Geld anlegen

Die Grundlagen einfach erklärt

05.04.2022 9 Minuten Lesezeit

Porträtbild von hausInvest Ratgeberautor Thomas Henrich
Thomas Henrich
hausInvest Ratgeber-Autor
Ein Mann mittleren Alters in einem weißen Hemd trägt seine lächelnde Freundin in einem orangefarbenen Pullover und einer schwarzen Baskenmütze auf dem Rücken, während er lächelnd am Strand spazieren geht.

Inhalt

Alles über Investmentziele, den richtigen Anlagezeitpunkt und die Vielfalt von Anlageformen – hier finden Sie Ihren Einstieg in die Welt der Geldanlagen.

  • Die Zahl der Geldanlagen ist groß – Anlageziel, Anlagehorizont und Investmentbetrag helfen Ihnen dabei, für Sie geeignete Investments ausfindig zu machen.
  • Verschiedene Anlageziele, verschiedene Möglichkeiten: Für einen langfristigen Vermögensaufbau z.B. eignen sich risikoarme Anlagen im Zusammenspiel mit eher risikoreicheren Anlagen, die Chancen auf höhere Rendite bieten.
  • Das Dreieck der Vermögensanlage zeigt Ihnen, wie Sicherheit, Verfügbarkeit und Rendite zusammenspielen: Grundsätzlich erreichen Geldanlagen höchstens zwei dieser Aspekte gleichzeitig.
  • Achten Sie bei der Auswahl Ihres Anlagebetrags darauf, dass Sie über ein ausreichendes finanzielles Polster verfügen, z.B. für spontane Reparaturen o.ä.
  • Ein Depot ist wie ein Konto für Ihr Investment: Je nach Bank oder Anbieter werden hier verschieden hohe Kosten fällig – deshalb lohnt sich ein Kostenvergleich vorab. 
Herzlichen Glückwunsch: Offensichtlich haben Sie sich entschieden, Ihr Erspartes arbeiten zu lassen und es nicht der Inflation in den Rachen zu werfen. Dabei möchte ich Sie gerne unterstützen. 
Vor allem wende ich mich in diesem Beitrag an Neu-Anleger:innen. Denn leicht verständliche und gut erklärte Beiträge zu Finanzthemen sind oft schwer zu finden. Wenn Sie als Privatfrau oder Privatmann den Weg zur richtigen Geldanlage suchen, stehen Sie oft vor einem Berg von Fachbegriffen und einem Labyrinth von komplexen Zusammenhängen. 
Zugegeben – ein wenig Know-how gehört schon dazu, wenn Sie gewinnbringend Kapital anlegen möchten. Aber es ist auch kein Hexenwerk! In 6 Schritten erfahren Sie in diesem Artikel alles Wichtige darüber, wie Sie Geld anlegen, damit Ihnen Ihre Investition gelingt. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Lesen! 

Schritt 1: Das Ziel Ihrer Geldanlage definieren

Die wichtigsten Prinzipien von Anlageportfolios – und wie Sie Ihr persönliches Portfolio in 6 Schritten zusammenstellen.
Der erste Schritt auf dem Weg zu Ihrer Geldanlage besteht darin, dass Sie ein Ziel definieren. Denn nur wenn Sie ein konkretes Ziel vor Augen haben, lassen sich die weiteren Fragen klären, die bei der Auswahl und Gestaltung einer Kapitalanlage aufkommen: Was erhoffen Sie sich von Ihrer Geldanlage? Welche Kompromisse können Sie dafür eingehen, worauf möchten Sie wiederum gar nicht verzichten? 

Von diesen Fragen hängt ab, welche Anlageklassen für Sie infrage kommen, welchen Zeitraum Sie benötigen und welche Risiken Sie eingehen können. 

Beispielsweise könnte Ihr Ziel darin bestehen, Geld für Ihre Kinder zu sparen (thematisches Ziel) und mit Ihrer Anlagesumme in 10 Jahren 20.000 Euro zu erzielen (monetäres Ziel). 

Andere mögliche Ziele einer Geldanlage könnten sein: 
  • Wert- und Kaufkraft erhalten 
Viele Anleger:innen streben mit einer Geldanlage an, ihr Erspartes vor dem Wertverlust zu schützen. Denn die Preise in der Wirtschaft steigen für Privathaushalte mit einer Rate an, die sogar über der offiziell errechneten Inflationsrate liegt.  

Wer also sein Erspartes sich selbst überlässt, sei es auf dem Girokonto oder als Bares zuhause, wird über die Jahre einen erheblichen Wertverlust in Kauf nehmen müssen. Gerechnet mit echten durchschnittlichen Ausgaben, sind 1.000 Euro nach zehn Jahren nur noch knapp über 610 Euro wert.  

Mit einer Geldanlage können Sie dafür sorgen, dass Sie den Wert und die Kaufkraft Ihres Geldes erhalten, wenn nicht gar steigern – trotz Inflation. 
  • Nullzinsen umgehen 
Viele herkömmliche Sparformate wie das Sparbuch oder Tagesgeldkonten sichern Ihren Anlagebetrag zwar gut ab, bringen Ihnen aber am Jahresende nur Cent-Beträge oder sogar Minuszinsen ein. 

