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Was versteht man unter einem Investmentfonds?

Ein Investmentfonds (von lat. Fundus = Vorrat) bezeichnet ein Finanzinstrument, welches das Kapital mehrerer Anleger:innen sammelt und zum Zweck der Geldvermehrung bzw. Wertsteigerung anlegt. Dieses gesammelte Fondsvermögen wird meist durch einen Fondsmanager verwaltet und in ein oder mehrere Vermögenswerte investiert.

Dabei kann es sich um Organisationen zur gemeinsamen Anlage in Wertpapiere (OGAWs) handeln, wie z.B. Aktien oder Anleihen. Zum anderen fallen darunter auch Alternative Investmentfonds (AIFs) wie Private Equity oder Immobilienfonds. Investmentfonds werden von Investmentgesellschaften, z.B. Banken oder Fondsgesellschaften, aufgelegt und in Anteilen an Anleger:innen verkauft.

Je größer die Zahl der Vermögenswerte eines Investmentfonds ist, desto besser können die damit einhergehenden Anlagerisiken verteilt werden. Diese Methode zur Risikostreuung nennt man Diversifikation. Ein gut diversifizierter Fonds ist so in der Lage, schwächere Entwicklungen einzelner Anlagen aufzufangen und auszugleichen.

Zum Schutz der Anleger:innen und ihrem Anlagekapital unterliegen Investmentfonds einer Reihe von gesetzlichen Regularien und strengen Kontrollmechanismen. 

Wie viel Vermögen verwaltet der deutsche Fondsmarkt?

Das Kapital, das im deutschen Fondsmarkt angelegt wird, hat in den letzten Jahren stetig zugenommen. Im Jahr 2011 wurden im gesamten Markt rund 1.800 Milliarden Euro verwaltet. Bis 2023 stieg dieser Wert auf 4.149 Milliarden Euro. Auch danach setzte sich das Wachstum fort: Ende 2025 verwalteten Fondsgesellschaften in Deutschland rund 4.851 Milliarden Euro für private und institutionelle Anleger.1 2

Verwaltetes Vermögen für den deutschen Fondsmarkt3

in Milliarden Euro (Stichtag jeweils 31.12.)
  • Offene Publikumsfonds
  • Offene Spezialfonds
  • Geschlossene Fonds
  • Mandate

Investmentfonds im Vergleich: Welche Unterschiede gibt es? 

Investmentfonds können anhand verschiedener Dimensionen voneinander unterschieden werden, z.B. in Hinblick auf ihre Anlagestrategie: So können Fonds beispielsweise eine Investmentstrategie zum Werterhalt oder zur Wertsteigerung verfolgen.

Je nach Fonds spielen unterschiedliche Grade von Risiko- und Renditeerwartungen eine Rolle in der Auswahl geeigneter Vermögenswerte. Von hochkomplex und risikoreich bis hin zu leicht verständlich und risikoarm decken Investmentfonds also eine große Bandbreite an verschiedenen Fondsarten ab.

Anleger:innen wählen ihr passendes Produkt allerdings nicht immer nur auf Basis von Risiko und Rendite aus: Oft sind auch Faktoren wie persönliche Präferenzen oder Expertisen ausschlaggebend in der Auswahl eines Investmentfonds. 

Investmentfonds lassen sich nicht immer trennscharf voneinander unterscheiden: So kann zum Beispiel ein Aktienfonds gleichzeitig auch ein nachhaltiger Windkraftfonds sein, wenn die Vermögenswerte aus Aktienanteilen nachhaltiger Windkraftunternehmen bestehen.

Trotz solcher Überschneidungen lassen sich folgende Unterschiede zwischen Investmentfonds definieren: 

Offene vs. Geschlossene Investmentfonds

Offene Investmentfonds punkten vor allem mit ihrer Verfügbarkeit: Anteile Offener Fonds können jederzeit erworben und zum entsprechenden Rücknahmepreis wieder verkauft werden. Offene Fonds sind vor allem für Privatanleger:innen gut zugänglich, denn sie zeichnen sich durch vergleichsweise niedrige Mindestbeteiligungen aus. Das Fondsvermögen wird in der Regel in mehrere Vermögenswerte gleichzeitig investiert. Häufig werden diese Fonds auch an der Börse gehandelt. Offene Investmentfonds machen einen Großteil der verfügbaren Fonds aus: Im Jahr 2025 betrug das Offene Fondsvermögen für Publikumsfonds insgesamt 1.839 Milliarden Euro. Bei Geschlossenen Fonds hingegen belief es sich auf 64 Milliarden Euro.1

Geschlossene Fonds investieren das vorhandene Fondsvermögen meist nur in ein oder wenige Großinvestments, wie beispielsweise Gewerbeimmobilien. Hier wirkt häufig nur eine kleine Gruppe von Investor:innen mit, die mit dem Kauf von Anteilen in eine unternehmerische Beteiligung eintreten.

Die Anteile bei Geschlossenen Fonds sind in der Zahl stark begrenzt und werden nur innerhalb eines bestimmten Zeitraums ausgegeben. Solche Fonds schreiben zudem hohe Mindesteinlagen vor, in der Regel starten sie bei circa 5.000 Euro und reichen bis in den sechsstelligen Bereich. Der Verkauf von Anteilen ist deutlich schwieriger als bei Offenen Fonds, denn hier müssen sogenannte Ersatzinvestoren gefunden werden, welche die Fondsanteile übernehmen. Geschlossene Fonds haben deutlich längere Laufzeiten, die durchschnittlich zehn bis 30 Jahre betragen.  

Geschlossene Investmentfonds erfordern also im Vergleich zu Offenen Fonds eine höhere Risikobereitschaft, eine größere Kapitalsumme und eine langfristige Bindung des eingesetzten Kapitals. Anleger:innen müssen daher in der Lage sein, über einen langen Zeitraum hinweg auf das investierte Geld verzichten zu können.


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1https://www.bvi.de/service/statistik-und-research/investmentstatistik/

2https://www.dfpa.info/maerkte-studien-news/bvi-meldet-starkes-jahr-fuer-die-fondsbranche.html

3https://www.bvi.de/service/statistik-und-research/investmentstatistik/, https://www.dfpa.info/maerkte-studien-news/bvi-meldet-starkes-jahr-fuer-die-fondsbranche.html, https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/bvi-fonds-verzeichnen-rekordvermoegen-in-deutschland/100105263.html

4BVI, „Wertentwicklung auf einen Blick: Fondsgruppe“, Stichtag 28.02.2026 https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/Wertentwicklung_auf_einen_Blick_2602.pdf

5BVI, „Wertentwicklung auf einen Blick: Fondsgruppe“, Stichtag 28.02.2026 https://www.bvi.de/fileadmin/user_upload/Statistik/Wertentwicklung_auf_einen_Blick_2602.pdf