GeldanlageGeld investieren: Der Leitfaden für Ihre individuelle Geldanlage

vonThomas Henrich
Lesezeit10 Min.
zuletzt aktualisiert24.04.2026
KategorieGrundlagen Geldanlage
Schatten von Geländerstäben werfen parallele Linien auf einen Gehweg in gelbem Licht.

Schon seit einiger Zeit ist das Thema Investieren in der breiten Masse angekommen: Man muss kein designierter Finanzexperte bzw. Finanzexpertin mehr sein, um mit Begriffen wie Krypto, ETF oder Depots etwas anfangen zu können. Denn je unbeständiger sich das Leben gestaltet, desto besser wollen sich viele Menschen absichern – indem sie ihr Geld anlegen.  

Dabei kann es sich um den Traum des Eigenheims, den früheren Renteneintritt oder einfach um ein finanzielles Polster für den Fall der Fälle handeln: Wer früher anfängt zu investieren, hat später mehr davon.

Von den Grundprinzipien über die Wahl der richtigen Anlageprodukte bis hin zu konkreten Tipps für den Einstieg: Hier finden Sie alles, was Sie für Ihre erste Geldanlage wissen müssen. 

Das Wichtigste in Kürze 

  • Achten Sie vor Ihrem Investment darauf, dass Sie abgesichert sind und über ein ausreichend großes finanzielles Polster verfügen.
  • Anlageziel, Risikobereitschaft und Anlagehorizont bestimmen, welche Strategie und welches Produkt zu Ihnen passen.
  • Diversifikation senkt das Risiko: Streuen Sie Ihr Kapital über verschiedene Anlageformen und Laufzeiten.
  • Das Dreieck der Vermögensanlage: Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit – maximal zwei davon sind gleichzeitig erreichbar.
  • Der beste Zeitpunkt zum Starten ist jetzt, z. B. mit einem Fondssparplan schon ab kleinen monatlichen Beträgen.

Warum Geld investieren? Die wichtigsten Prinzipien vorab

1. Prinzip: Drei Grundsätze des Vermögensaufbaus

Die drei Grundsätze des Vermögensaufbaus helfen Ihnen, Ihre eigene finanzielle Situation einzuschätzen und im Blick zu behalten. So schaffen Sie die optimalen Voraussetzungen für Ihre Geldanlage: 

  • Geben Sie weniger aus, als Sie einnehmen: Hierfür dürfen Ihre aktuellen Ausgaben nicht über Ihrem regelmäßigen Einkommen liegen, das Sie zum Beispiel aus Ihrer Arbeit oder dem Gewinn Ihres Unternehmens erhalten.
  • Legen Sie den Überschuss zur Seite: Alles, was Sie nicht für Ihre monatlichen Ausgaben brauchen, können Sie ansparen und sich so ein erstes finanzielles Polster anlegen. 
  • Investieren Sie das zur Seite gelegte Geld: Hier geht es nun vom Vermögenserhalt zum Vermögensaufbau: Sie legen Ihr Erspartes an und lassen es für sich arbeiten. 

     

 2. Prinzip: Früh übt sich – der richtige Zeitpunkt für Ihr Investment 

Verschaffen Sie sich möglichst früh ein Gefühl für den Finanzmarkt – zu Beginn vielleicht mit kleineren Anlagebeträgen, mit denen Sie erste Erfahrungen sammeln können. Sie müssen hier keinen großen Wert auf ausgiebiges Expertenwissen und komplizierte Marktprozesse legen: Viel wichtiger ist es, dass Sie sich mit Ihrem ersten Investment ein Stück Sicherheit verschaffen, um von da aus Ihr Portfolio auszubauen. 


Tipp: Für Ihr Investment ist die Zeit wichtiger als der Zeitpunkt

  • Bevor Ihr Erspartes mit der Zeit weiter an Wert verliert, sollten Sie diese Zeit lieber nutzen.
  • Wer schon jung anfängt, verschafft sich einen klaren Vorteil: Mehr Möglichkeiten, das Geld über einen langen Zeitraum zu vermehren.
  • Ein Fondssparplan eignet sich als flexibler Einstieg: Sie legen die Beträge fest, die Sie am Monatsende übrig haben.

