagen.
  5. Alternative Investments fassen verschiedene Geldanlageprodukte für exklusive und meist finanziell sehr gut aufgestellte Anlegergruppen. Darunter können zum Beispiel Geschlossene Immobilienfonds oder Hedgefonds fallen.

Anlageklassen im Überblick

Von der Theorie in die Praxis: Ihre Strategie zum Vermögensaufbau

13. Prinzip: Orientierung an Produkten, die Sie verstehen

Um den ersten Schritt in Richtung Vermögensaufbau zu wagen, sollten Sie Ihrem Instinkt vertrauen: Welche Bereiche der Geldanlage sprechen Sie an? Wo haben Sie vielleicht schon Erfahrungen gesammelt oder sich privat informiert? 
Wenn Sie ein besonderes Interesse an einer bestimmten Branche haben, hilft Ihnen das sowohl bei Ihrer Motivation als auch bei der Anlageentscheidung, mit der Sie sich am wohlsten fühlen.

Doch auch hier gebe ich Ihnen den Tipp, geduldig zu bleiben: Es kann immer sein, dass sich eine Anlage nicht so entwickelt, wie Sie es sich gewünscht haben. Aber wenn Sie Ihr Geld in einem Bereich anlegen, der Sie auch persönlich interessiert, kann sich das durchaus positiv auf Ihr Durchhaltevermögen und Ihre Begeisterung auswirken.

14. Prinzip: Die Gestaltung Ihres Portfolios – nach Ihren eigenen Wünschen

Das Wichtigste beim Aufbau Ihres Portfolios ist, dass es Sie und Ihre Ziele repräsentiert. Dabei kommt es vor allem darauf an, was Sie mit dem Portfolio erreichen, welche Risiken Sie eingehen und wie lange Sie investieren möchten. Darüber hinaus muss Ihnen klar sein, welche finanziellen Mittel Ihnen zur Verfügung stehen.
Grundsätzlich kann zwischen drei gängigen Formen von Portfolios unterschieden werden, wobei die konkrete Zusammensetzung sich je nach Anleger und individuellen Präferenzen unterscheidet:

  • Das werterhaltende Portfolio besteht größtenteils aus risikoarmen Anlagen, die vor allem vor Wertverlust schützen, aber auch keine besonders hohen Gewinne einbringen. Hier steht Ihnen offen, einen kleinen Teil Ihres Kapitals in etwas risikoreichere Anlagen zu investieren. Damit bleibt die Sicherheit grundsätzlich noch gewährt, die Renditechancen steigen aber.
  • Das ausgewogene Portfolio ist darauf ausgelegt, eine gleichmäßige Verteilung von Chancen und Sicherheit zu erzielen. 
  • Das wachstumsorientierte Portfolio baut auf hohe Renditen und nimmt dafür höhere Risiken in Kauf. Auch hier sollten Sie darauf achten, dass Sie wiederum einen kleineren Teil in risikoärmere Anlagen investieren, um sich ein wenig Sicherheit zu erhalten.

Über diese drei Arten hinaus gibt es noch weitere, die durch feinere Unterschiede in der Zusammensetzung geprägt sind. Das dynamische Portfolio beispielsweise besteht auch aus einer stabilen Basis verschiedener Anlagen, die durch stark schwankende Anlagen mit hohem Renditepotential ergänzt wird. Die Sicherheit des Portfolios wird in diesem Fall ausschließlich durch die breite Streuung angepeilt.

15. Prinzip: Aktien im Portfolio bewähren sich langfristig

Auch wenn mit ihnen oft ein erhöhtes Risiko verbunden ist, sind Aktien seit jeher eine der wichtigsten Anlageformen. Sie versprechen auf lange Sicht hohe Renditen, sodass sich eine Anlage in Aktien vor allem in jüngeren Jahren umso mehr lohnt. Damit haben Sie genug Zeit, um negative Entwicklungen abzuwarten und im richtigen Moment zu verkaufen. Im höheren Alter sollten Sie wieder vorsichtiger mit Aktien umgehen und nicht Ihr Vermögen darauf verwetten – denn wenn Sie zum Beispiel im Rentenalter angekommen sind und der Markt gerade eine Tiefphase durchlebt, werden Sie Ihre Anteile nur zu ungünstigen Konditionen verkaufen können und im schlimmsten Fall Verluste machen.