Allerdings stehen Ihnen auch viele andere risikoarme Anlageprodukte zur Verfügung, wie beispielsweise Offene Immobilienfonds. So können Sie solche Null- oder Minuszinssätze umgehen und erwirtschaften echte Gewinne. 
  • Für das Alter vorsorgen 

Private Altersvorsorgen können als wertvolle Ergänzung und gutes zusätzliches Polster für Ihre gesetzliche Rente oder Pension dienen. Für die Absicherung im Alter kommen je nach Ausgangssituation verschiedene Geldanlagen infrage. Wenn Sie noch etwas Zeit bis zum Renteneintritt haben, lohnen sich langfristige Investments, damit Ihr Geld über einen möglichst langen Zeitraum für Sie arbeiten kann.  

Dafür eignet sich beispielsweise auch ein Fondssparplan, in den Sie monatlich einzahlen. Bei nahendem Renteneintritt ist es vor allem wichtig, den Werterhalt Ihrer Anlage sicherzustellen. Für Ihre Altersvorsorge stehen Ihnen also viele Möglichkeiten der Vermögensanlage offen. 

  • Ihr Eigenheim finanzieren 

Viele Anleger:innen teilen den Traum von den eigenen vier Wänden und entscheiden sich deshalb dafür, ihr Geld anzulegen. Auch hier hängt die Auswahl Ihrer passenden Geldanlage davon ab, wann Sie spätestens Ihr Eigenheim besitzen möchten und wie viel Eigenkapital Sie dafür benötigen. 

  • Eine größere Anschaffung realisieren:  

Ob ein neues Auto oder die lang ersehnte Weltreise: Manche Träume lassen sich nicht einfach so aus den laufenden Einkünften finanzieren. Deshalb lohnt es sich auch hier, Ihr Geld anzulegen und über einen festgelegten Zeitraum zu vermehren. Meist kommen hierfür mittelfristige Anlagen infrage, sodass Sie nach circa 3 bis 10 Jahren Ihren Traum verwirklichen können. 

  • Einen eigenen Beitrag leisten 

Wenn Sie Geld investieren, muss das nicht nur Ihnen zugutekommen – immer stärker bewegt sich der Trend in Richtung nachhaltige Geldanlagen. Wenn Sie beispielsweise in ein Start-Up investieren, ermöglichen Sie es einem jungen Unternehmen, am Markt Fuß zu fassen und vielleicht auch Produkte zu entwickeln, die die Welt verbessern. Immer mehr Anleger:innen wollen daher neben der Aussicht auf Rendite auch etwas gegen den Klimawandel bewirken



Auch wenn Sie aktuell noch kein konkretes Ziel für Ihre Geldanlage vor Augen haben, lohnt es sich, dem Thema etwas Aufmerksamkeit zu schenken. Denn: Je länger Ihr Geld nur auf dem Konto oder zuhause herumliegt, desto mehr wird es durch die Inflation an Wert verlieren. Überlegen Sie also, ob es nicht doch ein Ziel oder einen Betrag gibt, das bzw. den Sie gerne realisieren würden. 

Was ist eine Geldanlage?

Viele Menschen beantworten die Frage spontan mit „Aktien, Immobilien", vielleicht auch noch „Investmentfonds". Doch Geld anlegen kann man auf viele Arten – und einige wirken recht exotisch:

  • Grundsätzlich ist eine Geldanlage alles, was mit Geld gemacht wird, um es nicht nur aufzubewahren, sondern – hoffentlich – auch zu vermehren. Ein Girokonto, ein Safe oder Omas Strumpf sind also keine Kapitalanlagen. Das gute, alte Sparbuch dagegen schon. 
  • Aktien, Immobilien, Investmentfonds, aber auch Anleihen und einiges mehr sind klassische Kapitalanlagen, die man in der Regel bei Banken oder Investmentgesellschaften erhält. 
  • Das angelegte Geld kann aber auch in eine Kapitallebensversicherung, einen Goldbarren, einen Bausparvertrag, einen chromglänzenden Oldtimer, sonstige Sachwerte wie ein wertvolles Gemälde oder die Beteiligung an Nachbars neuer Frittenbude fließen: Man gibt Geld hin und erwartet das Geld nach einiger Zeit mit Zinsen oder Gewinn zurück. 
  • Geld anlegen kann man sogar bei sich selbst: Fortbildung und Höherqualifikation werden heute ebenfalls als Investition bezeichnet. Der Gewinn fließt dann in Form einer besser bezahlten Stelle oder eines neuen, einträglicheren Berufs. 


Schritt 2: Risiko und Rendite Ihrer Geldanlage im magischen Dreieck einordnen

Der zweite Schritt auf Ihrem Weg zur Vermögensanlage setzt voraus, dass Sie sich mit Ihren Risiko- und Renditeerwartungen an das bevorstehende Investment auseinandersetzen.  

