Wo und wie kann man Investmentfonds kaufen?
Um in einen Investmentfonds zu investieren, müssen Anleger:innen ein Depot eröffnen. So ein Depot gleicht einem Konto, auf das der Anlagebetrag eingezahlt und von dort aus in Geldanlagen wie Investmentfonds investiert und verwaltet wird. Depots können bei den gängigen Hausbanken sowie einigen Onlinebanken eröffnet werden.
Beim Fondskauf über die hauseigene Bank müssen Anleger:innen allerdings berücksichtigen, dass aufgrund der vorherigen Beratung oft höhere Kosten, z.B. in Form von höheren Ausgabeaufschlägen, fällig werden. Außerdem verkaufen viele Banken ausschließlich Finanzprodukte bestimmter Partner, sodass Anleger:innen nur ein kleiner Ausschnitt der eigentlichen Produktbandbreite angeboten wird.
Wer das umgehen möchte, kann auch über einen Online-Broker ein Depot eröffnen und Fondsanteile kaufen – allerdings ohne eine persönliche Beratung oder Ansprechpartner. Deshalb eignet sich diese Option vor allem für erfahrenere Anleger:innen.
Vor- und Nachteile von Investmentfonds
Vorteile von Investmentfonds
Mit Investmentfonds wird es Privatanleger:innen ermöglicht, auch mit kleinem Geld zu diversifizieren und in verschiedenste Geldanlagen gleichzeitig zu investieren. Nehmen wir das Beispiel des Deutschen Aktienindex (DAX): Wer in alle 40 Positionen des DAX einzeln investieren möchte, braucht nicht nur viel Zeit für die Verwaltung, sondern auch viel Geld aufgrund vieler einzelner Transaktionskosten. Mit einer Geldanlage in einen repräsentativen Aktienindex wird ein einzelner Investitionsbetrag auf alle Positionen aufgeteilt und verwaltet.
Ein weiterer großer Vorteil von Investmentfonds besteht im Falle von Offenen Fonds in dem recht einfachen Einstieg durch meist vergleichsweise niedrige Mindesteinlagen. Gleichzeitig genießen unerfahrene oder vorsichtige Anleger:innen guten Schutz durch Diversifizierung der Vermögenswerte.
Darüber hinaus können vor allem Offene Fonds auch mit hoher Flexibilität punkten. Der Kauf und Verkauf von Anteilen wird Anleger:innen so vergleichsweise leicht gemacht.
Vor allem aktive Fonds punkten auch durch die Verwaltung durch professionelle Fondsmanager, die sich dem Fondsvermögen widmen und damit Anleger:innen Zeit- und Energieaufwand ersparen.
Nachteile von Investmentfonds
Das aktive Management mancher Fonds ist gleichzeitig zum Vorteil auch als Nachteil zu verstehen. Denn mit der Verwaltung gehen auch entsprechend hohe Kosten einher, die sich negativ auf die Rendite auswirken.
Außerdem muss berücksichtigt werden, dass durch die breite Streuung zwar das Risiko eines negativen Einbruchs verringert wird – gleiches gilt aber auch im umgekehrten Fall: Auch positive Kurssprünge einzelner Anlagewerte werden bei einem Fondsinvestment nicht vollständig ausgenutzt, sondern werden im Großen und Ganzen von anderen, durchschnittlich performenden Anlagewerten ausgeglichen.
Außerdem können hohe Ausgabeaufschläge bewirken, dass Investmentfonds nicht als kurzfristige Investitionsmöglichkeiten in Betracht gezogen werden. Aktive Anleger*innen nutzen daher andere Anlageformen, die ihnen kurzfristige Reaktionen auf aktuelle Marktentwicklungen erlauben.
Wie werden Investmentfonds besteuert?
Investmentfonds werden je nach Fondstyp über die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent (zzgl. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer) oder die Vorabpauschale (bei thesaurierenden Fonds) besteuert. Bei Erträgen unter 1.000 Euro für Einzelpersonen oder 2.000 Euro für Zusammenveranlagte, fallen keine Steuern an.
Entsprechend dem Zuflussprinzip werden Investmentfonds besteuert, sobald Anleger:innen Erträge aus dem Fonds erhalten. Im Falle von ausschüttenden Fonds oder dem Verkauf von Anteilen werden also Steuern fällig.
Im Falle thesaurierender Fonds läuft die Besteuerung über die Vorabpauschale. Dafür wird von einem fiktiven Ertragszufluss ausgegangen, der eine jährliche Mindestbesteuerung für die festgesetzte Laufzeit vorsieht. Diese Pauschale orientiert sich an der Höhe des jährlich neu festgelegten Zins. Um eine doppelte Besteuerung zu vermeiden, wird die Pauschale im Falle der endgültigen Veräußerung vom Gewinn abgezogen.
