In Fonds anlegen:Fonds kaufen in 6 simplen Schritten

vonThomas Henrich
Lesezeit12 Min.
zuletzt aktualisiert24.04.2026
KategorieGrundlagen Geldanlage
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Investmentfonds sollten in keinem Wertpapier-Portfolio fehlen. Denn: In Zeiten von Inflation und spürbarer Unsicherheit auf den Finanzmärkten wollen Anleger:innen dem drohenden Wertverlust ihres Vermögens vorbeugen und deshalb mit kalkulierbarem Risiko investieren.

Dank dem aktiven Fondsmanagement und einer breiten (Risiko-)Streuung haben Sie mit Investmentfonds die Chance auf einen kontinuierlichen und langfristigen Vermögensaufbau – ob als Altersvorsorge oder als finanzielles Polster für den Nachwuchs.

Im folgenden Artikel führen wir Sie durch den Weg zum Kauf eines Fonds.

Das Wichtigste in Kürze

  1. Investmentfonds bieten durch aktives Management und breite Streuung eine gute Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen und Risiken zu minimieren.
  2. Offene Fonds ermöglichen flexible An- und Verkäufe, während Geschlossene Fonds keine Flexibilität, höhere Mindestbeträge und größere Risiken mit sich bringen.
  3. Die Wahl des Fondstyps basiert unter anderem auf Risikobereitschaft, Anlagezielen und Anlagehorizont. Fonds mit höheren Renditechancen gehen dabei meist auch mit größeren Anlagerisiken einher.
  4. Kosten wie die Total Expense Ratio (TER) und Ausgabeaufschläge variieren je nach Fondsart und Anbieter – ein Kostenvergleich lohnt sich.
  5. Wenn Sie bei Ihrem Fondskauf eine persönliche Beratung wünschen, ist die Bank Ihres Vertrauens eine gute Wahl, ansonsten lohnt sich auch der Kauf über (günstigere) Online-Anbieter oder direkt über die Fondsgesellschaft. 

Was genau ist ein Fonds?

Ein Fonds lässt sich mit einem großen Topf vergleichen, in den meist viele Anleger:innen einen Teil ihres Kapitals einzahlen. Wenn es um reine Geldanlagen geht, spricht man von Investmentfonds. Das gebündelte Kapital wird von professionellen Fondsmanager:innen in mehrere Vermögenswerte investiert. Das können z. B. Wertpapiere wie Aktien, Renten, Derivate, Bankguthaben oder eine Mischung daraus sein, aber auch Sachwerte wie Grundstücks- oder Immobilienbeteiligungen.  

Anleger:innen können – je nach Fonds – oft schon mit geringen Anlagebeträgen einsteigen, und in der breiten Auswahl von Fondstypen kann jede:r Anleger:in etwas Passendes finden. Je nach Höhe des angelegten Betrags erhalten Sie einen oder mehrere Anteile am Fonds.

Indem der Fonds mehrere Vermögenswerte in einem Investment bündelt, wird das Anlagerisiko gestreut und aufgeteilt – auch Diversifikation genannt. Einzelne Anlagen, die sich weniger gut entwickeln, können so aufgefangen und ausgeglichen werden. Im Sinne des Anlegerschutzes sind Investmentfonds außerdem streng reguliert und unterliegen verschiedenen gesetzlichen Kontrollmechanismen.


Welche Vorteile bringen Fonds-Investments?

Fonds sind bei deutschen Anleger:innen äußerst beliebt – aus guten Gründen:

  1. Risikodiversifikation: In den meisten Fällen wird das Anlagerisiko gut verteilt, indem z. B. ein Aktienfonds in eine Vielzahl an Aktien statt nur in eine einzelne Unternehmensaktie investiert.
  2. Einfacher Zugang: Sie können vergleichsweise einfach in mehrere Anlageklassen investieren, wie Immobilien, den Aktienmarkt oder Rohstoffe.
  3. Professionelles Management: Nach der Geldanlage ist nicht mehr viel zu tun. Bei aktiv verwalteten Fonds übernimmt das Fondsmanagement die Verwaltung und behält den Markt im Blick.
  4. Transparenz und Sicherheit: Fondsgesellschaften sind gesetzlich verpflichtet, Halbjahres- und Jahresberichte sowie die täglichen Fondsanteilspreise zu veröffentlichen. Das Fondsvermögen wird in der Regel als Sondervermögen verwaltet, was zusätzlichen Schutz für Anleger:innen bietet. 