Um diese so genau wie möglich auf den Punkt zu bringen, eignet sich das sogenannte magische Dreieck der Vermögensanlage: 
Magisch nennt man das Dreieck, weil es auf einfache Weise eine Grundregel des Kapitalmarkts vermittelt: Sie können mit einer einzelnen Anlage nur zwei dieser Eigenschaften erreichen. Es gibt keine Geldanlage, die alle drei in einem bietet. 
  • Möchten Sie zum Beispiel Ihr Risiko weitgehend senken und dennoch Ihr Geld kurzfristig verfügbar halten, werden Sie auf eine nennenswerte Rendite verzichten müssen: Das ist etwa bei Tagesgeld der Fall.
  • Investments mit hohen Renditechancen können dagegen stark im Wert schwanken wie zum Beispiel Aktien. Die könnten Sie auch jederzeit verkaufen – nur eben mit Verlust, wenn der Kurs gerade im Keller steht.
  • Es gibt Geldanlagen, die gute Renditechancen mit einem kalkulierbaren Risiko vereinen. Doch solche sogenannten alternativen Anlagen erfordern ein hohes Maß an Fachwissen; vor allem aber ist das Anlagekapital meist über viele Jahre gebunden und praktisch unerreichbar. 
Das „magische Dreieck" hilft Ihnen übrigens auch bei der Auswahl des Anbieters: Wo deutlich über dem Marktdurchschnitt liegende Traumrenditen bei höchster Sicherheit versprochen werden, sollten Sie mehr als misstrauisch werden. 

Das Dreieck beim Kapital-Anlegen austricksen – durch Diversifikation

Sie haben es sicher gemerkt – ich spreche bisher immer von einzelnen Anlagen. In diesem Zusammenhang sind damit alle Geldanlagen in Wertpapiere gemeint, die Sie als Privatanleger:in kaufen können – also einzelne Aktien, Anleihen, Fonds etc. Allerdings gibt es auch einen Weg, Ihr Geld anzulegen, um Ihre Risikoerwartungen zu senken und Ihre Renditechancen erhöhen zu können: 
Verteilung lautet das Geheimnis – am Finanzmarkt auch Diversifikation genannt: Sie legen Ihr Geld nicht nur in einem Wertpapier oder einer Anlageform an, sondern in mehreren. Durch eine solche, möglichst breite Streuung verteilen Sie das Risiko und verbessern Ihre Chancen auf hohe Rendite. 
Schon zwei verschiedene Einzelanlagen reichen für ein Mindestmaß an Verteilung. Den Gesamtbestand verschiedener Anlagen nennt man übrigens „Portfolio". 
Nun werde ich oft gefragt, wie viele verschiedene Kapitalanlagen nötig sind, wenn man ein diversifiziertes Portfolio aufbauen möchte. Die Antwort ist einfach: Zwei ist gut, mehr sind besser – aber es sollten auch nicht zu viele sein, so dass Sie immer den Überblick behalten. Drei bis fünf verschiedene Einzelinvestments sind für Einsteiger:innen vermutlich genug.  
Daneben kommt es auf die Gesamtmenge Ihres Vermögens an. Denn jede einzelne Geldanlage muss leistungsfähig genug sein, um nach Kosten eine Nettorendite zu erzielen. Zu kleine einzelne Anlagesummen lohnen sich eben auch nicht. 
Als Grundlage zur Berechnung können Sie sich die Nettorenditen der vergangenen fünf bis zehn Jahren anschauen: Das ist zwar kein Versprechen auf die Zukunft, aber eine Orientierungshilfe. In wie viele Anlagen Sie Ihr Portfolio aufteilen, hängt also von Ihren verfügbaren Mitteln ab.  
Bleibt noch die Frage, welchen Charakter Sie Ihrem Portfolio geben wollen: 
  • Das ausgewogene Portfolio: Für dieses Modell werden Sie eine gleichmäßige Verteilung von Chancen und Sicherheit anstreben. 
  • Das werterhaltende Portfolio: In diesem Fall wollen Sie vor allem keinen Wertverlust für Ihr Geld. Es reichen also risikoarme Einzelanlagen mit mäßigen, aber stabilen Renditechancen. Sie können aber auch einen größeren Teil mit minimalem Risiko anlegen und einen kleineren als Motor für gute Rendite. 
  • Das wachstumsorientierte Portfolio: Hier setzen Sie stark auf Renditechancen und akzeptieren höhere Risiken. Dennoch empfiehlt sich auch hier ein kleiner Anteil risikoarmer Geldanlagen als Stabilisierung. 
Neben diesen drei gängigen Modellen gibt es natürlich weitere. Wenn Sie nicht auf die schnelle Verfügbarkeit Ihres Investments angewiesen sind und ein höheres Risiko akzeptieren, wäre z. B. ein dynamisches Portfolio möglich. Dort kombinieren Sie einige stabil wachsende Anlagen mit solchen, die stark im Wert schwanken können, aber besonders hohe Chancen bieten, während der Faktor Sicherheit hier allein durch eine breite Streuung dargestellt wird. 

3 Grundregeln der Vermögensanlage für Einsteiger

  1. Rendite steigern, Risiko senken und Verfügbarkeit erhalten – es gibt in jeder einzelnen Geldanlage immer nur zwei dieser Merkmale. 
  2. Je höher die Renditechancen, desto höher auch das Risiko. 
  3. Diversifikation ist der einfachste Weg zur Begrenzung des Risikos im Portfolio. 

Schritt 3: Den Horizont der Kapitalanlage bestimmen

Nachdem Sie sich mit Ihren persönlichen Rendite- und Risikoerwartungen auseinandergesetzt haben, geht es im dritten Schritt darum, wie lang Sie Ihr Geld überhaupt anlegen möchten. Denn je nachdem, für welchen Zeitraum Sie Ihr Geld entbehren können, eignen sich manche Geldanlagen mehr oder weniger gut für Sie und Ihre Anlageziele.  