Darüber hinaus bringt Ihnen ein Fondssparplan zwei große Vorteile:

Zinseszinseffekt: Sowohl Ihr Anlagebetrag als auch Ihr Gewinn wird verzinst – das bedeutet: Noch mehr Zinsen, noch mehr Gewinn. Dadurch wächst Ihre Geldanlage noch schneller an.

Cost-Average-Effekt: Wenn Sie monatlich einzahlen, nutzen Sie gewisse Markt- und Preisschwankungen zu Ihrem Vorteil. Bei niedrigen Kursen kaufen Sie mehr Fondsanteile, die Ihnen größere Gewinne einbringen, sobald die Kurse wieder steigen.
 

3. Prinzip: Rendite ist nicht alles

Gewinnchancen sind das, was (fast) alle Anleger:innen zur Geldanlage motiviert. Doch Gewinn ist nicht alles. Für große Gewinne zahlen Sie nämlich ein stückweit immer mit einem erhöhten Risiko.

Bleiben Sie deshalb misstrauisch, wenn Ihnen große Gewinne bei großer Sicherheit versprochen werden. Es muss gar nicht um einzelne besonders hohe Renditen gehen, sondern eher darum, dass Sie mit der zusammengenommenen Gewinnchance Ihrer Geldanlagen zufrieden sind.

Dafür kombinieren Sie am besten Anlagen mit guten Renditechancen und solche mit ausreichend Stabilität. So können sich die Risiken und die Gewinnchancen gegenseitig ausgleichen und für eine gute Balance in Ihrem Portfolio sorgen.


Ihr Weg zur passenden Geldanlage

Wenn die Entscheidung zum Investment gefällt ist, geht es darum, Ihre persönliche Investmentstrategie zu entwickeln. Und dafür muss eine ganze Reihe an Fragen geklärt werden.

Schritt 1: Das Anlageziel – was will ich erreichen?

Je länger Ihr Geld nur auf dem Konto oder zu Hause herumliegt, desto mehr wird es durch die Inflation an Wert verlieren. Definieren Sie also am besten direkt am Anfang, welches Ziel Sie mit Ihrer Geldanlage verfolgen.

Zum Beispiel können Sie anpeilen, einen bestimmten Geldbetrag zu erreichen (monetäres Ziel) oder die finanzielle Vorsorge für Ihre Kinder zu sichern (thematisches Ziel). Aus Ihrem Anlageziel lässt sich dann nämlich ableiten, welche Art von Geldanlage für Sie infrage kommt. 

  • Planen Sie, Ihr Geld vor dem aktuellen Wertverlust zu schützen? Dann reicht Ihnen vielleicht schon eine kurzfristige Geldanlage wie ein Tagesgeldkonto: Sie erwirtschaften ein paar Zinsen und können aber auch direkt auf Ihr Geld zugreifen, wenn Sie es brauchen. Tipp: Je näher das Sparziel, desto geringer sollten die Wertschwankungen sein.
  • Verfolgen Sie ein mittelfristiges Ziel, zum Beispiel eine größere Anschaffung oder eine lange Reise? Dann sollten Sie dafür auf eine Geldanlage setzen, die Ihr Kapital gezielt vermehrt. Das bedeutet in den meisten Fällen aber auch, dass Sie Ihr Geld fest binden müssen, um ausreichende Gewinne zu erzielen – zum Beispiel mit einem Offenen Immobilienfonds wie hausInvest.
  • Oder denken Sie beim Geldanlegen eher viele Jahre bis Jahrzehnte im Voraus? Ein langfristiges Ziel kann zum Beispiel Ihre Altersvorsorge sein – oder einfach der Vermögensaufbau an sich. Auch dafür eignen sich am besten langfristige Geldanlagen – oder eine Kombination aus Investments mit kürzerer und längerer Laufzeit. 

Schritt 2: Anlegertyp & Risikobereitschaft

Ihre Geldanlage muss zu Ihrer Anlegermentalität passen. Einem klassischen Sparer ist nicht geholfen, wenn er keine Nacht mehr ruhig schlafen kann, weil sein Aktienpaket Achterbahn fährt. Umgekehrt hat ein spekulativ engagierter Mensch keine Freude an einem stabilen, aber jahrelang fast unbeweglichen Anleihenkurs.