Schritt 1: Wahl der passenden Fondsart

Offene vs. Geschlossene Fonds

Bei ersten Recherchen werden Sie es gemerkt haben: Den perfekten Fonds gibt es nicht. Grundsätzlich wird in der Finanzwelt zwischen Offenen und Geschlossenen Fonds unterschieden. Bei einem Investment in einem Offenen Investmentfonds können Sie jederzeit Anteile kaufen oder verkaufen, indem Sie sie an die Fondsgesellschaft zurückgeben. Zudem kann der Fonds meist beliebig viel Anlagekapital aufnehmen.

Bei Geschlossenen Fonds ist das nicht möglich: Ist eine vorher festgelegte Anlagesumme erreicht, „schließt“ der Fonds. Zudem ist der Mindestbetrag hoch und beim Scheitern eines Projekts besteht die Gefahr eine Totalausfalls. Mit einem Satz: Nichts für Neulinge.

Vier Fragen zum passenden Fondstypen

Die Wahl zwischen Offenen und Geschlossenen Fonds fällt vergleichsweise leicht. Schwieriger wird es bei der Frage nach der inhaltlichen Unterscheidung: Lieber in einen offenen Aktien-, Renten- oder Immobilienfonds anlegen?  

Damit Sie für sich den passenden Fondstyp finden, seien Sie ehrlich mit sich selbst und stellen Sie sich drei grundsätzliche Fragen: 

Stellen Sie sich vor, Sie haben in einen Aktienfonds investiert, aber der Kurs sinkt ganz plötzlich. Wie werden Sie reagieren? Die Anteile schnell verkaufen, nur um den Kopf wieder frei zu haben? Dann sollten Sie sich für einen Fonds entscheiden, der Wertstabilität und ein geringeres Risiko bietet, auch wenn dann die Rendite niedriger ausfällt.

Sie kennen sich und wissen, dass auch das Auf und Ab eines Kurses Ihnen keine schlaflosen Nächte verursachen wird? Und auch ein Verlust Sie nicht um Ihre gute Laune bringt? Wenn Sie hier „ja“ sagen, sollten Sie Fonds mit einer höheren Rendite in die engere Auswahl nehmen. 

Bei dieser Frage hilft Ihnen eine Einschätzung Ihres persönlichen Anlagehorizontes weiter:

  • Verfügen Sie über einen kurzfristigen Anlagehorizont, möchten Sie Ihr Geld vielleicht nicht länger als ein bis drei Jahre aus der Hand geben. Bei Geldanlagen mit einer entsprechend kurzen Laufzeit verzichten Sie jedoch auf eine attraktive Rendite (bei geringem Risiko) – oder Sie greifen zu riskanteren Anlagen, um auch in kurzer Zeit lohnende Gewinne erzielen zu können.
  • Mit einem mittelfristigen Anlagehorizont fühlen Sie sich mit einer Laufzeit von drei bis zehn Jahren wohl. Damit stehen Ihnen schon deutlich mehr Anlageprodukte zur Auswahl, die Ihnen vielleicht bei der Finanzierung der nächsten großen Reise oder einer größeren Anschaffung helfen. Empfehlenswert ist, auf möglichst risikoarme Anlageprodukte als Basis zu setzen – und eventuell durch etwas risiko- und renditereichere Investments zu ergänzen.
  • Anleger:innen mit langfristigem Anlagehorizont legen ihr Geld für 10 Jahre oder mehr an, z. B. für die Altersvorsorge oder das Eigenheim. Über diesen Zeitraum können die meisten Kursschwankungen erfolgreich ausgeglichen und attraktive Gewinne erwirtschaftet werden. Auch hier bieten sich risikoarme Investments an, um einen Teil des Geldes möglichst gut abzusichern. Soll es nicht nur der stetige, langfristige Vermögensaufbau sein, können auch hier renditereichere Anlagen für zusätzliche Gewinnchancen genutzt werden. 