Mit den verschiedenen Anlageoptionen gehen wiederum ganz unterschiedliche Risiko- und Gewinnchancen einher. Bei der Bestimmung Ihres Anlagehorizonts kommen also viele Faktoren zusammen, die für die Auswahl Ihrer passenden Geldanlage eine wichtige Rolle spielen. 

 Hinsichtlich der Dauer des individuellen Anlagehorizonts unterscheidet man in der Regel zwischen drei Typen

Kurzfristiger Anlagehorizont (1-3 Jahre)

Dieser Anlagehorizont findet sich häufig bei Anleger:innen im fortgeschrittenen Alter, die sich fürs Alter absichern möchten. Auch vorsichtige Anleger:innen oder solche ohne viel Erfahrung haben oft einen eher kurzfristigen Anlagehorizont, um die Kontrolle zu bewahren und das eigene Geld nicht allzu lang aus der Hand geben zu müssen.  

Hier spielen Sicherheit und Verfügbarkeit eine große Rolle, während Rendite vorerst meist zweitrangig ist. Mögliche Anlageprodukte sind hier zum Beispiel Tagesgeldkonten, auf die stets zugegriffen werden kann. 

Möchten Sie allerdings innerhalb weniger Jahre hohe Renditen erwirtschaften, müssen Sie mit weitaus höheren Risiken rechnen: Hier wird häufig mit Kryptowährungen oder riskanten Geldanlagen in Wertpapiere wie Aktien spekuliert, deren Gewinne zwar sehr hoch ausfallen können, die Kurse dafür aber auch genauso schnell wieder in den Keller fallen. Ein so kurzer Anlagezeitraum mit großer Renditeerwartung eignet sich deshalb vor allem für erfahrenere Anleger:innen mit entsprechend großen Rücklagen. 

Mittelfristiger Anlagehorizont (3-10 Jahre)

Wenn Sie einen mittelfristigen Anlagehorizont haben, fühlen Sie sich mit einer Anlage von bis zu 10 Jahren wohl. Voraussetzung dafür ist, dass Sie sich möglichst gut abgesichert haben, um unvorhergesehene Kosten über diesen Zeitraum decken zu können, ohne vorzeitig auf Ihren Anlagebetrag zuzugreifen.  

Für eine Geldanlage über einen entsprechenden Zeitraum eignen sich wertstabile und möglichst risikoarme Anlageprodukte als Basis, denen Sie ausgewählte Vermögensanlagen mit etwas mehr Risiko beimischen können. Dafür kommen Anlagen einer höheren Risikoklasse infrage, beispielsweise Aktien(-fonds) oder ETFs. Hier liegen die Renditechancen meist höher, doch auch die Risiken steigen. 

Mit einer möglichst sicheren Basis können diese Risiken allerdings gut aufgefangen werden. 

Langfristiger Anlagehorizont (10+ Jahre)

Mit diesem Anlagehorizont haben Sie kein Problem damit, Ihr Geld für 10 Jahre oder mehr aus der Hand zu geben. Über so einen langen Zeitraum stehen Ihnen diverse Möglichkeiten offen, wie Sie Ihr Geld für sich arbeiten lassen können. 

Wenn Sie beispielsweise früh anfangen und für Ihre Altersvorsorge sparen oder die Ausbildung Ihrer Kinder absichern wollen, kann sich ein langer Anlagezeitraum bewähren. Auch ein stetiger Vermögensaufbau bietet sich hier an, entweder mit einer Einmalanlage oder in Form eines monatlichen Sparplans, wenn Sie Ihre Restbeträge am Monatsende künftig für einen sinnvollen Zweck nutzen wollen.  

Anleger:innen mit diesem Anlagehorizont müssen geduldig und risikotolerant sein: Manche Anlagen zahlen Gewinne erst zum Ende der Laufzeit aus (sogenannte thesaurierende Fonds) oder Kurse sacken zwischenzeitlich in den Keller und müssen sich erst erholen, bevor sie wieder schwarze Zahlen schreiben. Auch bei einem langfristigen Anlagehorizont lohnt sich ein Portfolio mit möglichst risikoarmer Basis, die durch risikoreichere Produkte mit höheren Renditen ergänzt werden. 

Genauso ist es aber möglich, den langen Zeitraum zu nutzen, ohne große Risiken einzugehen: Wer keine hohe Risikotoleranz hat und sich trotzdem mit langfristigen Geldanlagen wohlfühlt, kann bei der Portfoliostrategie auch ausschließlich auf risikoarme und solide Investitionen setzen. 