Für Erträge, die im Inland erwirtschaftet werden, muss der jeweilige Fonds zusätzlich Steuern in Höhe von 15 Prozent aus dem gesamten Fondsvermögen zahlen. Das betrifft also beispielsweise Dividenden aus deutschen Aktien oder Gewinne aus deutschen Immobilien. Betroffene Anleger:innen erhalten als Entschädigung eine sogenannte Teilfreistellung. Dafür wird ein gewisser Freibetrag vom Gewinn errechnet. Dieser Steuerbetrag wird vom Fonds selbst beglichen und schließlich bei der Besteuerung der Anleger:innen angerechnet.
Worauf ist bei der Wahl eines Investmentfonds zu achten?
Bei der Wahl eines Investmentfonds sollten vor allem die Anlagestrategie, die Kosten, die historische Performance, das Risikoprofil und das Fondsmanagement unter die Lupe genommen werden.
Der Fonds sollte immer dem eigenen Risikoprofil und den finanziellen Zielen entsprechen. Prinzipiell gilt zudem: Es ist stets ratsam, nur in das zu investieren, was man auch selbst versteht.
Für wen eignen sich Investmentfonds?
Je nachdem, welche Ziele Anleger:innen verfolgen, können sich die verschiedenen Formen von Investmentfonds mehr oder weniger gut als Anlagemöglichkeit eignen.
Wer mit einem Investment gern die Altersvorsorge ausbauen möchte, kann über einen längeren Zeitraum einen Investmentfonds mit möglichst geringem Risiko als Anlage nutzen. Ist der Renteneintritt wiederum noch weiter entfernt, können anfangs auch Fonds mit höheren Renditechancen beigemischt werden, z.B. ein Aktienfonds. Aufgrund der Volatilität von Aktienfonds besteht hierbei jedoch das Risiko, dass der Aktienmarkt gerade dann eine Krise erlebt, wenn Anleger:innen ihre Anteile verkaufen und auf ihr Geld zugreifen möchten. Sobald also ein konkreter Zeitpunkt feststeht, an dem Anleger:innen ihr Geld benötigen, sollte ein Investment in volatile Anlagen wie Aktienfonds vermieden werden.
Wer hingegen für die Kinder oder Enkel ein Vermögen aufbauen möchte, kann auch dafür Investmentfonds nutzen. Mit einem Fondssparplan für Kinder kann über einen Zeitraum von beispielsweise 15 oder 20 Jahren ruhigen Gewissens angelegt werden. Zudem können Verwandte wie die Großeltern die Anlagesumme in Form von einmaligen Einzahlungen ergänzen. Dabei agiert der Investmentfonds wie ein langfristiges Sparkonto, das zur finanziellen Absicherung des Kindes beitragen kann. Daher eignen sich hier ebenfalls besonders risikoarme Fonds.
Auch für Anleger:innen, die sich ein passives Zusatzeinkommen aufbauen möchten, können solide und wertstabile Investmentfonds hier eine gute Adresse sein. Denn hierbei kommt es auf eine möglichst gleichmäßige Wertentwicklung an, die zum Beispiel mit Offenen Immobilienfonds erreicht werden kann.
Da Investmentfonds in der Regel mit Mindesthaltedauern sowie diversen Kosten und Gebühren verbunden sind, eignen sich diese Fonds häufig für mittlere bis lange Anlagezeiträume. Deshalb kommen Investmentfonds vor allem für Anleger:innen infrage, die bereit sind, ihr Kapital über eine längere Zeit hinweg zu binden.
Investmentfonds können sich auch für Anleger:innen mit hoher Risikobereitschaft gut eignen: Wer zum Beispiel in Schwellenländer oder riskantere Branchen investieren möchte, kann dafür in entsprechende Länder- oder Branchenfonds anlegen, statt dem Portfolio zahlreiche Einzelwerte hinzuzufügen. Das kann für Privatanleger:innen einen immensen Aufwand bedeuten, der aber mit einem Fondsinvestment auf das jeweilige Fondsmanagement übertragen wird. So können Anleger:innen außerdem sicher sein, dass dem jeweiligen Fonds nur die vielversprechendsten und performancestärksten Einzeltitel hinzugefügt werden.
Wer einen langfristigen Anlagehorizont hat und ein bestimmtes Anlageziel verfolgt, für den kommt die sogenannte Ablaufstrategie infrage: Dafür wird über einen gewissen Zeitraum in risikoreichere Fonds investiert, später wird nach und nach in risikoarme Fondsprodukte umgeschichtet. So kann in den ersten Anlagejahren eine gute Basis erwirtschaftet werden, die schließlich mit der Umschichtung in risikoärmere Fonds abgesichert wird.