Fonds lassen sich nicht nur nach Risiko vs. Rendite einteilen. Viele erfahrenere Anleger:innen entscheiden z. B. nach Affinität, in welche Fonds sie investieren. Rohstofffonds sind ein gutes Beispiel: Wer sein Geld in diese Fonds steckt, kennt sich meist sehr gut mit der Materie aus, hat eventuell auch einen entsprechenden beruflichen Hintergrund. 
 
Andere setzen – zumindest mit einem Teil ihrer Anlagen – bewusst auf bequeme, leicht verständliche Lösungen wie z. B. Offene Immobilienfonds. Man benötigt kaum Vorwissen und kann sich bei der Auswahl an ein paar einfachen Eckdaten orientieren wie der Gesamtlaufzeit (wie lange existiert der Fonds schon, ohne geschlossen worden zu sein?) oder dem Scope Rating. Immobilien stellen eine Anlage dar, zu der man sich emotional hingezogen fühlen kann. Sie sind etwas Substanzielles und Beständiges. 

Ein wichtiger Teil dieser Affinität sind natürlich auch die Anlagemotive. Wer einfach nur mal ausprobieren möchte, wie weit er mit seinem frei verfügbaren Geld kommt, wird völlig anders an das Thema herangehen als jemand, der für seine Kinder oder Enkel spart, oder ein erfahrener Hobby-Professional, der im Aktienmarkt seit Jahren aktiv ist. 
 

Die gängigsten Fondstypen im Überblick

Als Aktienfonds wird eine größere Anzahl von Aktien bezeichnet, die in einem Fonds, gleichsam einem Aktienportfolio, zusammengefasst sind. Sie können – müssen aber nicht – regionale oder branchenorientierte Schwerpunkte haben und werden von einem professionellen Management ge- und verkauft, nicht von Ihnen als Anleger:in selbst.

Hier sind die Renditechanchen meist höher, die Anlagerisiken aber auch: Kursschwankungen und Wertverluste sind keine Seltenheit, sodass Sie über eine ausreichende Risikotoleranz verfügen sollten.

Fonds dieser Art konzentrieren sich auf bestimmte thematische Schwerpunkte, zum Beispiel auf Branchen oder Windkraft Investitionen. Letzteres kann ein Weg sein, breit gestreut in Erneuerbare Energien zu investieren und so neben der Rendite auch an die Umwelt zu denken.

Um Garantiefonds geht es, wenn den Anleger:innen am Ende einer festgelegten Laufzeit oder nach Ablauf einer Anlageperiode die Rückzahlung eines Mindestbetrages garantiert wird. Das kann das investierte Kapital sein oder aber ein festgelegter Prozentsatz dieses Kapitals. Diese Garantie ist allerdings auch meist mit einem Preis verbunden, der die zu erwartenden Rendite schmälert.

Das heißt: Unter Umständen lohnt sich das Investment erst ab einem hohen Anlagebetrag, da Ihr Gewinn sonst von den Kosten verschlungen wird. Außerdem sollten Sie sicher sein, dass Sie auch über einen ausreichenden Anlagehorizont verfügen, wenn Sie Ihr Geld über einen längeren Zeitraum fest binden. 

Bei Immobilienfonds wird das Kapital mehrerer Anleger:innen in Immobilien investiert. Als Anleger:in erwerben Sie also nicht eine einzelne Immobilie, sondern partizipieren an mehreren Objekten. Demnach können Sie mit überschaubarem Aufwand an der Entwicklung des Immobilienmarkts partizipieren.

