Geldanlage für KinderSo gelingt die finanzielle Vorsorge für Ihr Kind

vonThomas Henrich
Lesezeit10 Min.
zuletzt aktualisiert24.04.2026
KategorieGrundlagen Geldanlage
Blick durch ein gläsernes Dach mit hängenden Glasblasen, die in hellem Licht schimmern.

Das Wichtigste in Kürze

In diesem Artikel liefern wir Ihnen Antworten auf die wichtigsten Fragen, räumen mit Finanzmythen auf und zeigen Ihnen, was es in der Welt der Geldanlagen für Kinder noch so zu beachten gibt. Dafür erwartet Sie zunächst ein Überblick über die wichtigsten Do's & Don'ts. Anschließend finden Sie eine konkrete Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der Sie die finanzielle Vorsorge für Ihren Nachwuchs direkt in die Hand nehmen können. 

  • Starten Sie die Geldanlage für Ihr Kind so früh wie möglich. Bei einem Anlagezeitraum von 18 Jahren kann sich Ihr investiertes Geld dank Zinseszinseffekt besonders effektiv vermehren.  
  • Setzen Sie auf risikoarme, langfristige Anlageprodukte wie Offene Immobilienfonds. Veraltete Produkte wie Sparbücher oder Kinderpolicen bieten meist hohe Kosten bei niedrigen Erträgen.  
  • Mit einem Junior Depot auf den Namen Ihres Kindes nutzen Sie steuerliche Vorteile wie den Grundfreibetrag von 12.348 Euro (Stand 2026). Beachten Sie dabei aber die möglichen Auswirkungen auf eine spätere BAföG-Förderung.  
  • Ein Fondssparplan bietet Ihnen die nötige Flexibilität: Sie können Ihre Sparrate individuell anpassen und schon ab 10 Euro monatlich starten.

Wie lege ich am besten Geld für mein Kind an – und für wie lange? Für welches Anlageprodukt sollte ich mich entscheiden? Und was sind die Vorteile von einem Junior Depot? Beim Thema Geldanlage für Kinder kommen viele Fragen auf – zurecht, denn die finanzielle Vorsorge für den Nachwuchs ist ein wichtiger Schritt.

 

Die 3 wichtigsten Do's

  1.  Langfristigkeit lohnt sich

Wenn Sie für den eigenen Nachwuchs effektiv finanziell vorsorgen wollen, sind Sie mit einem langfristigen Investment am besten beraten. Dazu gehört auch, früh mit der Geldanlage zu starten: Je eher Sie beginnen, desto effektiver kann sich Ihr investiertes Geld vermehren. Im besten Fall schließen Sie direkt eine Geldanlage für Neugeborene ab – dann bleiben Ihnen mindestens 18 Jahre, um erfolgreich vorzusorgen.

Am Ende einer langen Laufzeit steht Ihrem Kind dann genug Kapital zur Verfügung, um bequem ins eigene Leben zu starten – ob für die Ausbildung, als Anzahlung für die erste eigene Wohnung oder als Grundlage für den weiteren Vermögensaufbau.

Geldanlagen, die sich als langfristiges Investment für den Nachwuchs eignen, sind zum Beispiel gut gestreute ETFs oder risikoarme Offene Immobilienfonds wie hausInvest.

Aber keine Sorge: Auch in späteren Jahren lohnt sich ein Investment durchaus noch. Wenn Ihre Kinder schon älter sind und Sie die letzten Jahre bis zur Volljährigkeit für ein Investment nutzen möchten, können Sie auf Anlageprodukte mit kürzerer Laufzeit zurückgreifen – zum Beispiel risikoarme Tages- oder Festgeldkonten.

  1. Steuervorteile kennen - und nutzen

Bei der Vorsorge für den Nachwuchs zählt jeder Euro – und wer für sein Kind die Vorteile von einem Junior Depot nutzt, kann dabei ganz gezielt Kosten sparen. Das liegt daran, dass ein Junior Depot direkt auf den Namen Ihres Kindes eröffnet wird und die Erträge der Geldanlage deshalb in den steuerlichen Grundfreibetrag des Kindes fallen. Dieser liegt ab sofort bei 12.348 Euro (Stand 2026).