Aber Vorsicht: Börsen-Hype hin oder her, auch in jungem Alter sollten Sie nicht das gesamte Börsenparkett leerkaufen, sondern Ihrem Portfolio vor allem auch risikoarme Anlagen hinzufügen. Je bewanderter Sie sich im Finanzmarkt fühlen, desto eher können Sie eine Anlage in Aktien wagen.

16. Prinzip: Immobilien bringen Stabilität

Immobilien stellen sowohl für Anlage-Neulinge als auch für erfahrenere Anleger eine zuverlässige und sinnvolle Investition dar. Als Anlagemöglichkeit machen sie den Einstieg in den Finanzmarkt sehr leicht: Immobilien kennt und nutzt jeder, man kennt die Kosten (als Mieter oder Besitzer) und weiß, was in Häusern und Wohnungen alles so anfallen kann. Weil man sie leichter versteht, bevorzugen es nicht wenige Anleger, zunächst in Immobilien zu investieren.

Neben dem persönlichen Bezug sind Immobilien außerdem krisensicher und risikoarm und bieten damit ein wertvolles und solides Fundament für Ihren Vermögensaufbau – daher auch der Begriff „Betongold”. Denn durch den immerwährenden Bedarf an Immobilienobjekten in Deutschland ist die Nachfrage sogar in Krisenzeiten meist zuverlässig hoch.

17. Prinzip: Fonds als solide Geldanlage

Fonds investieren Ihre Anlage in eine Vielzahl von Einzelinvestitionen, z.B. Aktien eines bestimmten Unternehmens, auf einmal, womit sie sich wieder das Prinzip der Diversifikation zunutze machen. Damit bieten sie Ihnen als Anleger einen höheren Grad an Stabilität und zusätzlichen Komfort, da Sie sich nicht selbst aktiv um Ihre Anlage kümmern müssen. Wie das Kapital angelegt wird und wo vielleicht eine Umschichtung oder Re-Investition stattfinden muss, übernehmen die Fondsmanager. Das gilt sowohl für Aktienfonds, ETFs und auch Immobilienfonds. Daher nehmen Fonds meist eine bedeutende Rolle im Vermögensaufbau ein.

Tipp: Doppelt diversifiziert mit Offenen Immobilienfonds

Neben den „eigenen vier Wänden” können Sie auch in Form von Fonds in Immobilien investieren. Offene Immobilienfonds bieten hierfür eine stabile Anlagemöglichkeit, denn darin fügen sich die Vorteile von Immobilienanlagen in einem Produkt zusammen: Zum einen zeichnen sich Offene Immobilienfonds durch die immobilientypische Krisensicherheit und das geringe Risiko aus; zum anderen bestehen sie aus einer Vielzahl von Objekten, die über Branchen, Länder und Nutzungsarten verteilt sind. Dadurch sind solche Fonds von Haus aus diversifiziert und können so die Stabilität Ihrer Anlage noch weiter erhöhen. Damit können Sie auch das sogenannte „Klumpenrisiko” vermeiden, das sich mit dem Erwerb einer einzelnen, eigenen Immobilie ergibt.

Dass Immobilien sich auch in Krisenzeiten wie dem Pandemiejahr 2020 bewähren, bewies die Umfrage zum Vermögensbarometer 2020 des DSGV: Neben Edelmetallen und Grundstücken zählten Investment- und Immobilienfonds zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen im vergangenen Jahr.

18. Prinzip: Vertrauen Sie Ihrer Strategie

Bestimmt werden Sie im Zeitraum Ihres Anlagehorizonts das ein oder andere Mal ins Grübeln geraten, ob Ihre Anlagen nun wirklich die besten sind oder ob Sie nicht mit anderen besser bedient wären. Vielleicht werden Sie auch etwas übermütig und möchten mit Ihrem Geld lieber schnelle Renditen erzielen, die sich plötzlich links und rechts anzubieten scheinen.

Doch egal, ob Sie sich anfangs noch mit Ihrer Anlage überfordert fühlen oder schnell selbstbewusster werden: Bleiben Sie bei Ihrer Strategie und vertrauen Sie darauf. Wenn Sie erstmal die Zeit investiert haben, um Ihre eigene Strategie zu entwickeln, werden vorschnelle oder spontane Entscheidungen Ihnen nur ein Bein stellen. Lassen Sie sich also nicht von vielversprechenden Anlagen, emotionalen Kurzschlussreaktionen oder Ihren anfänglichen Sorgen beirren und versuchen Sie, den Mehrwert Ihrer individuell auf Sie abgestimmten Strategie im Blick zu behalten.