Drei Portraits der wichtigsten Anlegertypen:

Eine Anlageform komplett ohne Risiko gibt es nicht. Viele würden am liebsten ihr Geld unter der Matratze horten und unabhängig von Banken und Börsenkursen sparen. Wenn auch Ihnen Fonds, Aktien & Co. nicht geheuer sind, dann macht vielleicht noch ein Festgeldkonto Sinn. 

Mit einem Tages- oder Festgeldkonto halten Sie Ihr Geld verfügbar, allerdings sind die damit verbundenen Zinssätze immer stark vom aktuellen Leitzins abhängig und können sich entsprechend schnell verändern. So kann es auch passieren, dass die erwirtschafteten Zinsen die aktuelle Inflationsrate nicht schlagen können und Ihr Geld weiter an Wert verliert. 

Um langfristig zu sparen, können sich Offene Immobilienfonds gut eignen, denn die Renditechancen sind hier meist beständiger. Sie sind unabhängiger von der aktuellen Leitzinspolitik und können so effektiver dem Wertverlust entgegenwirken. Mit einem kleinen Sparplan ab 50 Euro pro Monat können Sie sich so schon ein gutes Finanzpolster aufbauen.

Diese Anleger:innen sind selbstsicher und interessieren sich für Produkte mit verhältnismäßig überschaubarem Risiko. Sie möchten das Heft in die Hand nehmen und den Werterhalt ihres Geldes sichern, können aber auf Nervenflattern bei schwankenden Börsenkursen gut und gerne verzichten.  

Für den gesunden Mittelweg sind Offene Immobilienfonds und andere Produkte wie z. B. Rentenfonds oder Staatsanleihen geeignet. Häufig verschiebt dieser Anlegertyp einen vier- bis fünfstelligen Betrag vom Sparbuch in Geldanlagen mit Renditechancen. Manchmal bietet sich auch die Kombination Einmalanlage plus Sparplan an. 

Der spekulative Typ hat meist seine Strategie gefunden. Sein Portfolio enthält an die 20 % Anlagen in Immobilien und anderen risikoarmen Anlagen zur Balance. Hier legt er das Vermögen zur Seite, was er mittel-bis langfristig für einen bestimmten Zweck benötigt. So kann er sich riskanteren Produkten widmen, mit denen er die Rendite maximieren will. 

Schritt 3: Der Anlagehorizont – wie lange investieren?

Je nachdem, welches Anlageziel Sie verfolgen, fällt Ihr Anlagehorizont kürzer oder länger aus. Dieser Horizont wirkt sich darauf aus, welche Finanzprodukte für Sie infrage kommen – und welche für Sie persönlich eher ungeeignet sind. Um Ihren Anlagehorizont herauszufinden, versuchen Sie diese Frage zu beantworten: Über welchen Zeitraum möchte oder kann ich überhaupt mein Geld aus der Hand geben?

  • Oft findet man einen kurzen Anlagehorizont (1-3 Jahre) eher bei Anleger:innen, die erst in späteren Jahren mit der Geldanlage anfangen und sich damit z.B. auf ihren Ruhestand vorbereiten möchten. Auch wenn Sie jetzt schon wissen, dass Sie zu einem konkreten Zeitpunkt in den nächsten Jahren auf Ihr Geld angewiesen sind, kommt für Sie nur ein kurz- bis mittelfristiger Zeitraum infrage. Vertrauen Sie in diesem Fall vor allem auf risikoarme und wertstabile Anlageprodukte, um keine unnötigen Risiken einzugehen. Denn Sie können Wertschwankungen im Fall der Fälle nicht „aussitzen“.
  • Wer über einen mittelfristigen Zeitraum (3-10 Jahre) Geld investieren will, der braucht ein ausreichend großes finanzielles Polster, um in dieser Zeit nicht auf das angelegte Geld zugreifen zu müssen. Über so einen Zeitraum lohnt es sich, stabile Investments mit etwas risikoreicheren Anlagen zu kombinieren, z.B. Sachwert-Investitionen mit Aktien oder ETFs. Dann profitieren Sie von einer höheren Rendite, während manche Risiken von den stabileren Anlagen ausgeglichen werden können.
  • Mit einem langfristigen Anlagehorizont (10+ Jahre) stehen Ihnen die meisten Anlagemöglichkeiten offen. Sie können z.B. einen stabilen Vermögensaufbau verfolgen oder auch – je nach Risikotoleranz – für größere Gewinne ein paar Risiken eingehen, denn mit der Zeit gleichen sich viele Verluste auch wieder aus. In jedem Fall lohnt es sich, mit risikoarmen Anlageprodukten für eine stabile Basis zu sorgen. Von da aus können Sie dann einen weiteren Teil Ihres Geldes in etwas aussichtsreichere Produkte investieren – je nachdem, womit Sie sich am wohlsten fühlen.