Der Ausstiegsplan bei Geldanlagen: Ein Profitipp für Anleger:innen mit mittel- bis langfristigem Anlagehorizont

Zwar stellt sich auch bei starken Schwankungen mit der Zeit meist ein Ausgleich ein – „7 Jahre” nennt eine alte Börsenregel, dann sind selbst die schlimmsten Einbrüche ausgeglichen und es ergibt sich im Durchschnitt ein Plus. Doch wenn Sie diese Zeit nicht haben und das Ende Ihrer Laufzeit bevorsteht, drohen schmerzhafte Verluste, falls der Kurs gerade auf Talfahrt ist. 
Profis sichern sich gegen solche Risiken ab, indem sie Anlagen mit festem Ablaufdatum vor Ende der Laufzeit schrittweise umschichten – von renditestarken, aber schwankenden Werten ins ruhige Fahrwasser werterhaltender Anlagen. Bei größeren Investitionssummen und Anlagehorizonten ab 10 Jahren kann man sich dabei schon ein Jahr Zeit lassen und zum Beispiel in zehn Zehnteln rechnen. Zumindest zwei bis drei Monate vor dem geplanten Ablauf sollten Sie aber auf jeden Fall damit anfangen, Ihren Ausstiegsplan in die Tat umzusetzen. 
Unabhängig davon ist es natürlich am besten, wenn Sie an gar keinen Zeitplan gebunden sind und bei Kurseinbrüchen in Ruhe abwarten können, bis die Werte wieder besser werden. 

Grundsätzlich gilt: Je näher das Sparziel, desto geringer sollten die Wertschwankungen sein.

Der Zeitpunkt einer Kapitalanlage: Wann starten?

Wenn Sie noch vor Ihrem ersten Investment stehen, möchten Sie bestimmt auf den idealen Zeitpunkt warten, um Ihr Geld anzulegen. Vielleicht verfolgen Sie dafür sogar schon Börsenkurse, um besonders günstige Preise abzupassen. Doch solche Gedankengänge verleiten viele Anleger:innen dazu, ihr Investment immer wieder zu verschieben und auf einen vermeintlich besseren Zeitpunkt zu warten.  
Doch gerade für Unerfahrene auf dem Gebiet ist das häufig vergebene Liebesmüh – denn um den Markt wirklich gut lesen und einschätzen zu können, ist viel Wissen und Erfahrung notwendig. 
Deshalb rate ich Ihnen: Wenn Sie noch am Anfang stehen, ist die Zeit wichtiger als der perfekte Zeitpunkt. Das heißt: Bevor Ihr Geld noch weiter auf dem Sparbuch herumliegt und mit der Zeit an Wert verliert, sollten Sie diese Zeit nutzen und Ihr Erspartes lieber vermehren.  

Fangen Sie mit kleinen Schritten an und investieren Sie kleinere Beträge, bevor Sie all Ihr Geld auf einmal in die Hand nehmen. So sammeln sie nach und nach Ihre ersten Erfahrungen am Finanzmarkt, während Ihr Geld für Sie schon die ersten Gewinne erwirtschaftet. Nach einiger Zeit werden Sie den Markt und bestimmte Mechanismen besser verstehen.

Meine Antwort ist also: Jetzt macht es Sinn, Ihr Investment zu starten.

Schritt 4: Wie viel Geld anlegen: Anlagebetrag festlegen

Bevor wir endlich zur tatsächlichen Geldanlage kommen, geht es im vierten Schritt um Ihre Finanzen: Um einen realistischen Anlagebetrag bestimmen zu können, sollten Sie sich einen guten und detaillierten Überblick über alle Einkünfte und Ausgaben verschaffen. Er kann Ihnen dabei helfen zu bestimmen, welche Art der Anlage geeignet ist und wie Sie den entsprechenden Betrag investieren. 
Grundsätzlich sollten Sie dafür sorgen, dass Sie regelmäßige, aber auch unregelmäßige oder unvorhergesehene Kosten ausreichend abdecken. Dazu zählen sowohl Reparaturen als auch ungeplante Ausgaben wie beispielsweise Neuanschaffungen. 
Achten Sie auch darauf, dass Sie keine Kredite oder sonstige Schulden abbezahlen müssen – ein Investment sollte erst infrage kommen, wenn Sie sich im Bereich der schwarzen Zahlen bewegen. Sonst kommen Sie notfalls in die Situation, dass Sie auf Ihren Anlagebetrag zugreifen müssen, was meist mit hohen Kosten verbunden ist. Mit einem guten Überblick über Ihre Finanzen ist also schon viel getan. 
Wenn Sie über Ihre Reserven hinaus über eine größere Summe verfügen, können Sie Ihr Investment entsprechend mit einer höheren Einmalanlage beginnen. Wenn Sie eher regelmäßige Beträge entbehren können, kann für Sie ein (Fonds-) Sparplan gut geeignet sein. 
Für Geldanlagen gibt es keine Unter- oder Obergrenze. Sie können mit 10 Euro pro Monat einen Sparplan starten, auf einen Schlag Ihr 1.000-Euro-Sparkonto leerräumen oder ein ganzes Vermögen anlegen – wichtig ist zunächst nur, dass Sie sich über Ihr Anlageziel, die Art Ihres Portfolios und – im nächsten Schritt – die passenden Anlageformen klar werden. 
Mein Tipp an Sie lautet also: Investieren Sie so viel wie möglich! Nur so können Sie den Wertverlust vermeiden, der auf dem Girokonto oder unter der Matratze unweigerlich stattfindet. 

