Ein aelteres Paerchen spaziert am Eisbach im Englischen Garten in Muenchen entlang. Zwei junge Frauen sitzen auf gelben Quardern, die am Ufer des Eisbaches stehen. Im Hintergrund ist ein Streetfood-Wagen zu sehen und mehrere Menschen, die dort essen. Es sind Büroimmobilien zu sehen. Der Tucherpark gehört zum hausInvest-Immobilienportfolio.

Stadt vs. Hitze Wie Städte sich vor Hitze schützen können – am Beispiel München

29.07.2025 5 Minuten Lesezeit

Die Zahl der Hitzetage steigt in deutschen Städten. Höchste Zeit, mit der urbanen Infrastruktur gegenzusteuern. In diesem Beitrag nehmen wir uns das Beispiel München vor: Wie gut ist die grün-blaue Infrastruktur in der bayerischen Landeshauptstadt? Und wie kann der städtische Raum generell so gestaltet werden, dass er für die Herausforderungen des Klimawandels gewappnet ist?  

Sommer in der Stadt: Too hot to handle?

Viele freuen sich das ganze Jahr auf die warmen Monate in der Stadt, denken dabei an Freibad, Eisdielen und lange Abende im Straßencafé. Doch die Realität sieht oft anders aus: In der Stadt steigen die Temperaturen deutlich höher als im Umland, und die ersehnte Abkühlung am Abend bleibt aus. Diese extreme Hitze stellt eine zunehmende Gefahr für das gesundheitliche Wohlbefinden dar, besonders in den Hochsommermonaten.

Urbaner Hitzeinseleffekt (UHI)

So nennt sich in der Fachsprache das Phänomen, dass Städte deutlich höhere Temperaturen aufweisen können als umliegende ländliche Regionen. Zurückzuführen ist das vor allem auf die vielen versiegelten Flächen im urbanen Raum, die Sonnenstrahlung absorbieren und die Umgebung aufheizen. Dadurch nehmen auch die sogenannten Tropennächte zu, in denen die Temperaturen nicht unter 20 °C fallen. Besonders in dicht besiedelten Innenstädten stellt dies eine Belastung für vulnerable Gruppen dar. 

 
Um dem urbanen Hitzeinseleffekt entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Ansätze: Einerseits können Maßnahmen im Rahmen der Stadtgestaltung wie Grün- und Wasserflächen kurzfristig für Abkühlung sorgen. Doch langfristig ist ein grundlegendes Umdenken im Bereich der Infrastruktur notwendig. Auch München muss sich auf zunehmend höhere Temperaturen einstellen. So wurden im Juni 2025 bereits neun Hitzetage mit Temperaturen über 30 °C gemessen. Zum Vergleich: Zwischen 1960 und 1990 gab es im Durchschnitt nur drei bis fünf Hitzetage pro Jahr.³

Wie Wasser und Grünflächen das Stadtklima beeinflussen

Zur grünen und blauen Infrastruktur gehören naturnahe Flächen wie zum Beispiel Teiche, Flüsse und Parkanlagen, die für die Anpassung an den Klimawandel und die Steigerung der Lebensqualität von zentraler Bedeutung sind.⁴

Wasser marsch! Beispiele für blaue Infrastruktur in München

Besonders bewegtes Wasser hat eine kühlende Wirkung. Ein gutes Beispiel ist der Münchner Stadtfluss Isar, der in den vergangenen Jahrzehnten durch umfassende Renaturierungs- und Städtebaumaßnahmen deutlich zugänglicher gemacht und ökologisch aufgewertet wurde. Durch die Weitung des Flussbetts und die naturnahe Gestaltung der Uferzone verbesserte sich nicht nur der Hochwasserschutz, sondern auch die Erholungsqualität: An heißen Sommertagen suchen regelmäßig Scharen von Menschen am Isarufer Abkühlung, denn die Wassertemperatur liegt auch in Hitzeperioden deutlich unter der Lufttemperatur.⁵   

Aber auch für diejenigen, die sich nicht im Wasser erfrischen, ist die kühlende Wirkung der Isar spürbar: Das Wasser und die angrenzenden Grünflächen senken die Umgebungstemperatur und sorgen besonders in den Uferzonen für eine angenehme Atmosphäre.⁶  

Ein weiterer wichtiger Baustein in München ist die Fernkälte. Dafür wird das kühle Nass von Grundwasser und Stadtbächen genutzt, durch erneuerbare Energien noch weiter abgekühlt und über Rohrleitungen an verschiedene Abnehmer in der Stadt verteilt. So können Kälteanlagen in den Gebäuden selbst eingespart und das Entstehen von Abwärme vor Ort vermieden werden. Schon heute profitieren etwa 120 Hotels, Bürogebäude und Warenhäuser in der Innenstadt von dieser klimafreundlicheren Kühlungsmöglichkeit, wodurch aktuell jährlich geschätzte 25.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.⁷  

Auch Brunnen gelten als wichtiges Gestaltungselement gegen die Hitze. In ganz München befinden sich insgesamt rund 700 Brunnen, etwa 200 betreibt die Stadt – zumeist auf öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen. 18 davon sind ganzjährig in Betrieb, der Großteil geht in der frostigen Jahreszeit in Winterpause.⁸ Diese Wasserspiele tragen dazu bei, das Stadtklima spürbar zu verbessern und den Bewohner:innen eine Möglichkeit zur Abkühlung zu bieten. 
 