Auch hier ist es wichtig, zwischen Geschlossenen und Offenen Immobilienfonds zu unterscheiden: Geschlossene Immobilienfonds funktionieren nämlich über unternehmerische Beteiligungen, was für Sie als Anleger:in mit hohen Anlagerisiken einhergeht. Zudem benötigen Sie einen mittel-bis langfristigen Anlagehorizont, da Ihr Kapital für einen festen Zeitraum angelegt wird. 

Das Kapital von Anleger:innen kann vom Fondsmanagement auch in Unternehmens- oder Staatsanleihen investiert werden. Die regelmäßigen Zinszahlungen, die daraus an die Anleger:innen fließen, werden als Renten bezeichnet. Solche Rentenfonds haben ganz unterschiedliche Laufzeiten und Zinssätze, und auch die Risikostufen bewegen sich zwischen hoch (wenn ein Unternehmen dringend Kapital braucht) bis niedrig.

Für Einsteiger:innen empfehlen sich Rentenfonds mit einer niedrigen Risikostufe, also solche, die Anleihen an etablierte und zuverlässige Staaten und Unternehmen herausgeben. Zwar liegen hier die Erträge auch niedriger, doch je riskanter die Staaten und Unternehmen, desto höher ist das Risiko eines Totalausfalls

Bei Geldmarktfonds handelt es sich um Fonds, die in unterschiedliche Wertpapiere mit kurzer Restlaufzeit investieren. Hierzu zählen Anleihen mit einer Restlaufzeit unter einem Jahr sowie Tagesgeld und Festgeld. Geldmarktfonds werden überwiegend von institutionellen Investoren und Investorinnen genutzt, um kurzfristig Liquidität zu parken. 

Privatanlegende investieren in diese Fonds kaum, da Tagesgeldkonten den gleichen Zweck erfüllen und Einlagen flexibler verfügbar sind.

Wird das Kapital der Anleger:innen in unterschiedliche Anlageklassen – Rohstoffe, Immobilien, Rentenpapiere etc. – gleichzeitig investiert, spricht man von Mischfonds. Auch hier sorgt das Mischungsverhältnis, je nach enthaltenen Anlageklassen, für ein höheres oder niedrigeres Risiko.

Solche Fonds können gerade für Einsteiger:innen weniger geeignet sein, denn es erfordert einiges an Erfahrung und Zeit, um Mischfonds zu durchleuchten und die einzelnen Geldanlagen hinsichtlich der eigenen Anlagepräferenzen zu überprüfen.

Diese Fonds sammeln normale Fonds „unter einem Dach“ – das Kapital der Anleger:innen wird in Fonds anderer Gesellschaften (Zielfonds) investiert. Damit ergibt sich eine breitere Streuung als bei der Investition in einen einzelnen Fonds. Auch hier gibt es unterschiedliche Risikogewichtungen.

Bei Dachfonds sollten Sie als Anleger:in vor allem auf die Kosten achten: Die liegen aufgrund der vielen Einzelinvestments relativ hoch. Das gefährdet schließlich Ihre Rendite, da Ihre Gewinne durch die Kosten deutlich schrumpfen können.

Dieser Fondstyp fokussiert sich auf die Anlageklasse „Rohstoffe". Zu den wichtigsten Rohstoffen zählen dabei vor allem Öl und Gas, aber auch die Metalle Gold, Silber, Platin, Kupfer, Nickel oder andere Rohstoffe wie seltene Erden. Das Fondsvermögen kann dabei in Rohstoffe direkt sowie in Aktien von Unternehmen, die in der Rohstoffindustrie tätig sind, investiert werden. Als Anlegender können Sie mit Rohstofffonds über börsengehandelte Terminkontrakte (Futures) direkt auf Veränderungen von Rohstoffen spekulieren oder einen Rohstofffonds wählen, der in Aktion von Unternehmen aus dem Rohstoffbranche investiert. Während letztere wie andere Aktienfonds auch zu betrachten sind, bieten Rohstoffe selbst keine Sicherheiten.

Der Begriff „Hedgefonds" (deutsch etwa „Sicherungsfonds") sagt eigentlich schon alles: Es geht um Absicherung des angelegten Geldes durch komplizierte und auch riskante Wetten auf Kursverläufe von Wertpapieren. Diese häufig in der Presse erwähnte Anlageform unterliegt anders als andere Fondstypen keinen speziellen Anlagerichtlinien und kann alle Formen der Kapitalanlage nutzen.  