Geld einfach anlegen: Die geheimen Vorteile eines Sparplans

Sparpläne bieten als Geldanlage eine ganze Reihe von Vorteilen – und nicht alle sind gleichermaßen bekannt und offensichtlich. Ich verrate Ihnen die wichtigsten: 
  • Sie können schon mit geringen Monatsbeiträgen in attraktive Kapitalanlagen investieren.
  • Sparpläne erfordern keinen Aufwand – die monatliche Einzahlung wird einfach per Dauerauftrag vom Girokonto abgebucht. Dabei ist in der Regel eine Zahlpause jederzeit möglich.
  • Sparpläne können mit Einmalzahlungen kombiniert werden. So bleiben Sie jederzeit flexibel und können Ihre Geldanlage auch zwischendurch aufstocken.
  • Fondssparpläne gleichen Kursschwankungen aus: Steigt der Kurs, steigt auch der Wert Ihrer Anlage. Fällt der Kurs dagegen, so kaufen die regelmäßigen, festen Zahlungen mehr Anteile. Wenn der Kurs dann wieder steigt, geht es durch die höhere Anteilsmenge gleich viel kräftiger nach oben.
  • Sparpläne bremsen Panikhandlungen: Zum einen sind sie selbst dann noch vorteilhaft, wenn die Kurse fallen (siehe der vorige Punkt). Zum anderen verringern sie bei Krisen im Kapitalmarkt die Gefahr von Kurzschlusshandlungen, denn „man hat ja einen Plan”. 
Anlageform Risikoklasse Renditechancen Fachliches Know-how
 Tagesgeld / Festgeld in Euro, Bundeswertpapiere  1 keine bis inflations-bedingter Wertverlust  nicht notwendig bis gering
Tagesgeld / Festgeld in Fremdwährungen,
Unternehmensanleihen mit guter Bonität, Offene
Immobilienfonds, europäische Anleihefonds, Anleihen-
ETFs, Genossenschaftsanteile 
2 niedrige bis mittlere gering bis mittel
Crowdinvesting, Edelmetalle, Immobilien 2-3 mittlere mittel
Aktien, Aktienfonds, Aktien-ETFs von europäischen
Standardwerten o.ä.
3 mittlere bis hohe mittel bis hoch
Aktien, Aktienfonds, Aktien-ETFs von Schwellenländern
o.ä., Währungsanleihen mit mittlerer Bonität
4 mittlere bis hohe mittel bis hoch
Derivate, Geschlossene Immobilienfonds,
Sammlerobjekte, Kryptowährungen
5 mittlere bis hohe sehr hoch




Geldanlagen von A bis Z

  • Aktien: Aktien sind Anteile an einem Unternehmen. Ihr Wert kann stark schwanken. Gewinne – die sogenannten Dividenden – sind nicht garantiert. Im langjährigen Durchschnitt bieten sie aber gute Renditechancen. 
  • Anleihen: Anleihen sind Wertpapiere, die einen festen Zins versprechen. Sie werden von Unternehmen, Staaten und Kommunen ausgegeben. Ihr Vorteil ist der feste Zins. Das wichtigste Risiko liegt in Zahlungsschwierigkeiten des Ausgebers.
  • Bundeswertpapiere: Bundeswertpapiere sind deutsche Staatsanleihen
  • Crowdinvesting: Crowdinvesting bedeutet, sich mit geringen Summen und relativ kurzen Laufzeiten an konkreten Einzelprojekten oder -unternehmen zu beteiligen. Die Renditechancen sind oft attraktiv, doch neben dem Risiko eines Misserfolgs besteht oft ein Darlehensrisiko: Häufig sind Crowdinvestings Nachrangdarlehen, d.h. als Anleger:in erhalten Sie Ihr Geld erst nach allen anderen zurück – oder gar nichts, wenn wegen zu geringen Erfolgs nichts mehr übrig ist.
  • Derivate: Derivate (auch „Termingeschäfte" genannt) sind eine Investition, mit der auf die zukünftige Entwicklung einer Aktie oder anderer Werte spekuliert wird, ohne diese Werte selbst zu kaufen. Möglich sind hohe Renditen, aber auch Totalverluste.
  • Edelmetalle: Edelmetalle meint in der Regel Gold, doch auch Silber und Platin werden gerne als Anlage verwendet. Profis raten zum physikalischen Kauf, denn Edelmetall-Wertpapiere unterliegen neben der eigentlichen Rohstoffpreisentwicklung zusätzlich den Wertschwankungen des börslichen Handels.
  • ETFs: ETFs („Exchange Traded Funds") sind Fonds, die einen Index nachbilden, der für ein Land oder eine Branche als Standard gilt – wie z. B. der Deutsche Aktienindex DAX für große, deutsche Unternehmen. Besonderer Vorteil der ETFs sind die relativ geringen Kosten, da sie kein spezielles Management benötigen. Gewinn und Verlust richten sich nach der Entwicklung des jeweiligen Index.
  • Festgeld: Festgeld ist bis zu einem Termin geparktes Geld. Die Zinsen dafür sind heute vor allem im Euro-Raum minimal und liegen unter der Inflationsrate; von einigen Geldinstituten werden ab bestimmten Guthabensummen sogar Negativzinsen verlangt.
  • Fonds: Fonds sind Anlagen, die das Kapital bereits auf mehrere Einzelwerte verteilen. Es gibt Fonds aus Aktien, Anleihen, Immobilien oder auch einer Mischung unterschiedlicher Anlageformen. Diese Diversifikation senkt das Risiko innerhalb des Fonds, kostet aber zusätzlich Geld, da Fonds ein Management benötigen; Ausnahme sind ETFs.
  • Genossenschaftsanteile: Genossenschaftsanteile erwerben Sie, indem Sie Mitglied werden. In einer Genossenschaft geht es um den wirtschaftlichen und sozialen Vorteil aller Mitglieder. Rechte und Pflichten sind dabei für alle gleich. Genossenschaftsanteile erzeugen eine jährliche Gewinnausschüttung, wobei die Höhe vom Gesamterfolg und der Mitgliederversammlung abhängen kann: So kann z. B. der Beschluss gefasst werden, dass ein Teil des Gewinns für notwendige Investitionen verwendet wird.
  • Geschlossene Immobilienfonds: Geschlossene Immobilienfonds bedeuten, dass Sie sich als Unternehmer an einem oder wenigen Immobilienobjekten beteiligen. Während der Laufzeit ist Ihr Geld fest gebunden und den teilweise sehr guten Renditechancen stehen hohe Risiken gegenüber.
  • Immobilien: Immobilien als Kapitalanlage meint hier den Erwerb realer Immobilien zur Vermietung und in Erwartung einer Wertsteigerung.
  • Kryptowährungen: Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, Tether oder Ripple sind virtuelle Währungen, mit denen nicht nur bezahlt werden kann. Man kann sie handeln und sogar neue Werte erzeugen. Die Gewinnchancen erscheinen beträchtlich, aber ebenso hoch sind die Risiken; auch ist ein weitgehendes Know-how zu Währungen und Netztechnologie nötig.
  • Nachhaltigkeitsfonds: Nachhaltigkeitsfonds ermöglichen es – wie der Name schon sagt – nachhaltig zu investieren und so einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.
  • Offene Immobilienfonds: Offene Immobilienfonds investieren in eine gewisse Zahl von Immobilien und erlauben Anleger:innen dabei, jederzeit Anteile zu kaufen und im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen auch zu verkaufen. Je nach Qualität des Objektbestands bieten sie Gewinne aus Vermietungen, Wertzuwachs und Veräußerungen.
  • Sammlerobjekte: Sammlerobjekte können Kunstwerke, Oldtimer, Uhren, Weine etc. sein. Hier ist die Wertentwicklung bei den meisten Objekten kaum einschätzbar. Auch gehört ein Fachwissen auf Profiniveau zur Auswahl chancenreicher Stücke.
  • Tagesgeld: Tagesgeld ist Festgeld ohne Terminbindung. Es kann also praktisch jederzeit wieder mit kürzester Frist gekündigt werden. Damit ist es ideal für sehr kurzfristige Geldanlagen, aber bei Null- oder sogar Negativzins auch nur für wirklich kurze Zeiträume geeignet.