Und da ein Kind seinen Grundfreibetrag in der Regel nicht übersteigt, müssen die Erträge in diesen Fällen auch nicht versteuert werden. So steht es um die allgemeinen Regelungen – zu Ihrer individuellen Situation und möglichen Steuervorteilen erkundigen Sie sich bitte immer bei Ihrem Steuerberater bzw. Ihrer Steuerberaterin.

Junior Depots sind deshalb bei vielen Eltern ein beliebtes Mittel, um für den eigenen Nachwuchs Geld anzulegen. Viele Banken und Depotbetreiber bieten Ihnen Junior Depots häufig auch zu geringeren Gebühren an – hier lohnt sich ein Vergleich verschiedener Anbieter und der damit verbundenen Kosten.

Wenn Sie das Depot auf den Namen Ihres Kindes eröffnen, heißt das aber auch: Das darauf angelegte Geld gehört rechtlich Ihrem Kind. Mit Eintritt in die Volljährigkeit kann Ihr Nachwuchs dann auch auf den gesamten Anlagebetrag zugreifen und frei darüber verfügen. Es handelt sich dabei also absolut nicht nur um eine Formalität, sondern um ein ganz entscheidendes Merkmal Ihres Investments – bedenken Sie das bitte. 


  1. Mehr Flexibilität mit Fondssparplan

Gerade bei einem langfristigen Investment wie für den eigenen Nachwuchs sollten Sie sich etwas Flexibilität bewahren. Dafür sind Fondssparpläne eine gute Möglichkeit: Beim Fondssparen für Kinder investieren Sie in einen Investmentfonds Ihrer Wahl, zum Beispiel einen Offenen Immobilienfonds oder ETF – jedoch nicht in Form einer Einmalanlage, sondern in monatlichen Raten.

Das hat den Vorteil, dass Sie sich Ihren regelmäßigen Sparbetrag in den meisten Fällen nach Ihren individuellen Präferenzen und Möglichkeiten gestalten können: Die Entscheidung darüber, welche Beträge Sie also in welchen Abständen investieren, liegt bei vielen Anbietern in Ihrer eigenen Hand.

Außerdem lässt sich die Sparrate in der Regel auch während des Anlagezeitraums flexibel anpassen: Steht Ihnen also zwischenzeitlich einmal weniger Geld zur Verfügung, können Sie Ihren Anlagebetrag reduzieren. Genauso können Sie Ihre Sparraten bei Bedarf hochsetzen und durch Einmalzahlungen ergänzen.

Ein Sparplan für Kinder bietet so die nötige Flexibilität, um auch im etwas hektischen Familienalltag langfristig erfolgreich zu investieren. Tipp: Ideal für die finanzielle Vorsorge sind monatliche Sparraten ab 50 Euro.


Ihre Vorteile beim Fondssparen

Mit einem Fondssparplan profitieren Sie und Ihr Nachwuchs neben der hohen Flexibilität von zwei attraktiven Vorteilen:

  • Zinseszinseffekt: Mit Ihrem Sparplan erhalten Sie Zinsen auf den von Ihnen eingezahlten Betrag. Dieser Betrag inklusive Zinsen wird anschließend erneut angelegt – und generiert erneut Zinsen. Dank dieses Zinseszinseffekts erhalten Sie also nicht nur Zinsen auf Ihren Anlagebetrag selbst, sondern auch auf den schon erwirtschafteten Gewinn. So vermehrt sich Ihr Anlagebetrag noch effektiver.
  • Cost-Average-Effekt: Mit Ihren regelmäßigen Einzahlungen kaufen Sie je nach aktuellem Anteilspreis unterschiedlich viele Anteile Ihres ausgewählten Fonds. Über einen langen Zeitraum betrachtet gleicht sich dieser Anteilspreis aus und liegt sogar meist unterhalb des durchschnittlichen Anteilspreises. Mit einem Sparplan legen Sie deshalb ein stückweit unabhängig von aktuellen Kurs- und Preisschwankungen an und müssen nicht auf einen „günstigen Zeitpunkt“ warten. 
hausInvest

Auf stabile Werte setzen

hausInvest steht für ein breit gestreutes Portfolio hochwertiger Immobilien und eine langfristig ausgerichtete Anlagestrategie. Seit Jahrzehnten bewährt, bietet der Fonds Zugang zu Sachwerten, die auf Kontinuität und Substanz ausgerichtet sind. Der Einstieg gelingt unkompliziert – digital oder im persönlichen Gespräch.