19. Prinzip: Regelmäßiges Rebalancing Ihrer Strategie

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Ihre Strategie weiterhin für Sie funktionieren kann, ist die regelmäßige Überprüfung Ihres Portfolios, auch Rebalancing genannt. Ihr Portfolio kann noch so gut auf Sie und Ihre Situation zugeschnitten sein – Situationen und persönliche Lebenslagen ändern sich.

Wenn Sie sich also zum Beispiel genügend Wissen angeeignet und den Anker Ihres Portfolios um die risikoarmen Anlagen gesetzt haben, möchten Sie vielleicht künftig einen Teil Ihres Kapitals in etwas risikoreichere Produkte investieren. Oder Sie reduzieren Ihre Anlagen, weil Sie einen Teil des Vermögens für ein Anlageziel verwenden möchten – all diese Entwicklungen beeinflussen Ihre Strategie und sollten sich in der (Neu-) Zusammenstellung Ihres Portfolios widerspiegeln. Daher ist es wichtig, bei großen Veränderungen einen genauen Blick aufs Portfolio zu werfen; fortgeschrittenen Anlegern und Profis rate ich zu einem alljährlichen Rebalancing.

Tipp: Vermögensaufbau mit 40

Wenn Sie im mittleren Alter frisch mit Ihrer ersten Geldanlage starten möchten, rentiert sich eine einmalige Investition mit einer größeren Anfangssumme. So können Sie für die Jahre aufholen, in denen Sie sich noch nicht aktiv um den Aufbau Ihres Vermögens gekümmert haben. Oft hat man in dem Fall bereits einen Betrag auf zum Beispiel einem Festgeldkonto, der aber keine Zinsen mehr einbringt. Diesen „Startschuss“ können Sie dann mit einem monatlichen Sparplan weiter fördern.

Tipp: Vermögensaufbau über 50

In Ihrem Alter kann es durchaus sinnvoll sein, über die Umschichtung in Richtung risikoärmere Anlagen nachzudenken. Bereiten Sie den Austritt aus Ihren risikoreicheren Produkten vor, indem Sie die groben Börsenkurse im Blick haben. Bei gutem Börsenklima bietet es sich an, Ihr Kapital aus den riskanteren Anlagen abzuziehen und beispielsweise in einen wertstabilen Investmentfonds zu verlagern. Mit solchen Umschichtungen minimieren Sie Ihre Risiken und sorgen dennoch für einen stabilen Zuwachs fürs Alter.

20. Prinzip: Nicht auf angebliche Steuervorteile verlassen

So verlockend es auch klingen mag, Ihr Geld zum Beispiel in eine Altersvorsorge zu stecken, die sich auch steuerlich auszahlt: In der Vergangenheit haben sich solche Versprechen häufig ganz und gar nicht bezahlt gemacht. Daher sollten Sie die Wahl Ihrer Anlagen nicht von möglichen Steuervorteilen abhängig machen.

Gerade auf lange Sicht hin erweisen sich solche angeblichen Vorteile als eine schlechte Wette, denn: Sobald sich die Gesetzeslage ändert, sind auch Ihre Steuervorteile dahin. Deswegen sollten solche temporären Verlockungen Sie nicht in der Wahl Ihrer Anlage beeinflussen; verlassen Sie sich vielmehr auf stetige und langfristig stabile Anlageprodukte.

21. Prinzip: Ein guter Ruf ist viel wert

Die Auswahl des Anbieters, dem Sie Ihr Geld anvertrauen möchten, ist eine wichtige Entscheidung. Der Grundsatz „Mit Geld spielt man nicht” hat sich selten so bewährt wie in diesem Zusammenhang. Gerade, wenn Sie ein langfristiges Investment planen, zählt Ihre persönliche Einschätzung eines Unternehmens: Wie wohl fühlen Sie sich? Verstehen die etwas von ihrem Handwerk? Und auch wenn es keine Garantie für zukünftige Wertentwicklungen ist: Hat der Anbieter in der Vergangenheit die gewünschte Performance gezeigt?