Unter anderem werden auch hochriskante Investments wie Derivate oder Leerverkäufe genutzt. Der Einsatz von Hedgefonds erfordert daher einiges an Erfahrung und Fachwissen. Als privater Anlegender sollten Sie Hedgefonds nur dann in Erwägung ziehen, wenn Sie die Merkmale der einzelnen Anlage genau verstehen. 

Fondstypen nach Volumen in Mrd. Euro (Deutschland)1

in Milliarden Euro (Stichtag jeweils 31.12.)
  • Offene Publikumsfonds
  • Offene Spezialfonds
  • Geschlossene Fonds
  • Mandate

Tipp

Es muss nicht zwingend ein Fonds sein, wenn Sie mehrere der aufgezählten Fondstypen ansprechen. Im Gegenteil, es gilt sogar als smart, wenn Investments möglichst breit gestreut werden – im Fachjargon Diversifikation genannt.

Schritt 2: Ausschüttenden oder thesaurierenden Fonds kaufen?

Investmentfonds gibt es sowohl in ausschüttenden als auch in thesaurierenden Varianten. Oft finden Sie sogar den gleichen Fonds in beiden Ausführungen, allerdings mit unterschiedlichen Wertpapierkennnummern.

Thesaurierende Fonds sind eine empfehlenswerte Option, wenn Sie Ihre Gewinne langfristig steigern möchten. Diese Fonds schütten Ihre Rendite nicht direkt aus, sondern reinvestieren sie automatisch. Das bedeutet, wenn Sie beispielsweise 10.000 Euro investiert haben und am Jahresende 500 Euro Rendite erzielen, wird dieser Betrag direkt wieder angelegt. Ihr Anlagebetrag wächst also kontinuierlich.

Der große Vorteil dieser Fonds liegt im sogenannten Zinseszinseffekt. Dadurch erhöht sich Ihre Anlagesumme jedes Jahr um die erzielten Gewinne, was langfristig zu einer immer höheren Rendite führt. Der Nachteil? Sie erhalten Ihre Rendite erst dann, wenn Sie Ihre Fondsanteile verkaufen.

Die meisten Fonds sind allerdings ausschüttend. Das bedeutet, dass die erzielte Rendite regelmäßig ausgezahlt wird. Wenn Sie also am Ende des Jahres mit Ihren 10.000 Euro Anlagekapital 500 Euro Gewinn gemacht haben, landet dieser Betrag direkt auf Ihrem Konto.

Ihr Gewinn wird zwar nicht weiter verzinst, aber Sie können sofort darüber verfügen. Nicht umsonst bezeichnen manche diese Auszahlungen gern als „13. Monatsgehalt“.


Schritt 3: Direktvergleich spannender Fonds

Nachdem Sie sich für eine oder mehrere Fondsarten entschieden haben, steht die nächste Aufgabe an: Die besten Fonds innerhalb dieser Kategorien zu finden und zu vergleichen. Wenn Ihnen der persönliche Kontakt wichtig ist, können Sie freie Finanzberater:innen oder Ihre Hausbank aufsuchen. Im persönlichen Gespräch wird nochmal näher auf Ihre persönlichen Anlagebedürfnisse eingegangen.

Doch mit etwas Zeit und Laune können Sie spannende Fonds auch selbst vergleichen. Die wichtigsten Kriterien bei der Fondswahl sind: 

  • Langfristige Wertentwicklung: Wie hat sich der Fonds über einen längeren Zeitraum entwickelt?
  • Kontinuität der Wertentwicklung: Bleibt der Fonds stabil oder gibt es starke Schwankungen?
  • Performance in verschiedenen Marktphasen: Wie schlägt sich der Fonds in steigenden und fallenden Märkten?
  • Erfahrenes Fondsmanagement: Wer leitet den Fonds und wie ist die Expertise des Managements?
  • Fondsstrategie: Überzeugt Sie das Anlagekonzept, nach dem das Fondsmanagement entscheidet, ob es z.B. in eine Aktie oder Immobilie investiert?