Versicherungen und Bausparverträge habe ich aus meiner Übersicht ausgeklammert, da sie eine Zweckbindung enthalten. Dies ist natürlich egal, wenn Sie Ihr Anlagebudget für genau diesen Zweck (Altersvorsorge, Baugeld) verwenden möchten. Doch damit sind sie eben auch nicht mit den genannten, allgemeinen Geldanlagen vergleichbar. 


Kapital anlegen in Assetklassen: Worauf Sie außerdem achten sollten

Heutzutage gibt es einige Absicherungen für Anleger:innen wie z.B. die sogenannte Einlagensicherung, die in Bankenkrisen die Gläubiger von Kreditinstituten vor dem Verlust ihrer Bankguthaben bewahren soll. 
Bei Investmentfonds wie Immobilienfonds gelten hingegen die angelegten Gelder nach dem Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) als Sondervermögen. Im Falle einer Aussetzung eines Offenen Immobilienfonds (nicht zu verwechseln mit Geschlossenen Fonds) haften private Investoren nicht mehr mit ihrem Vermögen
Damit Anleger:innen quasi schon „auf den ersten Blick” die Chancen und Risiken eines Finanzprodukts erkennen und Anlageprodukte ggf. für sich ausschließen können, müssen alle für die Anlageentscheidung wichtigen Sachverhalte eines jeden Produktes zusammengefasst für die künftigen Investoren zur Verfügung gestellt werden. Im Fondsbereich spricht man von „Wesentlichen Anlegerinformationen” (WAI). Sie sollen dem/der Neu-Anleger:in bereits vorab die Möglichkeit geben, sich zu schützen bzw. selbst zu entscheiden, wie weit ins Risiko gegangen werden soll. 
Zudem sieht das Gesetz verschiedene Prüfpflichten vor, wenn es um den Erwerb von Finanzanlageprodukten geht. Geschieht dies im Rahmen einer regelgerechten Beratung beim Bankberater, muss eine Geeignetheitsprüfung erfolgen. Der Berater muss sicherstellen, dass das Produkt, das verkauft wird, zum sonstigen Portfolio des Kunden passt und das es dessen Risikoneigung entspricht. 
Wird das Produkt nur vermittelt (nicht beraten), muss zumindest eine sogenannte Angemessenheitsprüfung erfolgen. Der potentielle Anleger muss gefragt werden, welche Erfahrungen er bereits mit Wertpapieren hat etc. 