22. Prinzip: Rendite ist nicht gleich Rendite

Die Renditerate einer bestimmten Anlage kann noch so gut klingen, trotzdem müssen Sie auch hier bestimmte Einschränkungen beachten. Fakt ist, für Zuverlässigkeit, Service und Qualität zahlt man seinen Preis – in Form von Depotgebühren, Ausgabeaufschlägen und mehr. Dieser sollte allerdings transparent kommuniziert werden.

Gehen Sie deshalb sicher, dass Sie auch das Kleingedruckte genau gelesen haben und über alle zusätzlichen Kosten Bescheid wissen. So vermeiden Sie, dass eine eigentlich gut klingende Rendite durch hohe Verwaltungsgebühren plötzlich zu Staub zerfällt.

23. Prinzip: Sie haben es in der Hand

Auch wenn Sie sich beim Aufbau Ihres Vermögens gern auf eine externe Expertenmeinung verlassen wollen: Sie treffen letzten Endes die wichtigen Entscheidungen – und das ist auch gut so. Wenn Sie selbst die Kontrolle und den Überblick über Ihre Anlagen behalten, sparen Sie sich häufig den Ausgabeaufschlag. Wenn Sie unsicher sind oder sehr hohe Anlagebeträge anlegen möchten, können sich die Kosten für einen Finanzberater aber auch lohnen bzw. hilfreich sein. Hier müssen Sie selbst einschätzen, wie Sie sich am wohlsten fühlen.

Merken Sie sich aber: Auch Experten können Ihnen nicht uneingeschränkt Sicherheit bieten. Ein Aktienhandel basiert darauf, dass ein Experte die Aktie auf dem Maximum sieht und sein gegenüber auf einen weiteren Anstieg setzt. Deshalb rate ich Ihnen: Solange es um Ihr eigenes Geld geht, machen Sie sich Ihre eigenen Gedanken und treffen Sie Ihre eigenen Entscheidungen.

24. Prinzip: "Don’t believe the hype” – und bleiben Sie entspannt

Wenn Sie bis hierhin gelesen haben, scheint das Thema Vermögensaufbau Ihnen Spaß zu machen – sehr gut! Und noch dazu haben Sie die wichtigsten Prinzipien kennengelernt, die Ihnen den Weg dahin erleichtern können. Was ich Ihnen jetzt noch ans Herz legen möchte, ist: Lassen Sie sich nicht von steigenden und fallenden Börsenkursen beirren, sondern vertrauen Sie darauf, dass Ihre Strategie Ihr Geld für Sie arbeiten lässt. Vor allem langfristige Anlagen bauen auf Stabilität, die Sie am besten erreichen, wenn Sie geduldig und entspannt bleiben.

So sparen Sie nicht nur Energie, sondern auch Zeit: Wenn Sie Ihrer Strategie vertrauen, sind Geldanlagen an sich weniger zeitaufwendig, als Sie vielleicht dachten. Distanzieren Sie sich dafür auch von angeblich heißen Tipps, die mögliche Hobby-Experten an Sie herantragen. Auch die Börsenkurse brauchen Sie nicht im Minutentakt abrufen, wenn Sie um bewährte Produkte in Ihrem Portfolio wissen.

Mein Fazit

Vermögensaufbau Ja – aber zu Ihren eigenen Bedingungen

Mit den hier präsentierten 24 Prinzipien habe ich Ihnen gezeigt, worauf es beim Vermögensaufbau ankommt. Einheitliche Regeln für die eine tolle Strategie gibt es nicht, denn Ihre Ziele und Ihre Einstellung sind dafür ausschlaggebend. Wenn Sie Lust haben, Ihr Geld langfristig für Sie arbeiten zu lassen, kommt es vor allem auf Ihren langen Atem und Ihre Motivation an. Für die konkreten nächsten Schritte empfehle ich Ihnen unseren Artikel zu dem Thema, wie Sie Ihr Portfolio aufbauen.

Und wenn Sie jetzt schon gut Bescheid wissen und gern mit Geldanlagen und Ihrem Vermögensaufbau anfangen möchten – Sie erinnern sich an das zweite Prinzip „Der richtige Zeitpunkt ist jetzt“ – lege ich Ihnen gern unseren Offenen Immobilienfonds hausInvest ans Herz: Hier können Sie sich entweder mit monatlichen Beträgen via Sparplan oder einer einmaligen Geldanlage beteiligen und so entspannt Ihr Geld für Sie arbeiten lassen.

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Zuletzt aktualisiert am
20. Juli 2021

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