In diesem Schritt kommt es besonders stark darauf an, ob Sie das Fondsprodukt per se überzeugt. Konkrete Produktempfehlungen können und wollen wir nicht aussprechen. Aber wir zeigen Ihnen gern zwei unserer hauseigenen und sehr beliebten Fonds, die in Sachwerte investieren.


ENERGIE

klimaVest: Ihr Investment in die Energiewende

Der Fonds für die Energiewende. Solarparks und Windkraftanlagen in Europa, die saubere Energie erzeugen und dabei stabile Erträge erwirtschaften.
Ein Mann im grauen Anzug steht vor einer strukturierten, verwitterten Wand und lächelt in die Kamera.
INFRASTRUKTUR

infraVest: Infrastruktur mit Wachstum verbinden

Investitionen in Infrastruktur, die das Fundament unserer Gesellschaft bildet: Energieversorgung, Versorgungsnetze, gesellschaftlich relevante Anlagen.
Ein Mann trägt einen schwarzen Anzug ohne Krawatte und ein Einstecktuch. Er steht vor einer marmorierten Wand.
IMMOBILIEN

hausInvest: Weltweit gestreut, seit 1972

hausInvest investiert in über 161 Immobilien in 17 Ländern. Ein Investment, das auf echte Gebäude setzt: Büros, Hotels, Einzelhandel und Wohnen, sorgfältig ausgewählt und aktiv gemanagt. 
Ein Mann im Anzug steht lächelnd vor einer strukturierten, weißen Wand.

Schritt 4: Check der Kosten

Auch bei den Kosten kommt es auf die Art des Fonds an. Es geht weniger um die konkreten Anlagen, sondern eher darum, ob der Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird. Hierbei spielt spielt die sogenannte TER (Total Expense Ratio) eine Rolle: Gebühren für Management, Betriebskosten, die fixe Verwaltungsvergütung sowie die Depotbankgebühr.

Passiv verwaltete Fonds sind in der Regel kostengünstiger. Ihre Gesamtkostenquote, auch Total Expense Ratio (TER) genannt, liegt oft zwischen 0,1 Prozent und 0,5 Prozent pro Jahr. Diese Quote umfasst alle anfallenden Kosten und Gebühren. Bei aktiv gemanagten Fonds ist die TER in der Regel höher, da der Verwaltungsaufwand deutlich größer ist und sich schließlich ein professionelles Fondsmanagement um Ihr Investment kümmert.

Der einmalige Ausgabeaufschlag, auch Agio genannt, wird beim Kauf der Fondsanteile fällig. Dieser hängt allerdings nicht davon ab, ob ein Fonds aktiv oder passiv verwaltet wird. Vielmehr variiert er je nach Anbieter und Vertriebskanal.  

Wenn Sie Ihr Geld in einen Fonds investieren wollen, müssen Sie mit einem einmaligen Ausgabeaufschlag von 1 Prozent bis zu 7 Prozent rechnen. Dabei handelt es sich um ein Entgelt, das der Deckung der Vertriebs- und Beratungsleistungen dient und sich von Fonds zu Fonds unterscheidet.

Doch die Kosten schwanken stark von Fonds zu Fonds und teils auch davon, wie Sie investieren: Einen Fondssparplan erhalten Sie ohne Ausgabeaufschlag und auch Anlagen, die Sie digital abschließen, sind günstiger als mit Beratung in der Bankfiliale. 


Schritt 5: Wo kaufen Sie den Fonds am besten?

Die nächste Entscheidung, die Sie fällen müssen, ist wo Sie Ihre Fonds kaufen möchten: In der Bankfiliale um die Ecke, bei einer Direktbank oder direkt bei der Fondsgesellschaft? Erneut gibt es ein Für und Wider abzuwägen, um Ihre Präferenz zu finden.