Tipp: Streuung nach Anlagehorizont

  • Verteilen Sie Ihre Investments auf unterschiedliche Laufzeiten.
  • So vermeiden Sie, dass mehrere Investitionen gleichzeitig enden und ein Verkauf wegen niedriger Marktkurse Verluste bedeutet.

Schritt 4: Finanzielle Mittel – wie viel investieren?

Ihre Geldanlage sollten Sie sich zuallererst auch leisten können. Teilen Sie ihre Anlagen so ein, dass Sie nicht beim ersten Engpass sofort verkaufen müssen, um freie Mittel zu erhalten. Wenn dann Zusatzkosten fällig werden oder gar der Wertpapierkurs ungünstig steht, kann das schnell schmerzliche Verluste bedeuten.

Baustein1. Laufender Zahlungsverkehr
FinanzsituationMonatseinkommen deckt die Kosten
Mögliche AnlageformGirokonto
Baustein2. Reserve für Notfälle
FinanzsituationZusätzlich 2–3 Monatseinkommen als Reserve, z.B. für unplanmäßige Reparaturen
Mögliche AnlageformTagesgeldkonto
Baustein3. Mittel- bis langfristig
FinanzsituationAlles, was Punkte 1 und 2 überschreitet (Sparen und anlegen bereits ab einem zweistelligen Betrag möglich)
Mögliche AnlageformTagesgeldkonto
Baustein4. Langfristig & spekulativ
FinanzsituationAlles nach Punkt 1 – 3 (Summen, deren Verlust im schlimmsten Fall verkraftet verkraftet werden kann)
Mögliche AnlageformAktienfonds, ETFs, Aktien

Sie können sich auch an empfohlenen Sparquoten orientieren, um einen für Sie geeigneten Anlagebetrag zu bestimmen. Aber denken Sie dran: Diese Werte dienen wirklich nur der Orientierung – finden Sie eine Quote, mit der Sie sich wohlfühlen und die Sie konsequent beibehalten können.

Empfohlene Sparquoten zur Orientierung:

Jahreseinkommen
Empfohlene Sparquote
bis 30.000 Euro
8 %
30.000-50.000 Euro
10 % 
50.000-150.000 Euro
15 %
150.000-300.000 Euro
20 %
mehr als 300.000 Euro
30 % +

Schritt 5: Einmalanlage, Sparplan oder beides?

Nachdem Sie Ihr Ziel, Ihren Anlegertyp und Ihren Anlagehorizont bestimmt haben, stellt sich nun die konkrete Frage: Wie zahlen Sie ein – und in welcher Form? Wie Ihr Investment aussieht, hängt davon ab, wie viel Ihnen zur Verfügung steht:

Der Sparplan: Sie investieren jeden Monat einen bestimmten Betrag und erzielen durch einen langfristigen Anlagehorizont kontinuierlich Ihre gewünschte Endsumme. Schon ab 10 Euro möglich – Sie bestimmen die Höhe der Sparrate selbst und können sie flexibel anpassen.

Die Einmalanlage: Wenn Ihnen bereits ein größeres Anlagebudget zur Verfügung steht, macht es Sinn, die Summe gebündelt anzulegen. Jeder Euro erwirtschaftet Jahr für Jahr Rendite, sobald er angelegt ist.