Detail einer Hochhausfassade mit Balkonen und klarer Linienstruktur.

Die 3 wichtigsten Don'ts

1. Weniger Risiko, mehr Stabilität

Häufig bieten Anlageprodukte mit höherem Risiko auch höhere Ertragschancen – für einige Eltern vielleicht ein Anreiz, für das eigene Kind noch mehr aus dem Investment herauszuholen.

Doch auch wenn Ihre eigene Risikotoleranz hoch genug ist: Beim Anlegen für den Nachwuchs geht Sicherheit vor. Denn Ihr Kind hat nur etwas von dem Investment, wenn der Werterhalt beziehungsweise der Wertzuwachs gesichert ist. Ein reines Aktien-Investment sollte also nicht Mittel der Wahl sein – dann könnten Ihnen nämlich kurzfristige Börsenkursschwankungen einen Strich durch die Rechnung machen.

Kombinieren Sie für größtmögliche Stabilität lieber eine renditestärkere Geldanlage mit einem sicherheitsorientierten Investment. Denn über einen ausreichend langen Anlagezeitraum können Sie auch damit einen merklichen Wertzuwachs erzielen.

Zum Beispiel mit hausInvest als risikoarme Grundlage: Der Offene Immobilienfonds ist schon seit über 54 Jahren am Markt und hat bisher in jedem Jahr seit seiner Auflage eine positive Wertentwicklung erwirtschaftet 
2 – und so auch schon zahlreiche Eltern erfolgreich bei der finanziellen Vorsorge für ihre Kinder unterstützt.

2. Finger weg von Sparbuch, Versicherung & Co.

Der Markt für Geldanlagen speziell für Kinder ist groß – entsprechend schwierig kann die Auswahl eines geeigneten Anlageprodukts für die Eltern sein.

Ein bisschen Orientierung schafft die Empfehlung vom Sachverständigenrat für Wirtschaft: Bei Investments für Kinder sollten Eltern auf traditionelle Bankspar- und Versicherungsprodukte verzichten.3 Das bestätigt auch die Verbraucherzentrale, denn entgegen so mancher Anlageberatung bieten Geldanlagen wie Renten- oder Lebensversicherungen, Kinderpolicen oder Bausparverträge vor allem eins: hohe Kosten und niedrige Erträge, dafür aber attraktive Provisionen für die Berater:innen.4

Und auch das klassische Sparbuch ist nicht mehr das, was es einmal war. Zwar wird es heute noch immer von vielen Eltern als Sparanlage benutzt, doch in den meisten Fällen bietet es deutlich niedrigere Zinsen als vergleichbare Produkte wie Tages- oder Festgeld – und sollte deshalb lieber gemieden werden.

Mit Anlageprodukten wie ausgewählten ETFs oder breit gestreuten Investmentfonds sind Sie deutlich besser beraten. Und am Ende der Laufzeit können Sie beziehungsweise Ihr Kind über das angesparte Vermögen verfügen, statt es nur für einen bestimmten Zweck aufwenden zu dürfen. Diese Freiheit sollten Sie sich und Ihrem Nachwuchs ruhig nehmen.

3. Nicht alles auf einmal investieren

Es scheint im ersten Moment sinnvoll: Je größer der Betrag, den Sie für Ihr Kind anlegen, desto mehr hat es später davon. Doch Vorsicht: Bitte legen Sie nicht all Ihr Erspartes auf einmal an. Dann laufen Sie nämlich Gefahr, dass Sie im Notfall darauf zugreifen müssen – und damit stehen Sie der langfristigen finanziellen Vorsorge selbst im Weg.