Luft nach oben: Grüne Infrastruktur in München

Grüne Infrastruktur umfasst öffentliche Grünanlagen wie Parks, Straßenbäume, begrünte Fassaden und Dächer sowie Wälder und Wiesen. Diese grünen Oasen schaffen Erholungsräume, tragen zur Klimaregulierung und Verbesserung der Luftqualität bei. Außerdem spielen sie eine zentrale Rolle bei der Reduzierung städtischer Hitzeinseln und fördern die Biodiversität
 
In München entfallen 22 % der Stadtfläche auf Parks, einen großen Teil davon beansprucht der berühmte Englische Garten.⁹ Parkanlagen sind besonders an Hitzetagen wichtig, da sie mit Baumschatten wichtigen Raum zur Erholung bieten. Doch obwohl das Image Münchens anderes vermuten lässt, schneidet die Stadt im Vergleich zu anderen deutschen Ballungsräumen unterdurchschnittlich ab. So liegt der Grünanteil der bayerischen Landeshauptstadt unter dem anderer deutscher Metropolen (Berlin: 38 %, Köln: 33 %), während der Versiegelungsgrad mit 44 bis 46 % den höchsten Wert im Bundesvergleich darstellt.¹⁰  

Das soll in Zukunft anders werden. Die grüne Infrastruktur Münchens befindet sich im Umbruch: Mit dem neuen Stadtentwicklungsplan STEP 2040, der Ende 2024 verabschiedet wurde, verfolgt die Stadt das Ziel, die grünen Freiräume von den Innenstadtquartieren bis hin zum Grüngürtel besser zu vernetzen und auszubauen.¹¹  

Klimaresiliente Gebäude: Wie der Tucherpark neue Maßstäbe setzt

Neben der grün-blauen Infrastruktur spielt auch die Gebäudeinfrastruktur eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an steigende Temperaturen und häufiger auftretende Hitzewellen. Um den Klimafolgen entgegenzuwirken, müssen Gebäude zunehmend hitzeresilient gestaltet werden. Dazu können unter anderem folgenden Maßnahmen beitragen:¹¹

  • Begrünung von Dächern und Fassaden
  • Verwendung hitzereflektierender und wasserdurchlässiger Materialien 
  • Verschattungskonzepte (z. B. außenliegender Sonnenschutz, Bäume) 
  • Maßnahmen zur Verbesserung der natürlichen Belüftung
  • Verwendung von erneuerbaren Energien

Mit dem Tucherpark im Eisbachviertel – einem zukunftsweisenden Projekt aus dem Münchner Portfolio von hausInvest – möchten wir genau diese Prinzipien umsetzen und mit einem nachhaltigen und klimaresilienten Gebäudeansatz vorangehen. Unser Ziel: ein CO₂-neutrales Vorzeigeprojekt für München. Auf nahezu allen Dächern werden Photovoltaikanlagen für saubere Energie sorgen, während die kräftige Strömung des Eisbachs ein eigenes Wasserkraftwerk speist. Zudem wird die Abwärme des Datencenters intelligent genutzt, um Hotel- und Büroflächen zu beheizen. Ergänzt wird das innovative Energiekonzept durch Wärmepumpen und smarte Gebäudetechnologie.¹² 

Auch wenn bei der Revitalisierung des Tucherparks innovative Technologie eine zentrale Rolle spielt, soll er doch ein Stück Natur inmitten der Stadt bleiben: Der alte Baumbestand am Rand des Englischen Gartens sowie die Tier- und Pflanzenwelt werden erhalten und behutsam in die Planung integriert. Viel Raum zum Erholen und Auftanken entsteht durch ein modernes Gym, Angebote für Outdoor-Aktivitäten und neue Freizeitflächen.¹² 

commerzreal-hausinvest-office-tucherpark-vto-muenchen-we367-exterior-visualization-5.jpg
commerzreal-hausinvest-health-tucherpark-medikum-muenchen-exterior-visualization-1.jpg
commerzreal-hausinvest-office-tucherpark-vto-muenchen-we367-exterior-visualization-8.jpg
commerzreal-hausinvest-office-tucherpark-vtw3-muenchen-we364-lobby-visualization-2.jpg
commerzreal-hausinvest-office-tucherpark-vto-muenchen-we367-exterior-visualization-3.jpg