  • Banken und Sparkassen: Die meisten Banken bieten eine ganze Reihe von Investmentprodukten und Fonds, in die Sie als Bankkund:in investieren können. Wenn Ihnen der persönliche Kontakt wichtig ist, ist Ihre Bank des Vertrauens eine gute Adresse, um Ihr Fondsinvestment auf den Weg zu bringen. Ihr Berater bzw. Ihre Beraterin kann Sie ausführlich über die Anlageprodukte informieren, die für Sie infrage kommen. Meist sind hier die Kosten jedoch etwas höher als bei anderen Anbietern.
  • Online-Broker und Direktbanken: Mittlerweile gibt es eine ganze Bandbreite an (Online-)Anbietern, mit denen Sie schnell und einfach in eine große Zahl an Fonds investieren können. Je nach Anbieter haben Sie Zugang zu verschiedenen Anlageprodukten. 
    Wenn Sie einen Online-Broker oder eine Direktbank nutzen wollen, lohnt sich hier ein Kostenvergleich: Häufig finden Sie vor allem online immer wieder Sonderangebote, die Ihnen bestimmte Vergünstigungen anbieten, zum Beispiel bei den Depotkosten oder beim Ausgabeaufschlag.
  • Direkt über Fondsgesellschaften: Viele Fondsanbieter bieten Ihnen auch einen direkten Weg an, um (meist online) in den jeweiligen Fonds zu investieren. Das lohnt sich für Sie vor allem dann, wenn Sie sich schon ein spezifisches Anlageprodukt ausgesucht haben, in das Sie investieren wollen. In dem Fall benötigen Sie meist ein Depot, in das Sie Ihre Fondsanteile dann einzahlen können. Häufig können Sie aber auch ein Depot während Ihres Anlageprozesses eröffnen – manchmal sogar kostenlos.

Auch für Fonds gilt – je mehr Sie darüber wissen, desto mehr Spaß werden Sie bei der Beschäftigung mit Ihrer Geldanlage haben. Machen Sie sich also zuerst klar, wo Ihre Fragen liegen, wo Sie sich unsicher sind. Und entscheiden Sie dann.


Exkurs

Fachbegriffe zu Fonds, die oft auf Datenblättern zu finden sind

Fachbegriff 1 von 7

Währung

Währung meint die Währung der im Fonds enthaltenen Wertpapiere. Hier sollten Anleger:innen beachten, dass bei ausländischen Währungen neben möglichen Kursschwankungen auch noch ein Währungsrisiko besteht. So kann bei einem Fonds mit in US-Dollar gehandelten Aktien bei sinkendem Dollarkurs der Wert Ihrer Anteile in Euro sinken – auch wenn die Aktien selbst an der Börse stabil geblieben sind.
Große gelbe Buchstaben "PEARL" vor vertikalen gelben und blauen Streifen.
Fachbegriff 2 von 7

Sachwerte

Sachwerte haben einen innewohnenden, realen Gegenwert. Einen Wert, der nicht allein von Börsenkursen oder Währungen abhängt, sondern auf dem physischen Objekt selbst beruht. Wenn Sie Ihr Portfolio zu einem gewissen Grad vor Inflation und krisenbedingten Kursschwankungen schützen und gleichzeitig weiter diversifizieren wollen, empfiehlt sich ein Fonds, der in Sachwerte, z. B. Immobilien, investiert.
Ein massives, rundes Stahltresortor mit Zahnrädern und Bolzen, in grünlichem Licht beleuchtet.
Fachbegriff 3 von 7

Thesaurierender Fonds

Von thesaurierenden Fonds ist die Rede, wenn die Gewinne eines Fonds automatisch reinvestiert werden.
Abstrakte, spiralförmige Struktur in Grün und Blau, die sich nach innen windet.
Fachbegriff 4 von 7

Stückelung

Die Stückelung beschreibt die kleinstmögliche Einheit, die gehandelt werden kann. Da man meist nur einen ganzen Anteil eines Fonds kaufen kann, beläuft sich die Kennzahl oft auf 1.
Übereinander gestapelte, rechteckige Balkone eines modernen Gebäudes in gelb-grüner Tönung.
Fachbegriff 5 von 7