Besser ist es deshalb, schrittweise und langfristig zu planen. Halten Sie sich ein finanzielles Polster zurück, auf das Sie zurückgreifen können, ohne das für Ihr Kind angelegte Geld antasten zu müssen. Dieses Polster sollte im besten Fall zwei bis drei Monatseinkommen (oder mehr) umfassen.

Auch hier ist zum Beispiel ein hausInvest Fondssparplan ideal: Damit können Sie eine einmalige Startsumme mit monatlichen kleineren Beträge kombinieren, die sich über die Jahre summieren. Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen können Sie das Depot bei Bedarf mit Einmalzahlungen aufstocken. So wächst das Vermögen Ihres Kindes Stück für Stück, ohne dass Sie gleich Ihr gesamtes Erspartes auf einmal aus der Hand geben.


In 10 Schritten zur finanziellen Vorsorge für Ihr Kind

Sie kennen jetzt die wichtigsten Grundsätze für eine erfolgreiche Geldanlage für Kinder. In den folgenden 10 Schritten erfahren Sie, wie Sie diese konkret umsetzen.


Schritt 1: Den Startschuss setzen

Haben Sie sich dafür entschieden, das Thema der Finanzvorsorge nun anzugehen, haben Sie den ersten – und damit wichtigsten – Schritt schon geschafft. Warum sich ein möglichst früher Start lohnt, haben Sie bereits in unseren Do's & Don'ts erfahren. Wie es nun konkret weitergeht, schauen wir uns im Folgenden gemeinsam an.


Schritt 2: Ihre Finanzen organisieren

Um eine erfolgreiche finanzielle Vorsorge für Ihre Kinder schaffen zu können, sollten Sie sich als erstes einen detaillierten Überblick über Ihre Finanzen verschaffen. Denn dafür müssen Sie wissen, wie viel Sie langfristig aufbringen können, um die Vorsorge auch über einen längeren Zeitraum voranzutreiben.  

Stellen Sie dafür Ihre Ausgaben und Ihre Einnahmen einander gegenüber. Ziehen Sie dabei auch folgende Aspekte mit ein:

  • Wartet noch eine offene Rechnung auf Sie?
  • Müssen Sie noch die letzten Raten eines Kredits zurückzahlen?
  • Zahlen Sie noch für alte Abonnements oder Mitgliedschaften, die Sie gar nicht mehr brauchen?

Erst wenn Sie jegliche regelmäßige Ausgaben zusammengerechnet haben, können Sie Ihre Bilanz ziehen. Haben Sie monatlich noch einen gewissen Restbetrag übrig und Ihr Finanzpolster für Notfälle ist gut gefüllt, können Sie überlegen, wie viel dieses Restbetrags Sie für Ihr Kind ansparen möchten.

Dabei empfehle ich Ihnen, lieber etwas vorsichtiger zu kalkulieren – so vermeiden Sie, dass Sie direkt beim nächsten finanziellen Engpass auf Geld zugreifen müssen, das eigentlich für die Geldanlage für Ihr Kind verplant ist. 


Kinder finanziell absichern - auch mit der richtigen Versicherung

In vielen Fällen lohnt es sich, auch über die finanzielle Vorsorge hinaus für die eigenen Kinder gewisse Vorkehrungen zu treffen:  

  • Hausrat-, Rechtsschutz- und Haftpflichtversicherungen gehören in vielen Haushalten auch vor der Familiengründung schon dazu. Wenn nicht, dann ist die Geburt des Nachwuchses ein guter Zeitpunkt. Kinder müssen dabei nicht immer extra mitversichert werden: Bei der privaten Haftpflichtversicherung sind Kinder in der Regel im Familientarif mitversichert. Ob und in welchem Umfang Schäden durch Kinder unter 7 Jahren (deliktunfähige Personen) abgedeckt sind, hängt vom jeweiligen Vertrag ab. Hier lohnt ein genauer Blick ins Kleingedruckte
  • Eine ausreichende finanzielle Absicherung ist nicht immer nur als solides Fundament zur Volljährigkeit hilfreich – sondern auch als Fallnetz, sollte einem der Eltern etwas zustoßen. Dafür können Eltern eine Berufsunfähigkeits- oder sogar eine Risikolebensversicherung abschließen. Das gilt vor allem für Familien, bei denen einer der Elternteile den klaren Hauptverdienst erbringt.  
  • Auch mit einer Invaliditätsversicherung haben Eltern die Möglichkeit, für sich und die eigenen Kinder vorzusorgen. Damit schützen Sie sich gegen finanzielle Risiken im Fall einer Erkrankung oder eines Unfalls innerhalb der Familie. Kinder können ab der 6. Lebenswoche bis zum 24. Lebensjahr mitversichert werden.