Der Königsweg: Sie holen das Maximum für sich heraus und kombinieren eine einmalige Geldanlage mit einem Sparplan. Viele Anleger:innen bringen zunächst eine größere Summe von z.B. 8.000 Euro ein und ergänzen diese mit zusätzlich 50 Euro monatlich per Fondssparplan.  

So nutzen Sie quasi doppelt Ihre Rendite-Chancen, und zwar ganz nach ihren individuellen Möglichkeiten. Sie legen selbst die Höhe der Sparrate wie der einmaligen Anlage fest. Die Sparrate können Sie jederzeit anpassen oder aussetzen. 


Anlageprodukte im Überblick: Die gängigsten Anlageklassen

Der Finanzmarkt ist groß und sein Angebot quasi unendlich. Vielleicht haben Ihnen die obigen Schritte und Fragen schon dabei geholfen, um so manche Geldanlage ernsthaft in Betracht zu ziehen und andere erstmal nach hinten zu schieben oder auch schon ganz

Sicherheits- oder renditeorientiert?

AnlageSparbuch
Zinsen / RenditeEher niedrige Verzinsung
RisikoSehr gering
AnlageTagesgeldkonto
Zinsen / RenditeNicht festgeschriebene, eher geringe Verzinsung
RisikoGering
AnlageFestgeldkonto
Zinsen / RenditeEher fester, eher niedriger Zinssatz, garantierter Gewinn (je länger der Anlagezeitraum, desto höher), konstanter Wertzuwachs
RisikoGering
AnlageBausparvertrag
Zinsen / RenditeEher gering
RisikoGering
AnlageRentenfonds
Zinsen / RenditeEher gering
RisikoGering
AnlageOffene Immobilienfonds
Zinsen / RenditeSolide
RisikoGering
AnlageGeschlossene Immobilienfonds
Zinsen / RenditeMeist höher als bei Offenen Immobilienfonds
RisikoRelativ hoch
AnlageETFs
Zinsen / RenditeHohe Gewinne möglich
RisikoHoch
AnlageAnleihen
Zinsen / RenditeGering
RisikoGering
AnlageAktien
Zinsen / RenditeHohe Gewinne möglich
RisikoHoch – langfristiges Anlegen minimiert das Risiko ein wenig
AnlageBitcoins
Zinsen / RenditeHoch
RisikoHoch
AnlageFinTechs
Zinsen / RenditeUnterschiedlich
RisikoUngewiss
AnlageCrowdinvesting
Zinsen / RenditeUnterschiedlich
RisikoUngewiss
AnlageGenossenschaftsanteile
Zinsen / RenditeUnterschiedlich
RisikoMittel
AnlageSachwerte
Zinsen / RenditeUnterschiedlich
RisikoMittel

Die Vielfalt möglicher Investments: gängige Anlageklassen im Überblick

Hierbei handelt es sich um Konten, auf denen Sie Ihr Geld über einen bestimmten Zeitraum parken können. Mittlerweile steigen die Zinsraten wieder und sorgen auch bei Tages- und Festgeldkonten wieder für etwas höhere Erträge. Doch meistens liegen sie unter der Inflationsrate, ein langfristiger Wertzuwachs ist also eher unwahrscheinlich.

Eine eigene Immobilie als Kapitalanlage ist ein klassisches Sachwertinvestment. Sie verfügen also über einen materiellen Eigenwert, der Investoren somit eine größerer Wertstabilität im Vergleich zu anderen Anlageformen bietet. Die Renditechancen sind meist recht hoch, dafür gehen Sie aber auch ein sogenanntes Klumpenrisiko ein: Alle Risiken beschränken sich auf das eine Objekt und können nicht ausgeglichen werden. Außerdem benötigen Sie viel Kapital für den Kauf einer Immobilie, womit Sie sich häufig an langjährige Kredite binden. Trotzdem werden Immobilien weiterhin als krisensichere Geldanlagen gesehen, was auch auf ihre stabile Performance im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zurückzuführen ist.