Marktsegment

Marktsegment meint den Teilbereich eines Marktes. Hier: das Kennzeichen zum Marktsegment, in dem das Wertpapier gehandelt wird. Fonds werden in der Regel im Open Market gehandelt.
Geschwungene, beleuchtete Metallstrukturen in einem futuristischen Gebäude, mit reflektierenden Glasflächen.
Fachbegriff 6 von 7

Emittent

Der Emittent ist die Fondsgesellschaft, die hinter dem Fonds steht und ihn verwaltet.
Gelbe Fensterfassade mit geometrischem Muster und dunklen Rahmen.
Fachbegriff 7 von 7

Fondsmanagement

Das Fondsmanagement gibt Auskunft über die Personen, die den Fonds verwalten.
Abstraktes gelb-grünes Muster aus geschwungenen Linien und Glasflächen.

Profi Tipp: Der Beta-Faktor

Der Beta-Faktor ist eine oft verwendete Kennzahl bei der Bewertung von Geldanlagen. Er gibt als geschätzter Wert Aufschluss über das Fondsrisiko im Verhältnis zum Risiko des Referenzindexes. Das bedeutet: Wie verhält sich z. B. eine Aktie, in die Sie als Anleger:in investieren möchte, zum Gesamtmarkt? Sind die Wertschwankungen ungefähr gleich oder entwickelt sich die Aktie gerade günstiger oder ungünstiger als der Gesamtmarkt?

Mit anderen Worten: Je höher der Wert des Beta-Faktors ist, desto höher ist auch das Risiko des Fonds verglichen mit dem Risiko des Referenzindexes. Der Beta-Faktor gilt damit als wichtiger Anhaltspunkt zur Bewertung eines Fonds. 

Schritt 6: Anlagesumme und -intervall festlegen

Per Fondssparplan investieren

Fondssparpläne eignen sich insbesondere für Einsteiger:innen: Die Mindestsparsumme beträgt bei hausInvest z.B. 10 Euro, die Sie im monatlichen Rhythmus einzahlen.

Selbstverständlich bieten sich auch größere Summen an, sodass auch schneller ein größeres Kapital investiert ist. Die Sparrate können Sie jederzeit pausieren oder anpassen.

Fondsanteile per Einmalanlage kaufen

Wenn Sie eine größere Summe zur Verfügung haben – beispielsweise bereits angespart oder über eine Erbschaft –, können Sie diese in Form einer Einmalanlage auf einen Schlag investieren.

Bei vielen Anleger:innen beliebt ist die Kombination von Einmalanlage und fortlaufendem Sparplan. So geben Sie Ihrem Investment mit der Einmalanlage einen ersten Boost und polstern Ihren Anlagebetrag monatlich weiter auf. So holen Sie das Meiste aus Ihrem Fondskauf heraus. 

Ein Mann mit Brille in Anzug und Hemd steht lächelnd in einem hellen Raum.

hausInvest Ratgeber-Autor

Im Netz kursieren manchmal schwer verdauliche Definitionen aus unterschiedlichen Quellen. Grundlegendes Fachwissen, einfach und kompakt erklärt, ist hingegen selten anzutreffen. Mit meinen Beiträgen möchte ich Ihnen zunächst das Basiswissen vermitteln und Sie im Anschluss dazu einladen, gemeinsam darauf aufzubauen. Mein Wunsch ist es, Sie mit profundem Wissen auszustatten. Das Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ ist seit vielen Jahren etwas, wofür ich mich tatkräftig engagiere. Das Ziel ist es, dass Sie am Ende eigenständig die richtige finanzielle Entscheidung für Ihr Leben treffen können. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Thomas Henrich

1https://www.bvi.de/service/statistik-und-research/investmentstatistik/, https://www.dfpa.info/maerkte-studien-news/bvi-meldet-starkes-jahr-fuer-die-fondsbranche.html, https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/bvi-fonds-verzeichnen-rekordvermoegen-in-deutschland/100105263.html