Schritt 3: Ihren Anlagetypen bestimmen

Überlegen Sie, wie es um Ihre persönlichen Anlagepräferenzen steht. Dabei unterscheidet man in der Regel zwischen vier Anlagetypen:

  • Wenn Sie Anlagerisiken aktiv meiden und auf Planbarkeit, Zuverlässigkeit und eine stetige Wertentwicklung setzen, sind Sie ein sicherheitsorientierter Typ.
  • Wenn Sie immer noch einen Fokus auf Stabilität legen, aber einen Teil der Sicherheit für höhere Renditen opfern können, sind Sie am ehesten der konservative Anlagetyp.
  • Ist Ihnen der Wertzuwachs wichtiger als die Wertstabilität, dann gelten Sie als gewinnorientierter Typ.
  • Zum chancenorientierten Anlagetyp zählen Sie, wenn Sie besonders risikofreudig sind und auch renditestarken, aber hochriskanten Investments eine Chance geben.

Bitte beachten Sie aber: Wenn es um die finanzielle Vorsorge für Ihr Kind geht, sollten Sie in erster Linie auf Sicherheit setzen – auch wenn Sie persönlich über die nötige Risikotoleranz verfügen.  

Schließlich liegt es in Ihrer Verantwortung, die finanzielle Absicherung Ihres Kindes während seiner Kindheit und Jugend auszubauen. Je risikoärmer die Geldanlage also ist, desto weniger müssen Sie sich Sorgen um einen plötzlichen Wertverlust machen.


Schritt 4: Ihren Anlagetypen bestimmen

In diesem Schritt geht es um den Zeitraum, in dem Sie Ihre finanzielle Vorsorge aufbauen möchten. Hieran entscheidet sich auch, welche Anlageprodukte infrage kommen oder auch ausgeschlossen werden können. Denn nicht alle Produkte funktionieren für jeden Anlagezeitraum.

Ein kurzer Anlagezeitraum dauert in der Regel zwischen einem und 3 bis 4 Jahren. Unter den Anlagen mit kürzeren Laufzeiten finden sich einige, die vor allem eine hohe Verfügbarkeit und Sicherheit in den Vordergrund rücken. Die Renditen fallen dabei meist eher geringer aus.

Bei einem langen Anlagezeitraum haben Sie deutlich mehr Chancen, höhere Renditen zu erzielen, ohne große Risiken eingehen zu müssen. Zwar bleibt Ihr angelegtes Geld länger gebunden, doch Ihnen bleiben trotzdem Möglichkeiten, um Ihre Anlage flexibel zu gestalten – zum Beispiel über einen Fondssparplan, wie wir ihn oben unter Do 3 bereits vorgestellt haben.


Schritt 5: Ihren Sparbetrag festlegen

Um die finanzielle Vorsorge für Ihr Kind per Sparplan zu starten, sind grundsätzlich monatliche Sparbeträge ab 50 Euro ideal. Wie wir jedoch schon bei Schritt 2 gesehen haben, sollten Sie nur den Betrag für eine Geldanlage in Betracht ziehen, den Sie am Ende des Monats wirklich entbehren können.

Wenn Sie also zeitweise nur weniger Geld zur Verfügung haben, sollten Sie die Sparrate entsprechend heruntersetzen – sonst ist das Risiko zu hoch, dass Sie die Geldanlage für Ihr Kind frühzeitig wieder auflösen müssen.

