Stadt vs. Hitze Wie Städte sich vor Hitze schützen können – am Beispiel München
29.07.2025 • 5 Minuten Lesezeit
Sommer in der Stadt: Too hot to handle?
Urbaner Hitzeinseleffekt (UHI)
Wie Wasser und Grünflächen das Stadtklima beeinflussen
Wasser marsch! Beispiele für blaue Infrastruktur in München
Aber auch für diejenigen, die sich nicht im Wasser erfrischen, ist die kühlende Wirkung der Isar spürbar: Das Wasser und die angrenzenden Grünflächen senken die Umgebungstemperatur und sorgen besonders in den Uferzonen für eine angenehme Atmosphäre.⁶
Ein weiterer wichtiger Baustein in München ist die Fernkälte. Dafür wird das kühle Nass von Grundwasser und Stadtbächen genutzt, durch erneuerbare Energien noch weiter abgekühlt und über Rohrleitungen an verschiedene Abnehmer in der Stadt verteilt. So können Kälteanlagen in den Gebäuden selbst eingespart und das Entstehen von Abwärme vor Ort vermieden werden. Schon heute profitieren etwa 120 Hotels, Bürogebäude und Warenhäuser in der Innenstadt von dieser klimafreundlicheren Kühlungsmöglichkeit, wodurch aktuell jährlich geschätzte 25.000 Tonnen CO₂ eingespart werden.⁷
Auch Brunnen gelten als wichtiges Gestaltungselement gegen die Hitze. In ganz München befinden sich insgesamt rund 700 Brunnen, etwa 200 betreibt die Stadt – zumeist auf öffentlichen Plätzen und in Grünanlagen. 18 davon sind ganzjährig in Betrieb, der Großteil geht in der frostigen Jahreszeit in Winterpause.⁸ Diese Wasserspiele tragen dazu bei, das Stadtklima spürbar zu verbessern und den Bewohner:innen eine Möglichkeit zur Abkühlung zu bieten.
Luft nach oben: Grüne Infrastruktur in München
In München entfallen 22 % der Stadtfläche auf Parks, einen großen Teil davon beansprucht der berühmte Englische Garten.⁹ Parkanlagen sind besonders an Hitzetagen wichtig, da sie mit Baumschatten wichtigen Raum zur Erholung bieten. Doch obwohl das Image Münchens anderes vermuten lässt, schneidet die Stadt im Vergleich zu anderen deutschen Ballungsräumen unterdurchschnittlich ab. So liegt der Grünanteil der bayerischen Landeshauptstadt unter dem anderer deutscher Metropolen (Berlin: 38 %, Köln: 33 %), während der Versiegelungsgrad mit 44 bis 46 % den höchsten Wert im Bundesvergleich darstellt.¹⁰
Das soll in Zukunft anders werden. Die grüne Infrastruktur Münchens befindet sich im Umbruch: Mit dem neuen Stadtentwicklungsplan STEP 2040, der Ende 2024 verabschiedet wurde, verfolgt die Stadt das Ziel, die grünen Freiräume von den Innenstadtquartieren bis hin zum Grüngürtel besser zu vernetzen und auszubauen.¹¹
Klimaresiliente Gebäude: Wie der Tucherpark neue Maßstäbe setzt
Neben der grün-blauen Infrastruktur spielt auch die Gebäudeinfrastruktur eine entscheidende Rolle bei der Anpassung an steigende Temperaturen und häufiger auftretende Hitzewellen. Um den Klimafolgen entgegenzuwirken, müssen Gebäude zunehmend hitzeresilient gestaltet werden. Dazu können unter anderem folgenden Maßnahmen beitragen:¹¹
- Begrünung von Dächern und Fassaden
- Verwendung hitzereflektierender und wasserdurchlässiger Materialien
- Verschattungskonzepte (z. B. außenliegender Sonnenschutz, Bäume)
- Maßnahmen zur Verbesserung der natürlichen Belüftung
- Verwendung von erneuerbaren Energien
Mit dem Tucherpark im Eisbachviertel – einem zukunftsweisenden Projekt aus dem Münchner Portfolio von hausInvest – möchten wir genau diese Prinzipien umsetzen und mit einem nachhaltigen und klimaresilienten Gebäudeansatz vorangehen. Unser Ziel: ein CO₂-neutrales Vorzeigeprojekt für München. Auf nahezu allen Dächern werden Photovoltaikanlagen für saubere Energie sorgen, während die kräftige Strömung des Eisbachs ein eigenes Wasserkraftwerk speist. Zudem wird die Abwärme des Datencenters intelligent genutzt, um Hotel- und Büroflächen zu beheizen. Ergänzt wird das innovative Energiekonzept durch Wärmepumpen und smarte Gebäudetechnologie.¹²
Auch wenn bei der Revitalisierung des Tucherparks innovative Technologie eine zentrale Rolle spielt, soll er doch ein Stück Natur inmitten der Stadt bleiben: Der alte Baumbestand am Rand des Englischen Gartens sowie die Tier- und Pflanzenwelt werden erhalten und behutsam in die Planung integriert. Viel Raum zum Erholen und Auftanken entsteht durch ein modernes Gym, Angebote für Outdoor-Aktivitäten und neue Freizeitflächen.¹²
² https://scnat.ch/de/uuid/i/58326981-a16f-5d68-b24e-23e71b23a990-Hitze_in_St%C3%A4dten
³ https://ru.muenchen.de/2025/123/Stadtrat-schaerft-Konzept-zur-Klimaanpassung-nach-119065
⁴ Commerz Real Whitepaper "Infrastruktur" Teil 3
⁵ https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-wasserstand-isar-temperatur-fische-trockenheit-hitze-li.3277676
⁶ https://www.sueddeutsche.de/muenchen/muenchen-hitzewelle-kuehle-orte-tipps-li.3276870
⁷ https://www.swm.de/unternehmen/magazin/energie/fernkaelte
⁸ https://stadt.muenchen.de/infos/brunnen-muenchen.html
⁹ https://stadt.muenchen.de/infos/statistik-geographische-verhaeltnisse.html
¹⁰ https://www.werkstadt-muenchen.de/wiki/gruenflaeche/
¹¹ https://www.zsk.tum.de/fileadmin/w00bqp/www/PDFs/Berichte/180207_Leitfaden_ONLINE.pdf
¹² https://www.eisbachviertel.de/