Woran Sie bei der Festsetzung Ihres Anlagebetrags noch denken sollten:

  1. Berücksichtigen Sie die Kosten: Abschlussprovision, Ordergebühren, Verwaltungsvergütung, Depotgebühren etc. wollen erst einmal verdient sein. Schauen Sie sich die durchschnittlichen Renditen Ihrer Wunsch-Anlagen an: Nur bei Produkten mit einer effektiven Nettorendite lohnt es sich, Geld anzulegen.  
  2. Diversifizieren Sie mit Augenmaß: Dieser Wert bestimmt auch Ihre Möglichkeiten einer sinnvollen Diversifizierung: Jede einzelne Anlage in Ihrem Portfolio muss so groß sein, dass die Netto-Durchschnittsrendite zumindest den Werterhalt erwarten lässt.  
  3. Bleiben Sie bei Ihren Wünschen realistisch: Bei kleineren verfügbaren Summen ist ein Sparplan, kombiniert mit einer Basisanzahlung oft der beste Weg, sich eine einträgliche Geldanlage aufzubauen. 
  4. Denken Sie an die Verfügbarkeit: Legen Sie nur so viel von Ihrem Geld in mittel- oder langfristige Finanzprodukte an, wie Sie auch längere Zeit problemlos entbehren können. Ein „Notgroschen" in vielversprechenden Aktien nutzt Ihnen gar nichts, wenn Sie in einem Notfall mit Verlust verkaufen müssen. Im Schnitt empfehle ich Ihnen, als schnell verfügbare Reserve zwei bis drei Nettoeinkommen z. B. auf einem Tagesgeldkonto zu halten. 

Schritt 6: Depot eröffnen und mit dem Geld-Anlegen beginnen

Nun liegt nur noch der letzte Schritt vor Ihnen – herzlichen Glückwunsch! Um nun endlich Ihr Geld anlegen zu können, benötigen Sie noch eines: Ein Depot, über das Ihr Investment verwaltet werden kann. Hier kommen verschiedene Anbieter infrage, sei es Ihre Hausbank, eine Online-Bank oder extra darauf ausgelegte Depotanbieter. 
Die Unterschiede liegen hier vor allem in den jeweiligen Serviceleistungen und den damit verbundenen Kosten. Vor allem lohnt es sich für Anleger:innen, die Ausgabeaufschläge zu vergleichen, die in der Regel die höchsten Kosten darstellen. 
Häufig bieten Online-Banken günstigere Tarife an als Ihre Hausbank vor Ort. Allerdings müssen Sie in diesem Fall auf den persönlichen Service verzichten, den Sie eventuell schon gewohnt sind. Was es jedoch im Falle von Hausbanken noch zu beachten gilt: Mittlerweile sind viele Banken dazu übergegangen, nur noch hauseigene Finanzprodukte zu verkaufen, sodass Sie dadurch in der Auswahl eines geeigneten Anlageprodukts stärker eingeschränkt werden. 
Es lohnt sich also, schon im Vorfeld zu recherchieren, welche konkrete Geldanlage für Sie infrage kommt. So können Sie Ihren Depotanbieter danach auswählen, welche Anlagemöglichkeiten Ihnen dort offenstehen und ob Sie dort in die für Sie geeigneten Produkte investieren können. 
Wenn Sie diese Aspekte bei der Auswahl Ihres Depots im Kopf behalten, steht Ihrer Geldanlage nichts mehr im Wege. 

In 6 Schritten Geld anlegen leicht gemacht

Wie man es dreht und wendet – Geld, das nur „herumliegt" und nicht arbeiten kann, wird über die Jahre an Wert verlieren. Wenn Sie Geld anlegen, können Sie gegen diesen Werteverlust angehen. 

Auch gibt es heute viele Wege zum Ziel, und einige sind bedeutend einfacher zu „bedienen” als zum Beispiel ein moderner Neuwagen.  

Suchen Sie sich vor allem eine Geldanlage, die zu Ihnen passt – finanziell und auch vom Know-how her. Fangen Sie so einfach an, dass Sie immer das Gefühl haben, die Sache im Griff zu behalten: mit einer Anlage, die Sie verstehen. Bei einem Anbieter, dem Sie vertrauen können. Mit einer Summe, die Sie eine Weile entbehren können. Und mit einem Risiko, bei dem Sie selbst unter ungünstigen Umständen noch ruhig bleiben können. 

Über den Autor

Porträtbild von hausInvest Ratgeberautor Thomas Henrich
Thomas Henrich
hausInvest Ratgeber-Autor
Im Netz kursieren manchmal schwer verdauliche Definitionen aus unterschiedlichen Quellen. Grundlegendes Fachwissen, einfach und kompakt erklärt, ist hingegen selten anzutreffen. Mit meinen Beiträgen möchte ich Ihnen zunächst das Basiswissen vermitteln und Sie im Anschluss dazu einladen, gemeinsam darauf aufzubauen. Dabei bediene ich mich vieler anschaulicher Beispiele aus meiner über 20-jährigen Erfahrung im Commerzbank Konzern und erkläre komplexe Sachverhalte mithilfe von Grafiken und Vergleichen.

Mein Wunsch ist es, Sie mit profundem Wissen auszustatten. Das Thema „Finanzielle Allgemeinbildung“ ist seit vielen Jahren etwas, wofür ich mich tatkräftig engagiere. Das Ziel ist es, dass Sie am Ende eigenständig die richtige finanzielle Entscheidung für Ihr Leben treffen können.

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Lesen!