Starten Sie anfangs also lieber mit einem kleineren Betrag. Sollte sich in den folgenden Monaten und Jahren zeigen, dass Ihnen doch mehr Geld zur Verfügung steht, können Sie Ihre Sparrate immer noch erhöhen oder den Anlagebetrag durch Einmalzahlungen aufpolstern.

Mit dem Offenen Immobilienfonds hausInvest können Sie für Ihren Nachwuchs schon einen Sparplan ab 10 Euro monatlich abschließen. Je nach Bedarf können Sie Ihre Sparrate individuell und flexibel anpassen und durch Einmalbeträge ergänzen.


Schritt 6: Die passende Geldanlage bestimmen

Tagesgeldkonten

Ein Tagesgeldkonto eignet sich vor allem dann, wenn Sie eher kurzfristige Anlageziele verfolgen und möglichst flexibel auf Ihr angelegtes Geld zugreifen möchten. Es schreibt keine feste Laufzeit vor, dadurch bleibt Ihr angelegtes Geld in Ihrer Kontrolle. 

Für die hohe Flexibilität müssen Sie jedoch potenziell schwankende und eher geringe Zinsraten in Kauf nehmen – immer abhängig davon, wie es gerade um die Situation am Markt steht. Gleichzeitig müssen Sie darauf achten, eine bestimmte Guthaben-Mindesthöhe nicht zu unterschreiten. Ein Tagesgeldkonto kann also vor allem dann nützlich sein, wenn Sie das dort angelegte Geld zeitnah in Anspruch nehmen möchten.

Festgeldkonten

Mit einem Festgeldkonto gelten ähnliche Konditionen wie beim Tagesgeldkonto. Hier können Sie jedoch erst nach einem festgelegten Zeitraum mit meist mittlerer Laufzeit (bis zu 10 Jahre) wieder auf Ihr Geld zugreifen. Damit sind Sie zwar weniger flexibel, profitieren jedoch meist von etwas höheren, festgesetzten Zinsraten.  

Ein Festgeldkonto als Mittel zur finanziellen Vorsorge kann sich dann eignen, wenn Sie in erster Linie den Werterhalt Ihres angelegten Geldes anstreben. Für einen echten, langfristigen Vermögensaufbau sind die Laufzeiten dieser Anlageform jedoch meist zu kurz.  

Offene Immobilienfonds

Mit einem Offenen Immobilienfonds investieren Sie in den Sachwert Immobilien – meist in mehrere gleichzeitig. Das zuständige Management des Immobilienfonds ist dabei für den Kauf und Verkauf von Fondsimmobilien zuständig.  

Meist sind Offene Immobilienfonds breit gestreut – sowohl über Nutzungsarten und Mieterstruktur als auch die Lage der Immobilien: Gut aufgestellte Immobilienfonds wie hausInvest verwalten Fondsportfolios mit über 160 (Token)Immobilien auf der ganzen Welt. Damit kann das Anlagerisiko effektiv gesenkt werden, weshalb Offene Immobilienfonds grundsätzlich als zuverlässige und risikoarme Geldanlage gelten.

Aufgrund des geringen Risikos und der langfristigen Ausrichtung ist ein Offener Immobilienfonds auch als Geldanlage für Kinder gut geeignet. Mit hausInvest beispielsweise können Sie auch direkt im Namen Ihres Nachwuchses ein Junior Depot eröffnen und Geld anlegen – zum Beispiel in Form eines hausInvest Fondssparplans.

ETF-Sparplan

ETFs (Exchange-Traded Funds) sind börsengehandelte Indexfonds. Sie bilden die Wertentwicklung großer Börsenindizes nach, wie beispielsweise vom Dow Jones oder DAX. Diese Art der Geldanlage bietet Ihnen meist höhere Renditen, doch gleichzeitig müssen Sie auch mit hohen Risiken rechnen – bis hin zum Totalverlust.  

