19.08.2019

Interview: 6 Fragen an Mario Schüttauf

Immobilienboom, Liquidität und Brexit...  Nur drei von sechs aktuellen Themen, über die hausInvest Fondsmanager Mario Schüttauf im Interview mit Chris-Oliver Schickentanz, Chefanlagestratege der Commerzbank, in seiner neuesten Ausgabe „Wertpapier kompakt“ sprach. 

Warum die mittlerweile beachtliche Größe des Fonds, der Liquiditätsdruck sowie der anstehende Brexit sowohl ihm als Fondsmanager als auch seinen hausInvest Anlegern weiterhin keine schlaflosen Nächte bereiten wird, lesen Sie im folgenden Interview.  

Die Immobilienpreise boomen, der hausInvest hat dagegen in den letzten Jahren im Schnitt nur 2,5 % Rendite abgeworfen. Machen Sie Ihren Job nicht richtig? 

Ich denke schon, aber das müssen andere beurteilen. Schauen Sie: Der hausInvest ist eine absolute Erfolgsgeschichte. Seit 47 Jahren haben wir alle Krisen schadlos überstanden und niemals auch nur ein Jahr mit Verlust abgeschlossen. In 46 Jahren haben wir dabei sogar eine Rendite oberhalb der Inflation erwirtschaftet. Da werden sie lange suchen müssen, um ein ähnlich erfolgreiches Produkt zu finden.

Wie erklärt sich denn dann die Differenz? 

Wir halten rund ein Viertel des Fondsvermögens als Liquidität vor. Teils, weil wir Pulver für attraktive Immobilieninvestitionen trocken halten wollen, teils, weil wir schon immer konservativ managen. Hier bremst natürlich das aktuelle Negativzinsumfeld. Und: Der Wert unserer Immobilien wird von unabhängigen Gutachtern beurteilt. Ein offener Immobilienfonds ist dadurch nachhaltig marktgerecht bepreist, aber eben nicht zu den in Teilen aktuell übertriebenen Marktpreisen. Das ist auch sinnvoll, denn schließlich wollen wir das Portfolio ja langfristig weiterentwickeln und nicht auf einen Schlag verkaufen. Zudem muss man berücksichtigen, dass wir ja überwiegend in Gewerbeimmobilien investieren. Die zeigen nicht ganz so dynamische Preisausschläge wie Wohnimmobilien in den Ballungszentren.

Sie setzen im Fonds u.a. auf eine ganze Reihe an Bauvorhaben. Ist das eine Reaktion auf die deutlich gestiegenen Immobilienpreise und das knapper werdende Angebot?

Bauvorhaben gehören seit jeher zur Philosophie und Strategie des hausInvest. Dadurch dass wir quasi am Beginn des Lebenszyklus einsteigen, können wir Immobilien mitgestalten, die ideal auf die Wünsche unserer Mieter und die aktuellen Markttrends zugeschnitten sind. Unser Portfolio muss ja atmen, und wir wollen für unsere Anleger auch in zehn oder fünfzehn Jahren innovative und aussichtsreiche Objekte im Bestand haben. Daher passen Bauvorhaben mit maximal 20% des Fondsvolumens sehr gut zum hausInvest. 

15 Milliarden Euro Anlagegelder, fast 100 Immobilienobjekte in 17 verschiedenen Ländern: können Sie da als Fondsmanager überhaupt noch ruhig schlafen? Sie tragen ja eine enorme Verantwortung

Keine Sorge, das kann ich. Ich bin ja glücklicherweise keine „One Man Show“. Über 250 Mitarbeiter kümmern sich um die Entwicklung von hausInvest. Dazu zählen zum Beispiel Akquisiteure, deren Aufgabe es ist, lukrative neue Immobilien und Bauvorhaben für den Fonds zu erwerben und zum idealen Zeitpunkt wieder zu verkaufen. 

Im Asset Management liegt die kaufmännische und technische Verwaltung für unsere 91 Fondsobjekte. Hier werden die Mietverträge gemacht, neue Mieter akquiriert, Modernisierungen realisiert und erfolgreiche Bestandsgebäude weiter ausgebaut.Darüber hinaus hält uns im Hintergrund beispielsweise unsere Fondsbuchhaltung den Rücken frei. Diese Spezialisten machen es meinem Team und mir möglich, uns ganz auf die nachhaltige Wertentwicklung des hausInvest zu konzentrieren. Hauptaufgabe des hausInvest Fondsmanagements ist es, den ertragsstarken Immobilienbestand von hausInvest dauerhaft zu erhalten und weiter auszubauen.

Eines Ihrer Vorzeigeobjekte im Fonds ist das größte europäische Einkaufszentrum Westfield in London. Darüber hinaus besitzen Sie auch noch Hotel- und Büroimmobilien auf der Insel. Wieviel Angst haben Sie vor dem Brexit? 

Wir sind auf alle möglichen Brexit-Varianten vorbereitet und erwarten daher keine Negativeffekte. In Westfield sind beispielsweise die Besucherzahlen seit dem Brexit-Referendum weiterhin angestiegen. Die erfolgte Erweiterung hat die Attraktivität von Westfield weiter gesteigert. Aber auch unsere andere britischen Immobilien entwickeln sich prächtig. So wurde unsere Hotelimmobilie Blackfriars Road beispielsweise erst im Dezember 2018 aufgewertet und unsere Büroimmobilien sind alle langfristig an bonitätsstarke Unternehmen vermietet. Und ganz im Ernst: Auch nach einem Brexit wird Großbritannien eine wichtige Volkswirtschaft und damit auch ein wesentlicher Immobilienmarkt bleiben.

Mit welchen drei Argumenten können Sie Anleger von den Qualitäten des hausInvest überzeugen?  

Wir haben ein modernes, sehr gut vermietetes Immobilienportfolio mit 91 Objekten in 17 verschiedenen Ländern und 54 Städten. Wir haben in den letzten 47 Jahren bewiesen, dass wir Experten beim Immobilienmanagement sind und dabei allen Krisen zum Trotz kontinuierlich Mehrwert für unsere Anleger geschaffen. Und: 15,0 Milliarden Euro anvertrauter Kundengelder und über 800.000 Anleger sind ein klarer Qualitätsbeweis! 

Vielen Dank, Herr Schüttauf! 

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