Mario, du managest hausInvest seit 20 Jahren. Was hat sich in dieser Zeit am stärksten verändert und was ist gleich geblieben?
Verändert hat sich enorm viel: Die Märkte sind komplexer geworden, die Geschwindigkeit hat zugenommen, die Anforderungen an Immobilien – ob energetisch, technisch oder in Bezug auf Nutzungskonzepte – sind andere als noch 2007. Was gleich geblieben ist? Das Fundament. Immobilien sind und bleiben reale Werte. Sie reagieren nicht auf einen Post, sie stürzen nicht in zehn Minuten ab. Diese Stabilität ist kein Zufall! Sie ist das Prinzip, auf dem hausInvest aufgebaut ist.
Der Finanzmarkt ist voll von Hypes: Krypto, KI-ETFs, strukturierte Produkte. Wie erklärst du jemandem, warum ein Offener Immobilienfonds 2026 noch relevant ist?
Ganz einfach: Ich frage zurück, was ihnen wichtiger ist – die Chance auf 300 Prozent oder die Gewissheit, dass ihr Geld in zehn Jahren noch da ist und gewachsen ist. Viele Trends kommen und gehen. Was bleibt, sind gute Lagen, gute Mieter, solide Bewirtschaftung. Wir schauen uns solche langfristigen Trends trotzdem genau an und entwickeln das Portfolio stetig weiter. hausInvest ist seit über 50 Jahren jedes Jahr im Plus und hat in dieser Zeit jährlich ausgeschüttet. Das ist kein Marketing-Versprechen – das ist Fakt.
160 Immobilien in 17 Ländern – wie trefft ihr die Entscheidung: Dieses Objekt, ja. Jenes, nein?
Da spielen viele Faktoren rein. Lage ist das A und O – aber nicht im Sinne von „teuer und bekannt", sondern: Wird diese Lage in 15 oder 20 Jahren noch funktionieren? Dazu kommt das Objekt selbst: Ist die Fläche kleinteilig vermietbar? Ist das Gebäude wandelbar? Kann daraus morgen etwas anderes werden, wenn sich die Nutzungsanforderungen ändern? Und natürlich: Wer sind die Mieter, wie stabil sind sie, wie lang sind die Verträge? Wir kaufen keine Gebäude – wir kaufen Zukunftsfähigkeit.
Ihr habt rund 49 Prozent des Portfolios in Deutschland. Ist das nicht zu viel Heimatliebe?
(lacht) Das höre ich öfter. Aber es ist keine Emotion, sondern Kalkül. Deutschland ist für uns schlicht der robusteste Markt: transparente Rechtslage, stabile Mietmärkte, verlässliche Struktur. Gleichzeitig schauen wir sehr gezielt international – USA, UK, Asien-Pazifik – weil globale Diversifikation Risiken ausgleicht, die man lokal nicht abfedern kann. Es geht nicht darum, überall präsent zu sein. Es geht darum, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.
Ihr sprecht von ‚gelebter Antizipation'. Wo seht ihr gerade die größten Chancen?
Zwei Dinge prägen unser Denken gerade stark. Erstens die Energiewende: Wir investieren konsequent in die energetische Modernisierung unserer Bestandsimmobilien. Weil Nachhaltigkeit und Vermietbarkeit langfristig untrennbar zusammenhängen. Zweitens das Standortfördergesetz, das seit Februar 2026 in Kraft ist: Es eröffnet Offenen Immobilienfonds erstmals die Möglichkeit, bis zu 15 Prozent ihres Volumens in erneuerbare Energien und Infrastruktur zu investieren. Für hausInvest wäre das ein Potenzial von über zwei Milliarden Euro. Ob und wie wir das nutzen, prüfen wir. Aber wir sind vorbereitet.
Letztes Wort: Was würdest du jemandem sagen, der gerade überlegt, erstmalig in hausInvest zu investieren?
Dass hausInvest Sie nicht über Nacht reich macht. Aber dass Sie nachts ruhig schlafen können. Und dass Sie in einigen Jahren auf Ihre Anlage schauen und stetiges Wachstum sehen werden. Und eine Ausschüttung, auf die Sie sich verlassen konnten. Das ist kein schlechter Deal in einer Welt, die immer unruhiger wird.