Ein OIF ist ein wertstabiles und sehr risikoarmes Investment. Sie investieren mit einer Geldanlage in viele verschiedene Immobilien, je nach Fonds sind diese Immobilien über Regionen, Kontinente und Nutzungsarten gestreut. Damit können Sie viele gängige Anlagerisiken noch weiter minimieren. Auch bieten OIFs durch inflationsindexierte Mietverträge und die dadurch resultierende Anpassung an die aktuelle Inflationsrate durch Mieterhöhungen einen gewissen Inflationsschutz. Somit haben Anlerger:innen mittelfristig die Chance auf entsprechend höhere Renditen.

Edelmetalle wie Gold, Silber & Co. zählen zu den Sachwertinvestments und sind deshalb eine recht krisensichere Geldanlage. In Edelmetalle können Sie direkt anlegen, indem Sie z. B. einen Goldbarren kaufen, oder auch in Form von Fonds, die in Unternehmen aus der entsprechenden Branche investieren. Der Wert von Anlagen in Sachwerte wie Edelmetalle steigt häufig in Zeiten von wirtschaftlich unsicheren Phasen, weshalb Sachwerte häufig als krisenfestes Investment gewertet werden. Allerdings sind solche Entwicklungen niemals garantiert. 

Sie gehören zu den festverzinslichen Wertpapieren und werden an der Börse gehandelt. Anleihen werden von Unternehmen oder auch Ländern (Staatsanleihen) ausgegeben, die Herausgeber verpflichten sich damit zur Rückzahlung des Geldes plus Zinsen.

Aktien sind Einzelwerte und zählen ebenfalls zu den klassischen Wertpapieren. Ihr Wert ergibt sich deshalb durch Angebot und Nachfrage am Markt – und kann deshalb großen Schwankungen ausgesetzt sein. Aktien gelten daher eher als risikoreicheres Investment

Diese beiden Geldanlagen investieren in viele verschiedene Aktienwerte gleichzeitig (Aktienfonds) bzw. spiegeln in ihrer Wertentwicklung bekannte Aktienindizes wider (ETFs). Durch die Streuung gelten sie als etwas risikoärmer als Einzelwerte, zählen aber grundsätzlich trotzdem zu den risikoreicheren Geldanlagen.

Diversifikation im Portfolio

  • Wertpapiere (Aktien, Anleihen, Fonds, Zertifikate)
  • Rohstoffe (Agrarrohstoffe, Energierohstoffe, Edelmetalle)
  • Immobilien (Immobilienfonds, Immobilien Crowdinvesting, Eigenheim)
  • Einlagen (Tagesgeld, Festgeld)
  • Exotische Investments

Das Dreieck der Vermögensanlage

Das Dreieck vermittelt auf einfache Weise eine Grundregel des Kapitalmarkts: Mit einer einzelnen Anlage lassen sich immer nur zwei dieser drei Eigenschaften gleichzeitig maximieren. Eine Geldanlage, die alle drei vereint, gibt es nicht.

Möchten Sie möglichst risikoarm Geld anlegen und es gleichzeitig kurzfristig verfügbar halten, werden Sie auf eine nennenswerte Rendite verzichten müssen: Das ist etwa bei Tagesgeld der Fall.

Bei Investments mit hohen Renditechancen herrscht wiederum ein größeres Risiko für Wertschwankungen, zum Beispiel bei Aktien. Die Verfügbarkeit ist hoch, Sie können Ihre Aktie jederzeit verkaufen – nur eben mit Verlust, wenn der Kurs gerade im Keller steht.

Bei Geldanlagen, die gute Renditechancen mit einem kalkulierbaren Risiko vereinen, ist das Anlagekapital schließlich meist über viele Jahre gebunden und erst nach Ablauf der Laufzeit wieder erreichbar.
Es ist ein Dreieck mit den hausInvest-Farben zu sehen, auf den Balken steht Rentabilität, Sicherheit und Liquidität.