Bei ETFs empfiehlt sich eine langfristige Geldanlage über einen Sparplan. Damit haben Sie im besten Fall genug Zeit, um mögliche Börsenschwankungen auszugleichen. Trotzdem sind Sie hier darauf angewiesen, dass der Kurs gut steht, wenn Sie sich bzw. Ihrem Nachwuchs die Gewinne auszahlen möchten. Sonst besteht das Risiko, dass Sie Verluste machen und Ihren Gewinn deutlich schmälern.

Aufgrund des erhöhten Risikos eignet sich ein Investment in ETFs nur für erfahrene Anleger:innen. Doch auch dann sollten Sie bei der Geldanlage für Ihren Nachwuchs niemals Ihr ganzes Anlagekapital in ETFs investieren. Teilen Sie Ihr Kapital lieber zwischen ETFs und einer risikoarmen Geldanlage wie Tagesgeld oder Offenen Immobilienfonds auf, um Ihr Anlagerisiko möglichst gering zu halten.


Schritt 7: Steuerliche Vorteile nutzen

Wer finanziell für die eigenen Kinder vorsorgen möchte, dem winken auch so einige steuerliche Vorzüge. Insbesondere dann, wenn Sie eine Geldanlage im Namen Ihres Kindes abschließen, können Sie echtes Geld sparen. Wie genau das funktioniert und welche Freibeträge Ihnen dabei zur Verfügung stehen, erfahren Sie oben unter Do 2.


Schritt 8: Die Vorzüge mündelsicherer Anlagen

Eine mündelsichere Geldanlage ist vor allem dazu gedacht, das Vermögen des Mündels bzw. der minderjährigen Person zu schützen und zu erhalten. Dafür wird eine mündelsichere Geldanlage grundsätzlich im Namen der minderjährigen Person eingerichtet. Die Eröffnung einer mündelsicheren Geldanlage ist dann vorgeschrieben, wenn die minderjährige Person unter gesetzlicher Vormundschaft und nicht unter elterlicher Vorsorge steht.

Eltern, die für ihre Kinder Geld anlegen möchten, schließen in dem Sinne zwar keine mündelsichere Geldanlage ab – es lohnt sich aber ein Blick auf Geldanlagen, die in der Vergangenheit schon als mündelsicher anerkannt wurden. Denn dabei handelt es sich um besonders risikoarme und wirtschaftlich vorteilhafte Anlageprodukte, die von einem Familiengericht als mündelsicher genehmigt werden müssen.

Am häufigsten werden Anlageprodukte wie Sparbücher, Pfandbriefe oder Staatsanleihen als mündelsichere Geldanlage genutzt – es können aber beispielsweise auch Offene Immobilienfonds oder sogar Aktien als mündelsicher anerkannt werden. Dafür ist in jedem Einzelfall ein Urteil durch ein Familiengericht notwendig.

Unser Offener Immobilienfonds hausInvest wurde in der Vergangenheit immer wieder als mündelsichere Geldanlage bewilligt. Damit eignet er sich besonders gut für den langfristigen und wertstabilen Vermögensaufbau – ob als Geldanlage für Mündel oder als finanzielle Vorsorge für die leiblichen Kinder. 

Mündelsichere Geldanlage

  • 1. Gesetzliche Vormundmundschaft
    Rechtliche Vertretung des Mündels
  • 2. Geldvermögen des Mündels
    Erfassung und Verwaltung des Vermögens
  • 3. Mündelsichere Wertanlage
    §1807 BGB (verzinslich & risikolos)

Schritt 9: Ihr Depot anlegen

Jetzt müssen Sie nur noch ein Depot eröffnen, um die finanzielle Vorsorge für Ihr Kind in Form einer Geldanlage wirklich starten zu können.

Die Hausbank ist dafür oft eine beliebte Adresse – vor allem dann, wenn Sie Wert auf eine persönliche Beratung legen und bei Fragen gern eine:n Ansprechpartner:in zur Verfügung haben möchten. Ein Online-Depot wiederum kann sich gut für Sie eignen, wenn es Ihnen vor allem um niedrige Depotführungsgebühren geht und Sie keine individuelle Beratung benötigen.

Ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich: Die Angebote unterscheiden sich häufig mit Blick auf die Anlagekosten, Depotgebühren und angebotenen Serviceleistungen. Nehmen Sie sich hier ein bisschen Zeit, um ein paar Anbieter miteinander zu vergleichen und den richtigen für Sie zu finden. Häufig wird in begrenzten Zeiträumen auch mit reduzierten Kosten geworben – ein bisschen Recherche kann Ihnen also dabei helfen, noch zusätzlich Kosten zu sparen.


Schritt 10: Ihre Checkliste für die Geldanlage für Kinder

Bevor Sie starten, finden Sie hier noch einmal die wichtigsten Grundsätze und Schritte im Überblick:

Die wichtigsten Grundsätze

  • Starten Sie so früh wie möglich – je länger der Anlagezeitraum, desto effektiver arbeitet Ihr Geld.
  • Nutzen Sie die Steuervorteile eines Junior Depots – insbesondere den Grundfreibetrag und den Sparer-Pauschbetrag Ihres Kindes.
  • Setzen Sie auf Flexibilität – ein Fondssparplan lässt sich jederzeit an Ihre finanzielle Situation anpassen.
  • Priorisieren Sie Sicherheit vor Rendite – Ihr Kind hat nur etwas vom Investment, wenn der Werterhalt gesichert ist.
  • Meiden Sie veraltete Anlageprodukte wie Sparbücher, Kinderpolicen oder Bausparverträge.
  • Investieren Sie nie Ihr gesamtes Erspartes auf einmal – halten Sie sich ein Finanzpolster von mindestens zwei bis drei Monatseinkommen zurück.

Ihre nächsten Schritte

  • Finanzen organisieren: Einnahmen und Ausgaben gegenüberstellen, Restbetrag ermitteln.
  • Versicherungen prüfen: Haftpflicht, Berufsunfähigkeit und ggf. Invaliditätsversicherung abklären.
  • Anlagetyp und Anlagezeitraum festlegen.
  • Monatlichen Sparbetrag definieren – lieber klein starten und bei Bedarf hochsetzen.
  • Passendes Anlageprodukt wählen: Tagesgeld, Festgeld, Offener Immobilienfonds oder ETF-Sparplan.
  • Depot eröffnen und loslegen. 
Ein Mann mit Brille in Anzug und Hemd steht lächelnd in einem hellen Raum.

hausInvest Ratgeber-Autor

Im Netz kursieren manchmal schwer verdauliche Definitionen aus unterschiedlichen Quellen. Grundlegendes Fachwissen, einfach und kompakt erklärt, ist hingegen selten anzutreffen. Mit meinen Beiträgen möchte ich Ihnen zunächst das Basiswissen vermitteln und Sie im Anschluss dazu einladen, gemeinsam darauf aufzubauen. Mein Wunsch ist es, Sie mit profundem Wissen auszustatten. Das Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ ist seit vielen Jahren etwas, wofür ich mich tatkräftig engagiere. Das Ziel ist es, dass Sie am Ende eigenständig die richtige finanzielle Entscheidung für Ihr Leben treffen können. Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!
Thomas Henrich

1Bundesministerium für Bildung und Forschung (2024, Juli). Wird Vermögen angerechnet? https://www.bafög.de/bafoeg/de/das-bafoeg-alle-infos-auf-einen-blick/foerderungsarten-und-foerderungshoehe/wird-vermoegen-angerechnet/wird-vermoegen-angerechnet.html

2Berechnet nach BVI-Methode (ohne Ausgabeaufschlag, Ausschüttung sofort wieder angelegt). Die frühere Wertentwicklung lässt nicht auf zukünftige Renditen schließen.

3ProContra Online (2024, 16. Juli). Staat soll Kindern Geldanlage näher bringen. https://www.procontra-online.de/investments/artikel/staatlich-finanziertes-anlagekonto-soll-sparverhalten-aendern

4Verbraucherzentrale (2025, 19. Mai). Sparen für die (Enkel-)Kinder: Klug vorsorgen statt draufzahlen https://www.verbraucherzentrale-sachsen.de/geld-versicherungen/sparen-und-anlegen/sparen-fuer-die-enkelkinder-klug-vorsorgen-statt-draufzahlen-106142