Loading component...

Risikoklassen: Eine Definition

Risikoklassen dienen in der Finanzwelt dazu, verschiedene Anlageprodukte auf ihr jeweiliges Anlagerisiko hin zu prüfen und in verschiedene Klassen einzuordnen. Dabei bedeutet ein höheres Anlagerisiko eine höhere Risikoklasse.

Risikoklassen dienen Anleger:innen dazu, die Risikonatur eines Finanzprodukts besser einzuschätzen. So können sie besser überprüfen, ob ein Produkt zu ihren individuellen Präferenzen passt und sie das damit einhergehende Anlagerisiko tragen können. Meist gehen mit einem höheren Anlagerisiko auch größere Renditechancen einher, jedoch steigt damit auch das entsprechende Verlustrisiko.

Warum gibt es Risikoklassen? 

Die Einordnung in Risikoklassen hilft Anbietern von Finanzprodukten dabei, die jeweiligen Anlagerisiken an Privatanleger:innen zu kommunizieren und ihnen so eine informierte Anlageentscheidung zu ermöglichen. Auch können sich Anleger:innen so eigenständig über verschiedene Anlageprodukte informieren und diese entsprechend ihrer individuellen Risikobereitschaft beurteilen.

Risikoklassen zur Einordnung von Anlagerisiken

Obwohl die Aufklärung über Anlagerisiken gesetzlich festgesetzt ist, gibt es bislang kein einheitliches Kategorisierungsmodell, das auf alle Anlageprodukte angewandt werden kann. Vielmehr orientiert sich der Finanzmarkt an unterschiedlichen Risikoklasse-Modellen, die von verschiedenen Anbietern entwickelt wurden. Häufig werden Geldanlagen bzw. ihre Anlagerisiken in fünf oder auch sieben Risikoklassen unterteilt.


Loading component...

Risikokategorisierung von Investmentfonds: der SRRI (Synthetic Risk Reward Indicator)

Investmentfonds werden mithilfe des SRRI (Synthetic Risk Reward Indicator) klassifiziert. Mit dem SRRI wird erkennbar, über welches Risikoprofil der jeweilige Fonds verfügt. So kann dieses Profil mit der persönlichen Risikobereitschaft der Anleger:innen abgeglichen werden.

Laut SRRI gibt es sieben Risikokategorien, in die Investmentfonds eingeordnet werden können. Jede Kategorie verfügt über eine sogenannte Volatilitätsspanne, die die vergangene positive oder negative Wertentwicklung des Fonds beschreibt: Je geringer die Schwankungen, desto niedriger die Kategorie; je höher die historischen Kursbewegungen ausfallen, desto höher fällt auch die jeweilige Risikokategorie aus.

Loading component...

Für offene Immobilien-Publikumsfonds wie hausInvest wird der SRRI auf Basis eines freiwilligen Branchenstandards ausgewiesen, den der BVI (Bundesverband Investment und Asset Management) für seine Mitglieder bereitstellt.2


 

Fünf Kriterien zur Risikobestimmung verschiedener Anlageformen

  1. Marktpreisrisiko: Der aktuelle Marktpreis bestimmt in vielen Fällen den Wert einer Geldanlage. Das Marktpreisrisiko beschreibt das Risiko, das sich aus dem zeitlich begrenzten oder auch unbegrenzten Wertverlust einer Geldanlage ergibt. Insbesondere in Krisenzeiten und damit in Phasen starker Kursschwankungen kommt dieses Risiko zum Tragen.
  2. Wechselkursrisiko: Beim Handel von Geldanlagen über unterschiedliche Währungsmärkte hinweg besteht ein sogenanntes Wechselkursrisiko. Dieses Risiko kommt beispielsweise dann zum Tragen, wenn Sie eine Aktie zum US-Dollarpreis kaufen und nach einiger Zeit wieder verkaufen möchten. Hat der US-Dollar in dieser Zeit an Wert verloren und der Euro an Wert gewonnen, werden Sie durch den Verkauf Ihrer Aktie einen leichten Verlust hinnehmen. Beim Wechselkursrisiko handelt es sich also um mögliche Währungsunterschiede, die zum Zeitpunkt des Kaufs oder Verkaufs von Geldanlagen für einen Wertverlust sorgen können.
  3. Inflationsrisiko: Je höher die Inflationsrate ausfällt, desto eher spielt das Inflationsrisiko eine Rolle für Ihr Investment. Beim Inflationsrisiko handelt es sich um das Risiko, dass die Erträge einer Geldanlage unterhalb des aktuellen Inflationswertes liegen, sodass Ihr Investment effektiv keine Gewinne erzielt.  
  4. Liquiditätsrisiko: Das Liquiditätsrisiko gestaltet sich danach, wie schnell und zu welchen Preisen Ihre Geldanlage aufgelöst und verkauft werden kann. Aktien beispielsweise verfügen über ein geringes Liquiditätsrisiko, da Sie am Aktienmarkt jederzeit und ohne große Mehrkosten kaufen und verkaufen können. Andere Vermögenswerte, wie z.B. seltene Sachwerte, werden meist an einem entsprechend kleinen Markt gehandelt – hier kann die Liquidation Ihrer Anlage mehr Zeit in Anspruch nehmen oder unter Umständen mit gewissen Wertverlusten einhergehen.
  5. Ausfallrisiko: Dieses Risiko beschreibt den teilweisen oder den gesamten Verlust Ihres investierten Kapitals. Insbesondere bei Geldanlagen höherer Risikoklassen, beispielsweise bei einzelnen Aktien oder Währungsanleihen niedrigerer Bonität, fällt auch das jeweilige Ausfallrisiko höher aus.

Loading component...

1ESMA/CESR: „Guidelines – Methodology for the calculation of the synthetic risk and reward indicator in the Key Investor Information Document" (CESR/10-673), 2010. https://www.esma.europa.eu/document/guidelines-methodology-calculation-synthetic-risk-and-reward-indicator-in-key-investor

2BVI: SRRI für offene Immobilien-Publikumsfonds. https://www.bvi.de/service/statistik-und-research/offene-immobilienfonds/

3IREBS Immobilienakademie (2025). Offene Immobilienfonds als Teil der Asset Allokation und gesamtwirtschaftliche Bestimmungsfaktoren der Nettoflüsse. Universität Regensburg. Prof. Dr. Steffen Sebastian, Sven Rehers.