Geld investieren: Praktische Tipps für den Start

  1. Investieren Sie nur in Anlagen, die Sie verstehen: Wenn Sie keine drei Rohstoffe benennen können, sollten Sie kein Rohstoff-Investment verfolgen. Wenn Sie grob wissen, was eine Anlage in Immobilien ausmacht, hat bessere Voraussetzungen.
  2. Schulden tilgen geht vor: Alte Schulden bzw. Kredite sollten getilgt sein, bevor Ihr Geld anderweitig einfließt.
  3. Prüfen Sie, ob Ihre aktuelle Sparform noch zu Ihren Zielen passt: Klassische Sparprodukte wie Sparbücher bringen kaum noch Zinsen. Ihr Erspartes verliert durch die Inflation verliert kontinuierlich an Wert.
  4. Kosten und Gebühren nicht unterschätzen: Klären Sie vorab, welche Kosten bei den jeweiligen Anbietern anfallen. Transaktionskosten, Ausgabeaufschläge und Ähnliches drücken Ihre Rendite.
  5. Vorsicht bei zu schönen Gewinnversprechen: Beteiligungen an Waldinvestments, Schiffsfonds oder Ähnlichem locken mit hohen Renditeerwartungen, gehen aber auch mit hohen Risiken einher – bis hin zum Totalverlust.
  6. Transparenz ist ein Muss: Ist der Anbieter schon lange am Markt? Gibt es einen guten Track Record? Regelmäßige Berichte? Nur bei „Ja“ sollten Sie investieren. 

Fazit: Gut informiert zur persönlichen Investmentstrategie

Geldanlegen ist für viele Anleger:innen ein großer Schritt, doch einige Grundlagen und Tipps können Ihnen dabei helfen, den richtigen Ansatz zu finden. Dabei kommt es im Vorfeld vor allem darauf an, dass Sie über Ihre Ziele und Anlagepräferenzen Bescheid wissen, um die richtige Geldanlage auswählen zu können.

Grundsätzlich ist es immer empfehlenswert, gemäß dem Prinzip der Diversifikation das Kapital über verschiedene Anlageformen zu streuen, damit Sie Ihre Anlagerisiken senken und vielfältigere Renditechancen nutzen können. Denken Sie dabei immer daran, einen Teil Ihres Kapitals möglichst sicherheitsorientiert anzulegen, um für Stabilität zu sorgen.

Was sich beim Geldanlegen in jedem Fall rentiert, ist Ehrlichkeit sich selbst und den eigenen Möglichkeiten gegenüber: Beantworten Sie sich die Fragen in diesem Beitrag offen und selbstkritisch – dann finden Sie auch einen guten Weg, Ihr Geld sinnvoll anzulegen.

Wichtiger als alle Einzelheiten jedes Investments zu kennen ist es, so früh wie möglich zu starten. Um erste Erfahrungen zu sammeln, eignet sich ein Fondssparplan besonders: Hier können Sie schon mit kleinen monatlichen Beträgen regelmäßig Geld anlegen.

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Ein Mann mit Brille in Anzug und Hemd steht lächelnd in einem hellen Raum.

hausInvest Ratgeber-Autor

Im Netz kursieren manchmal schwer verdauliche Definitionen aus unterschiedlichen Quellen. Grundlegendes Fachwissen, einfach und kompakt erklärt, ist hingegen selten anzutreffen. Mit meinen Beiträgen möchte ich Ihnen zunächst das Basiswissen vermitteln und Sie im Anschluss dazu einladen, gemeinsam darauf aufzubauen. Mein Wunsch ist es, Sie mit profundem Wissen auszustatten. Das Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ ist seit vielen Jahren etwas, wofür ich mich tatkräftig engagiere. Das Ziel ist es, dass Sie am Ende eigenständig die richtige finanzielle Entscheidung für Ihr Leben treffen können. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Thomas Henrich

1Berechnet nach BVI-Methode (ohne Ausgabeaufschlag, Ausschüttung sofort wieder angelegt). Bezogen auf den mittelfristigen (3 bis 5 Jahre) bis langfristigen (> 5 Jahre) Anlagehorizont des Fonds. Anpassungen der Zielrendite können sich aufgrund von Veränderungen in den einzelnen Märkten oder infolge anderer Einflussfaktoren ergeben. Die frühere Wertentwicklung und Aussagen zur Zielrendite lassen nicht auf zukünftige Renditen schließen.